Air2breeze

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Gasherbrum II
Expedition mit dem Summit Club vom 25.06. – 14.08.2006
Vorgeschichte
und Vorbereitung
Wie
konnte das passieren -
wieder rauf auf einen 8.000er? – Und warum grad der GII?
Nun, schon auf
der
pumori expedition letztes jahr (2005) sprachen alli und ich wieder mal
darüber, gemeinsam einen 8.000er zu besteigen... und da war
ShishaPangma der berg der 1. wahl, weil wir den ursprgl. schon vorm
CHO für eine gemeinsame begehung ins auge gefasst hatten... aber
wie schon beim CHO, wars mir eigentlich nicht so wichtig, welcher
8.000er es wäre - er musste halt für mich nur machbar sein. -
und dann etwas später ...wieder daheim ... kam von alli die
info, dass luis für
2006 plane, den GII als SonderExpedition anzubieten... ShishaPangma
wäre ihm zu lasch... er wolle es lieber etwas anspruchsvoller. -
also gut, dann eben der GII. - haken an der sache schien mir
hauptsächlich::: 7 wochen freizeit
erforderlich, weil der kleine weit drin im karakorum steht und nur
über mehrere tage trekking zu erreichen ist... würde ich den
urlaub genehmigt bekommen???
nun, mit
gerlinde, meiner arbeitskollegin hatte ich schon weit im vorfeld
gesprochen,
ob sie was gegen diese tour hätte... ihr einverständnis hatte
ich schon... und kurz vor weihnachten fragte ich bei meinem chef an...
nach weihnachten hatte ich auch schon eine antwort...oder genauer
gesagt gleich zwei... in form zweier emails. - der inhalt der ersten
lautete:::
"das kann man keinesfalls..." - und der inhalt der zweiten mail dann:::
"ablehnen..." - passend zur ausgefallenheit der reise also auch
die
genehmigung derselben auf sehr originelle weise. - damit waren die
weichen gestellt...und mit dem 01. januar 2006 stieg ich wieder in die
spezielle vorbereitung für die expedition ein... dabei gabs kein
pardon, denn ein 8.000er verzeiht keine nachlässigkeiten in der
vorbereitung und auch keine schwächen im kopf und in der
mentalen einstellung...

oli, mit dem
ich schon am mustagh ata und am CHO gewesen war,
war schliesslich auch mit
dabei... was mich sehr freute, da wir uns sehr gut
verstehen ... damit waren also schon
mal zwei bekannte personen dabei, was ich als schön und einen
grossen vorteil empfinde... und nimmt man luis also guide
hinzu, waren es schon drei sehr nette menschen...
eine
besonderheit sollte es zudem geben::: das DynafitTeam, das im letzten
jahr die speedbegehung am mustagh ata gegangen war, sollte dabei sein
und wollte nun erneut eine speedbegehung am GII machen... begleitet von
einem
kameramann, der die unternehmung filmen sollte...
21.04.
– Vorbesprechung in München
am 21. april
dann gabs die obligatorische vorbesprechung beim summit-club in
münchen... vor dem eigentlichen teffen kurz noch treffen mit alli
auf n kaffee in der city... beim eigentlichen treffen dann
wiedersehen
mit oli... und kennenlernen von elisabeth, herbert und siggi...
aufnahme etlicher infos und tips von luis, der das treffen leitete. -
etwas erstaunt war ich über die teilnahme von siggi. ich hatte ihn
beim nachtreffen des CHO mit matthias erlebt und hielt ihn anhand
seines verhaltens dort nicht für fähig, einen 8.000er zu
besteigen. und auch die detailfragen, die er zur GII expedition
stellte, liessen mangelnde expeditionserfahrung und fehlenden
selbständigkeit erkennen und vermuten, dass er der sache eher
nicht gewachsen sein würde...
Alles zu Ende??? - blankes
Entsetzen::: SprunggelenksVerletzung
nach
der vorbesprechung fuhr ich noch auf 2
stunden bei tanja
vorbei... auch immer ne sehr schöne sache, wenn ich mal in der
gegend bin, was ja so oft nicht vorkommt... diesmal allerdings kostete
mich dieser besuch fast die expedition::: auf dem heimweg verlief ich
mich im
dunkeln vor dem haus und trat auf einer ebenerdig in die tiefe
führenden ...für mich unbekannten und unsichtbaren...
kellertreppe ins leere... und überdehnte mir dabei
das umlaufende gelenkband des rechten
sprunggelenks... und
knickte dann noch
heftigst seitlich
um... der fuss wurde im nu knalldick... ich humpelte den tränen
nah zum auto und wusste::: das konnte es 6 wochen vor der abreise
gewesen
sein...
Zittern:
kann ich das
wandertraining wieder aufnehmen?
passiert war
der unfall freitags...und dienstags gings für 10 tage nach new
york...

dort
humpelte ich nach besten kräften rum... an training war nun
während dieser zeit nicht mehr
zu denken ...bzw... begab
ich mich täglich
für eine stunde aufs ergometer, um wenigstens nicht anz
einzurosten. - das gelenk war stark geschwollen und ein
bluterguss von gelb bis dunkelblau zierte den fuss. -
ich hatte schmerzen
bis in die zehen. - wieder daheim kam dann der keypoint::: ich
musste versuchen, meine 20 km-runde im SWF zu wandern... wenn das nicht
ginge, konnte ich die expedition canceln. - ginge es hingegen, bestand
weiter hoffnung... gleich am 1. tag nach der heimkehr machte ich den
versuch... bandagierte das gelenk... und es ging gut. - es tat zwar
recht weh, aber in dem dicken lederstiefel war der fuss gut fixiert und
ich hatte auch ein gutes gefühl dabei, es richtig zu machen...
klar, so schnell wie ich sonst gewohnt bin zu gehen, gings
natürlich zunächst mal nicht...aber das war auch nicht so
wesentlich. - wichtig war, ich konnte wandern und damit weiter
trainieren... es gab hoffnung. - mit der zeit liessen die schmerzen
dann auch nach... und bis zum
tag der abreise war dann klar, ich würde es versuchen, auch wenn
das gelenk immer noch schmerzte und bisweilen auch noch dick wurde -
vor allem am aussenknöchel... aber ich wusste auch, die zeit
würde weiter für mich arbeiten...
25.06.
Flug nach Islamabad
Los
gehts mitten in der nacht mit dem ICE von essen nach münchen
und von dort weiter mit der s-bahn zum aiport...dort bin ich relativ
früh und setze mich vor den airport draussen in die trübe
sonne ...und mit
einem mal
fährt ein zubringerbus vor und jemand ruft aus dem bus raus:::
"bernd steig schnell ein!!!" - ich bin völlig perplex...und
erkenne luis... ich packe mein zeugs...luis springt raus und hilft
mir... es gibt ein freudiges wiedersehen...
wenig
später sind wir im richtigen terminal und treffen dort die anderen
expeditionsteilnehmer... grosses hallo mit alli und
oli... dann einchecken ...und los gehts...
wir starten
gegen 13 uhr und haben in doha eine zwischenlandung... einen aufenthalt
von 4 stunden... und landen in islamabad um 6:30 uhr ortszeit... die
uhr wird im vergleich zu deutschland um 3 stunden vorgestellt. - der
flug verläuft ohne nennenswerte vorkommnisse... ich sitze auf dem
2. teil der reise neben siggi...er erzählt mir von der
vorjahresexpedition zum GII, die sein persönlicher
(höhen)papst thomas lämmle durchgeführt hat. - nach ner
zeit kann ich das negativ-geschwätz nicht mehr hören... der
GII ist ja soooo schwer... und die bedingungen sind ja sooo scheisse...
und
siggi will ja eh nur bis höchstens auf CII... mehr ist da für
ihn nicht drin, meint er... und überhaupt ist er ja nur auf dieser
expedition dabei, weil sein papst, der thomas lämmle, die
eigentlich geplante mustagh ata tour abgesagt hat (wie konnte er
nur??? - lieber thomas, du hättest uns einiges erspart, wenn du
die mustagh ata-expdition nicht abgesagt und den siggi mitgenommen
hättest). - nach ner zeit setze ich die kopfhörer meines MP3
players
auf, um zu signalisieren, dass ich nicht mehr reden will... aber das
stört siggi zunächst nicht...er redet munter weiter... ich
frage mich, wieso er dabei ist, wenn er doch nur alles negativ sieht
und so gut vorhersehen kann - und nur auf CII will - da kann er doch
besser auf den Island Peak in Nepal gehn. der ist
ungefähr genauso hoch wie CII am GII...

am flughafen
von islamabad herrscht ein sehr munteres treiben... sofort
auffallend::: es gibt so
gut wie nur männer... alles ist fremd... die kleidung der
menschen... ihr aussehen... wir werden von einem
bus unserer lokalen agentur ins hotel shalimar gefahren, wo wir gegen 8
uhr eintreffen...
Islamabad,
eine junge Stadt - kleines Besichtigungsprogramm
das hotel
shalimar liegt etwas ausserhalb von islamabad... die sonne brennt mit
knapp 40 grad herunter und oli und ich wollen was
zu trinken kaufen... wir finden eine tankstelle und dort
fragen wir, ob wir mit dollar bezahlen können... zunächst
heisst es "ja", aber an der kasse dann wars wohl doch ein
missverständnis...so ziehen wir unverrichteter dinge wieder ab...
wir versuchen in dem kleinen ort geld zu wechseln... es gibt eine
bank... aber die ist nicht zum wechseln gedacht... und wir bekommen ein
gefühl dafür, dass alles nicht so
einfach ist, wie´s scheint...

nachmittags
dann brechen wir nach einer ruhephase zu einer kleinen
stadtbesichtigung auf... teimoor, unser pakistanischer guide von der
lokalen agentur waljis, begleitet uns durch den basar... der basar ist
in
kleinen strässchen sehr verwinkelt... es geht orientalisch zu...
man kann alles erdenklich mögliche dort erstehen... es erinnert
mich ein bisschen an den bazar in kashgar... auffallend ist, dass wir
wohl die einzigen touristen hier zu sein scheinen... für die
pakistani sind wir scheinbar mindestens genauso interessant wie sie
für uns... wir werden angestarrt... angelächelt... auch
angesprochen ... mit hallo gegrüsst... oder flüchtig
berührt. - ganz sicher hat siggi seinen anteil daran, da er
entweder zu unsensibel oder zu selbstgefällig ist, dass er mit
einer sehr knappen kurzen sporthose durch islamabad laufen muss... in
einem land wie pakistan ist das ein affront, aber nicht nur in diesem
punkt sollte sich zeigen, dass siggi seine grenzen weder kannte
noch in der lage war, sie zu erkennen... er war auf - und mit - dieser
expedition ganz
klar physisch, aber insbesondere auch psychisch weit überfordert,
wie sich noch zeigen sollte ...
im bazar findet
man vereinzelt auch frauen... sie sind
in der regel verschleiert, wie in islamischen ländern aus
religiösen gründen üblich... es gibt in islamabad aber
auch unverschleierte "moderne" frauen... ansonsten ist das strassenbild
so gut wie ausschliesslich von männern geprägt... und wenn
man
sagen kann, dass die menschen in pakistan sehr nett und freundlich
sind... so reduziert sich diese aussage also auf
den männlichen
teil der bevölkerung, weil man nur mit männern in kontakt
kommt. - ein gravierender kultureller unterschied zu westlichen
kulturen... aber ganz sicher auch eine sache, die man aus der
innenansicht eines solchen landes verstehen muss... jedenfalls gibt es
ganz sicher auch viele vorurteile gegenüber pakistan ...wenn man
mal dort war, sieht manches völlig anders aus... und wenn man mit
einem pakistani spricht, so kann dieser durchaus auch vorurteile z.b.
gegen deutschland nennen, die so nicht stimmen. - der schlimmste gegner
in der beurteilung des fremden sind also unkenntnis, unwissen und
mangelnde erfahrung...
auf dem bazar
halten auch ausschau
nach dingen, die für pakistan typisch sind und sich evt. zur
mitnahme als souvenir eignen... teimoor sucht derweil eine neue
sonnenbrille... er sieht mit verschiedenen modellen schon sehr
futuristisch aus.
mitten in dem
treiben ... es herrscht auch ein recht wilder strassenverkehr... und
gehupe gehört auch in pakistan zum buchstäblich guten ton...
entdecke ich eine miezi, die
seelenruhig dahin spaziert... sie sieht ein wenig wild und zerzaust
aus... und zunächst tut sie mit leid, mitten hier in dem trubel...
aber sie sieht andererseits doch wohlgenährt aus und ich denke,
sie wird in den hinterhöfen hier schon auf ihre kosten kommen...
halt eine miez, die in der stadt lebt... davon gibts auch bei uns
zig...
kein grund zu grösserer sorge also... die angrenzende
hauptstrasse wird sie allerdings wohl nur bei nacht überqueren,
vermute ich... wie sie da sonst lebendig durchkommen sollte, ist mir
schleierhaft...

im hotel teile
ich das zimmer mit oli... eine bewährte und eingespielte
gemeinschaft - unkompliziert und locker... wir haben bisweilen viel
spass miteinander gehabt...auch später gemeinsam im zelt...
elisabeth sprach gar von MännerTratsch - nur weil wir mal ein
bisschen gelacht haben - tztztz ;-)))
den
nächsten tag haben wir noch in isalambad zur verfügung... wir
müssen noch zum briefing zum pakistan alpine club und bekommen
auch unseren licence officer, kurz L.O., beigestellt, der uns über
die dauer der expedition begleiten wird... zuvor besuchen wir die
faisal moschee... sie ist die grösste moschee der welt und bietet
platz für bis zu 10.000 gläubige... sie ist ein geschenk von
könig faisal von saudi arabien an pakistan... und wurde 1984
vollendet... islamabad ist übrigens eine sehr junge, auf dem
reissbrett entstandene stadt... sie wurde 1960 gegründet und hat
heute ca. 900.000 einwohner... zuvor war karatschi pakistanische
hauptstadt...

nach dem besuch
der moschee gehts dann zum alpine club... wir werden Sekretär des
Alpine Club Pakistans, Saad Tariq Siddiqi, empfangen... er erzählt
uns einiges über den
GII... über die ziele des alpine clubs... weist uns abschliessend
auf gefahren hin und meint, der berg stände immer da... man
könnte ggfs. wieder kommen, aber nur, wenn man so weitsichtig sei,
nicht vorher dort sein leben zu riskieren und zu lassen... wir erfahren
auch etwas über die anzahl der expeditionen am GII - abschliessend
werden es in dieser saison 21 expeditionen gewesen sein - davon 18
erfolgreich, mit insgesamt 126 erfolgreichen Gipfelbesteigungen
(quelle: Karrar Haidri, ExplorersWeb Pakistan & Saad Tariq
Siddiqi, Sekretär Alpine
Club Pakistan) - die hohe
zahl der expeditionen ist damit zu
erklären, dass dieses jahr das 50jährige jubiläum der
erstbesteigung gefeiert wird... in anderen jahren sind oft nur 3 bis 4
expeditionen in einer saison am GII... auch ein hinweis auf die
sauberhaltung des karakorums fehlt nicht... in diesem punkt steht man
erst am anfang, aber träger werden z. b. auch angewiesen, kein
feuerholz aus der natur zu entnehmen, sondern andere brennmittel
mitzuführen und zu verwenden... ein insgesamt mühsamer
UmdenkungsProzess...

als
nächstes besuchen wir ein teppichhaus... wie´s scheint
handelt es sich um ein "schlepper"geschichte seitens teimoor...so
zumindest mein gefühl... sehr attraktiv finde ich das ganze
nicht... alles ist wesentlich zu teuer und verleitet nicht
grad zum kauf...weiter gehts in einen botanischen garten... von hier
aus hat
man einen guten rundblick über islamabad und rawalpindi, die
praktisch miteinander verschmolzen sind. - im botanischen garten
haben etliche staatsmänner einen baum oder strauch gepflanzt...
auch helmut kohl ist unter den baumspendern... allerdings ist sein baum
etwas dürr und vom eingehen bedroht... er müsste vielleicht
mal wieder hinfahren und seinem baum ein bisschen lebensmut machen...

beim abendessen
dann lernen wir jarvid, unseren L.O. kennen... er bekommt von uns
material und ausrüstung im wert von 3.000 euro zur verfügung
gestellt... ist damit allerdings nicht zufrieden...
macht ziemlichen
ärger, weil er die europäischen marken nicht kennt und
amerikanische will... luis hat in der mittagszeit schon intensiv mit
ihm
verhandelt... dabei ist der witz, dass er das material eh nicht
verwenden wird, sondern nur dazu braucht, es zu geld zu machen... unser
L.Öchen, wie wir ihn später nur noch nennen, ist ein ziemlich
materialistischer und zudem egoistischer mensch, wie wir schnell
feststellen... im BC spricht sich später sehr schnell rum, dass
wir mit ihm ziemlich geschlagen sind... auch gegenüber der
küchenmannschaft kehrt er den HerrenMenschen raus... wenn
er eine tasse braucht, dann sagt er nicht wie ein anständiger
mensch es täte::: "kann ich bitte eine tasse haben?"...sondern:::
"Tasse!" - mag sein, dass das seinem stand entspricht und wir es
kulturell nicht verstehen können... aber es ist manchmal schon
ziemlich widerlich - kultur hin oder her... im smalltalk dann ist der
L.O. wie ausgewechselt...macht auf "schönwetter"... und im beisein
anderer L.O.s, was im BC später vorkommt, oder anderer
militärs, backt er ziemlich kleine brötchen... ein schwacher
mensch ohne natürliche autorität oder ausstrahlung. - laut
wird er immer dann, wenn er was zu fordern hat und man ihm - kraft
seines amts - nicht wirklich entgegentreten kann, weil damit alles nur
noch schwieriger würde...
28.06. - 01.07.
Fahrt über Chilas und Skardu nach Ascole
endlich gehts
nun weiter richtung basecamp... und in diesem punkt unterscheidet
sich der GII z. b. vom CHO gravierend::: während man den CHO
schnell erreicht, indem man weit und relativ nah ran hochfahren kann,
muss man
zum GII zunächst auch lange durchs karakorum fahren und dann auch
noch über mehrere tage die füsse bemühen... das hat
allerdings den vorteil
einer nahezu optimalen akklimatisierung... ist allerdings auch ursache
dafür, dass man für die expedition eine woche mehr zeit
kalkulieren muss - statt der für den CHO oder ShishaPangma
üblichen 6 wochen halt 7 wochen...
so heissts also
heute um 4:50 uhr aufstehen... um 6 uhr gehts dann mit dem bus los...
an diese nachtschlafenden zeiten werden wir uns in naher zukunft noch
gewöhnen müssen... bei taxila gehts dann auch schon auf den
berüchtigten Karakorum Highway, der islamabad mit kashgar in china
verbindet. - zum mustagh ata waren wir 2002 von kashgar aus den highway
hochgefahren... die strasse war damals auf dieser seite in
abenteuerlichem zustand und es gab sehr, sehr viele baustellen...
irgendwo hinter batgram ist die strasse durch regenfälle
abgerutscht... eine riesige schlammstelle ist zurückgeblieben, in
der nun ein LKW feststeckt und die ohnehin nur einspurig
befahrbare schlammspur blockiert ... schnell bildet sich zu beiden
seiten ein riesiger stau ... wir verlieren ungefähr 2,5 stunden
und haben erst
ungefähr die hälfte des weges nach chilas geschafft...

endlich gehts
weiter... in der gegend um batgram sehen wir auch noch auswirkungen
des schlimmen erdbebens aus dem vorjahr... zum einen sieht man
eingestürzte gebäude, aber auch die auffanglager der UN ...
hier vor ort gewinnt man schon einen sehr guten eindruck, was eine
katastrophe dieses ausmasses für eine solch arme region
bedeutet...
viele häuser hier sind einfach nur aus steinen aufgeschichtet...
ohne stabilisierende verbundmasse gebaut... solche bauten halten nicht
dem kleinsten erdstoss stand... die etwas stabileren häuser sind
hingegen unbehelligt geblieben...
nachdem wir
also erstmal wieder rollen, ists aber immer noch nicht genug::: unser
bus hat einen plattfuss vorne rechts... während der fahrer
den reifen wechselt, gehen wir zu fuss ein stück voran... tut gut,
sich die beine mal etwas zu vertreten... wir verlieren wieder eine gute
stunde oder mehr... um 1 uhr erreichen wir dann endlich chilas... nach
19
stunden fahrt...
am 29.06,
donnerstag, geht es
weiter richtung skardu... die nacht war mit 33 grad im zimmer sehr warm... wir
machen einen ersten kurzen stop und sehen uns die berühmten
felsmalereien von chilas an, die bis ins 5. jahrhundert zurück
gehen...

weiter
führt uns der weg vorbei am nanga parbat... wir haben das
glück, den berg auch tatsächlich zu sehen...wenn zwar auch in
wolken, aber immerhin... man kann sehr schön den silbersattel
erkennen...

nächstes
highlight ist dann der vereinigungspunkt der 3 höchsten und
grössten gebirge der erde::: karakorum, himalya und hindukusch...
vor allem das typische dunkle gestein des karakorums ist sehr leicht
von den anderen gebirgen zu unterscheiden...unser weg wird am indus
weiter richtung skardu verlaufen...

nach diesen
highlights erwartet mich dann in der mittagspause ein ganz besonderes
persönliches highlight::: in hala mach, wo wir rasten, treffe ich
auf eine miezi... ich nenne sie lucia...

ich
verfüttere das hähnchenfleisch aus meinem lunchpaket an
sie... aber zunächst nimmt sie leider reisaus vor mir...und ich
wasche
ein bisschen fleisch ab und gebe es in die küche, mit der bitte,
dieses an die miezi zu verfüttern... aber dann lockt der duft
unseres
essen lucia wohl wieder an und sie kommt zurück... sie macht einen
etwas wilderen eindruck als die typische hausmiez bei uns daheim...
und was das
fressen angeht, scheint sie nicht sehr verwöhnt zu sein hier
oben... jedenfalls nimmt sie das fleisch gerne ... kommt mir mit ihrer
rechten pfote entgegen und krallt samft in meine hand, um diese
näher zu sich zu ziehen ... oder so als wollte sie verhindern,
dass
ich sie wieder weg ziehe... ich bekomme auch sanft ihre reisszähne
zu spüren, wenn sie mir die fleischbrocken aus der hand frisst...
ganz schöne hauer hat sie da... aber die wird sie wohl auch
brauchen, denn die BeuteTiere dürften hier oben wohl eher rar
sein... und wenns was zu beissen gibt, dann muss der Todesbiss sitzen...

na jedenfalls
war lucia eins der absoluten highlights der gesamten reise für
mich... eins
derjenigen, die das gesamte unternehmen zum erfolg machen, auch wenn am
ende vielleicht das i-tüpfelchen, das erreichen des gipfels, auf
der einen oder anderen expedition mal fehlen mag... es gibt
einfach soviel anderes drumherum... und jemand, der eine solche
expedition nur als erfolg sehen kann, wenn er den gipfel erreicht hat,
hat nach meinem verständnis eine stark reduzierte sichtweise und
ist nicht wirklich offen für das, was einem das leben...die natur
und auch andere menschen schenken können. - an lucia habe ich
jedenfalls auch später noch oft gedacht... vergessen werde ich sie
ganz sicher nie...
um ca
21 uhr erreichen wir skardu. - an diesem abend
stellt sich bei mir leichter durchfall ein... keine ahnung, wo ich das
nun wieder her hab... allerdings scheints doch nicht so schlimm zu
sein, wie etwa am ende der CHO-expedition...aber grad begeistert bin
ich nicht...
am
nächsten tag haben wir in skardu einen ruhetag... luis muss
einiges mit der agentur regeln und vorbereitungen für unseren
einzug ins basecamp treffen... den tag nutze ich, um ein paar letzte
mails an liebe menschen in der heimat zu senden... handy funktioniert
in skardu nicht mehr...
nachmittags machen wir einen kleinen eingehspaziergang zu einem
stausee. - dabei ist arbed unser guide...

abends dann
schauen wir uns das FussballWMSpiel zwischen deutschland und
argentinien an... das ist hier am "ende der welt" eine durchaus
spassige sache... wir machen lauthals stimmung und die anwesenden
pakistani sind ebenfalls auf deutscher seite... wir haben jede menge
spass...
freitag gehts
dann mit
jeeps weiter nach ascole... die letzte fahrt... danach heissts dann zu
fuss weiter ins bascecamp. - ich hab die nacht gut geschlafen...und
auch
mein durchfall scheint sich zu beruhigen... ich hab abends mal etwas
schokolade gegessen... vielleicht hat das ja geholfen... zunächst
geht es bis shigar noch auf guten strassen voran... die landschaft des
shigar valleys ist sehr karg und absolut beeindruckend...

danach wird die strasse dann unbefestigt und es geht immer langsamer
voran... unterwegs treffen wir immer wieder auf menschen, die
irgendeiner tätigkeit nachgehen, diese dann unterbrechen, um uns
zuzuwinken... auch schulkinder in uniformen winken uns immer wieder
zu...

und stellen die obligatorische bitte nach einem "pen"... kurz vor
ascole geht es auf dem letzen stück steile serpentinen
hoch... und es ist sofort klar, dass hier auch kein jeep mehr
hoch kommt, wenn es geregnet hat und der lehm dann rutschig und
glitschig wird...

nachmittags
erreichen wir ascole ... die erste nacht im zelt steht
bevor... unsere porter sind auch schon anwesend
...
02.07.-08.07.
Trekking von Ascole ins GIIBasecamp
die
nächste woche werden wir nun täglich etwas an höhe
gewinnen, bis wir dann am 08.07. das basecamp erreichen werden. -
meinen durchfall bin ich inzwischen glücklicherweise
wieder los. und nach info von luis sind wir ab jetzt mit ca. 120
portern
unterwegs... die erste tagesetappe ist recht locker... zumal das wetter
anfangs auch noch bedeckt ist und es kurzzeitig sogar leicht nieselt...
das gelände ist bis zum basecamp leicht zu begehen...
später auf dem baltoro gletscher muss man acht geben, dass man auf
dem feinen geröll nicht ins rutschen kommt, weil darunter blankeis
ist und man gefahr läuft, zu stürzen...

in der
mittagszeit wirds immer sehr warm... und wir gehen morgens zeitig
los, um nicht allzu lange in der sonne gehen zu müssen - die
gruppe zeigt sich ziemlich
homogen... der einzige, der weit aus dem rahmen fällt ist siggi...
er ist
sehr viel langsamer als alle anderen... läuft trotz der hitze in
seiner warmen gore-jacke rum... und hat dazu noch ein atemschutztuch
vorm mund... wenn man ihn so von hinten vor sich gehen sieht, sieht das
schon sehr skurril aus... er geht sehr aufrecht ... führt die
trekkingstöcke mit weit abgespreizten armen... dazu dann seine
mütze mit dem sonnenschutztuch im nacken... es sieht eher aus als
würde er balancieren ... stolzieren... irgendwie
belustigend...und ein bisschen wie eine ...naja...

die ersten drei
tage finden wir jeweils in jhula (3.150m), payu (3.375m) und urdokas
(4.100m) zu unserer
überraschung noch CampSites
vor... mit fliessendem
wasser, waschgelegenheit und toilettenhäuschen... solchen
luxus hatten
wir in dieser abgeschiedenheit nicht erwartet... aber andererseits ist
diese route halt der "normalweg" richtung einiger bedeutender
basecamps... als da wären::: K2... broad peak... gasherbrum
I und
II... aber auch für kletterberge wie die trango towers...
ralf
zeigt sich
auf dem trek als sehr umweltfreundlicher zeitgenosse, der nicht nur
redet, sondern handelt... er sammelt auf dem trek müll und nimmt
ihn in
seinem rucksack mit... eine gute sache - keine frage... ein problem
sind dabei konservendosen, weil sie natürlich voluminös
sind... aber auch dafür hat ralf eine lösung::: er mach sie
PLATT ...indem er fette steine drauf wirft...
für die
mittagspause haben wir auf den trekkingetappen ein lunchpaket
dabei... unsere küchenmannschaft stellt dazu tee bereit... meist
läuft es auf ungefähr eine stunde pause hinaus...
die CampSite in
payu ist ist recht voll ... es sind andere expeditionen und
trekker
da...
nachdem wir
unsere zelte aufgebaut haben, wirds dann lustig... ich
setze mal so zum spass meinen unterwegs neu erstandenen hut auf... und
ziehe
damit irgendwie die aufmerksamkeit auf mich... teimoor klärt
mich
dann auf, dass es sich um einen hut für frauen handelt... AHA! -
das erklärt natürlich einiges... in einem land wie pakistan
ist das natürlich was besonderes... das entspricht nicht dem bild
des mannes, mit einem frauenhut rum zu laufen. - ich wär ja nicht
ich, wenn ich mir nun nicht den spass gönnen würde...setze
mich also mit hut vors zelt... und das führt zu
einer regelrechten wallfahrt der porter vorbei an unserem zelt...
sie machen
sich - wie ich - einen spass draus... manche bleiben stehen und
können sich das lachen nicht verkneifen... mit anderen komme ich
auch ins gespräch... und einer will den hut gar aufsetzen und
damit fotografiert werden...

foto by
alli - © - all
rights reserved
abends dann
drehen die porter in payu auf... sie sind guter stimmung und finden
sich zum singen und tanzen zusammen... es herrscht eine sehr
ausgelassene stimmung... irgendwer zieht mich auch mal in den
kreis... klar... das ist schon was
für mich, obwohl mir eigentlich ein bisschen platz fehlt -hihi...
jedenfalls eine schöne sache, das ganze...

nun werden die
weckzeiten für den weitere trek richtung basecamp langsam
unverschämt... 4:30... frühstück 5:00
uhr... es gibt leute, die sowas nicht mehr urlaub nennen *seufz*...
aber was bleibt uns? - oli meint schon mal im scherz, das hätte
der summit ins kleingedruckte schreiben müssen - wenn er auf
expedition ginge, dann würde er davon ausgehen, dass sich vor 7
uhr nichts täte... so war das schliesslich am CHO auch... tja,
sogesehen wird das vorerst nix mit urlaub...
morgens beim
packen geht meist schon das gerangel mit den portern wieder los... es
wird
akribisch gewogen, dass auch bloss nicht zuviel gewicht aufgepackt
wird... aber arbed ist mit der federwaage dabei... und so gibts keine
wirklichen irritationen...
auf dem baltoro
gletscher haben wir mal spass an einem gletschertisch, den luis locker
erklimmt...
mein versuch scheitert kläglich... zum einen an meinen technischen
fertigkeiten - zum anderen aber auch an meinem linken arm, in dem ich
muskelprobleme habe, auf deren verschwinden ich im basecamp hoffe. -
ralf hilft mir
später mal auf den gletschertisch hoch... er selbst konnte
sich mit einem kleinen sprung
hochstützen - ein vorteil seiner grösse... aber ralf ist auch
ein hervorragender kletterer... er klettert im 10 grad... und wie
einige bergsteiger, die wirklich was drauf haben, hat er es auch nicht
nötig, grosses tamtam um seine leistungen zu machen, wie so manch
andere zeitgenossen, die sehr viel wert auf show legen...
in urdokas
bietet sich uns dann erstmals ein nicht nur fantastisches und
einzigartiges, sondern
zugleich auch weltberühmtes
panorama::: die berühmten trango towers... die
kathedrale ... mustaghtower und auch den broad peak haben wir an diesem
tag erstmals
zu gesicht bekommen... das wetter ist uns dabei sehr gewogen... die
sonne brennt unentwegt vom himmel und wir haben eine fantastische
aussicht... hier in der höhe wird es nun doch etwas
kühler, nachdem die sonne erstmal weg ist ... wir messen abends 8
grad im zelt...und
mittlerweile ist
auch
die zeit gekommen, dass ich abends vor dem schlafen gehen noch musik
höre... das ist schön gemütlich im zelt hier in der
höhe und der einsamkeit... eine schöne einstimmung auf
die nacht...

so langsam
schrauben wir uns höher... ich schlafe in der regel gut und
habe auch keine
probleme mit kopfschmerzen... von daher ist der lange anlauf bis zum
berg optimal... in gore II
(4.330m) lagern wir mitten auf dem baltoro
gletscher. - oli hat hier das pech, dass er sich mit einer getrockneten
mango die plombe aus einem schneidezahn zieht... sowas ist
natürlich nicht gut auf einer solchen tour...aber er hat insofern
glück, als dass er keine schmerzen hat...allerdings ist der zahn
nun scharfkantig... und das kann leicht zu folgeschäden
führen...
etwas sorgen
macht mir unsere ziege... sie steht nun nicht mehr auf einem fleckchen
wiese, sondern im schutt des gletschers... nun bin ich ja kein grosser
ziegenkenner... und versuche, ihr was zu trinken zu geben... aber arbed
meint, sie würde nicht trinken... aber ich könnte sie
später mit charpati füttern... das wär was für
sie... die ziege geht mit ins BC und wird dann da geschlachtet werden.
- ganz sicher werde ich von diesem fleisch nichts essen... ein tier,
mit dem ich mich angefreundet habe... das ich gestreichelt habe... kann
ich nicht essen...

hier in gore II
sind wir nun schon recht hoch... ich gehe noch ein bisschen spazieren
und einen hügel hinauf... treffe dort auf arbed und unterhalte
mich mit ihm... in
gsprächen mit einheimischen fällt immer wieder auf, dass sie
fragen, ob
man verheiratet ist und wieviele kinder man hat... in paktistan ist es
üblich, zu
heiraten... die
partner werden von den eltern ausgesucht... und man hat auch kinder. -
keine kinder zu haben ist auffällig. - freundschaften zwischen
mann und
frau sind ebenfalls nicht üblich... es sei denn vielleicht
innerhalb
der familie...
sobald
die
sonne weg geht, wird es nun hier oben kalt... und es ist teils
windig...ich schlafe weiterhin gut
hier oben... habe keine anzeichen von höhenkrankheit... keine
kopfschmerzen... aber ich habe ein leichtes kratzen im hals... eine
erkältung bahnt sich an... das brauche ich nicht wirklich...
07.07. -
von Gore II über Concordia nach Sharma 4.775m
am freitag, dem
07.07. erwartet uns dann ein ganz besonderes highlight... der
ConcordiaPlatz mit Blick auf den K2...WOW!!! mehr
kann man dazu nicht
sagen... concordia ist für BergFreunde ganz sicher auch einer der
absoluten glanzpunkte dieser erde... wir haben zudem noch das
glück eines wolkenlosen himmels...

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dieses
glück wird nicht jedem zuteil... und es gibt sicher genügend
fälle, wo trekker und bergsteiger hier nichts gesehen haben, weil
ihnen das wetter nicht gewogen war... man befindet sich auf einem
hochplateau auf etwa 4.500m höhe und hat rundrum einen
gigantischen ausblick ... absolut dominierend und einfach eine
"WahnsinnsKiste" ist der K2 - der berg der berge...

bis zu seinem
gipfel schaut man noch mal über 4.000m in die höhe...einfach
gigantisch...aber auch die anderen berge sind nicht von schlechten
eltern... der GIV direkt vor uns... mit dem broad peak ein weiterer
8.000er... und dann die mächtige und schöne chogolisa mit
auch noch 7.665m... der masherbrum mit seinen 7.821m... einfach eine
gewaltige kulisse, wie man sie auf unserer schönen erde wohl
selten, wenn überhaupt noch, vielleicht im EverestGebiet findet...

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an diesem tag
lagern wir in sharma (4.775m)... es geht nun, so kurz vor dem
basecamp über endlose moränenlandschaft...
die porter sind nun nicht mehr
soviel schneller als wir... unser
L.Öchen schwächelt inzwischen immer mehr... er ist schon
seit tagen morgens um 5 uhr vor uns los gegangen, weil er
langsam ist
und sonst noch viel später ins lager käme... er
hat dauernd
irgendwelche wehwehchen...

die porter
nehmen ihr lager unterwegs in "SteinZelten" - sprich::: ebene
plätze im geröll
- oft auch etwas abgesenkt - die mit steinmauern umgeben sind und
über die sie dann eine mitgeführte plane werfen... in dieser
behausung kochen und schlafen sie... sie sitzen darin am offenen feuer
und es geht gemütlich zu bei ihnen... die porter hier auf dem bild
sind
guter stimmung und singen ... man sieht diese "PorterStellPlätze"
überall an den typischen lagerorten unterwegs auf dem trek ins
BC...

nun steht uns
die letzte TrekkingEtappe ins
basecamp bevor ...mir gehts insgesamt gut - etwas
negativ ist, dass sich meine erkältung hier oben leider
doch festzusetzen scheint, wenngleich sie nicht schlimmer geworden ist... meine
stimmung ist jedoch sehr relaxt...

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kurz vorm
basecamp... schon auf der moräne, laden mich ein paar unserer
porter, die am wegrand rasten, zum mitessen ein... sie bieten mir
charpati und tee an... ich nehme die einladung an... ihre charpati
schmecken mir weit besser als die, die wir immer bekommen...

und so
erreichen wir schliesslich endlich das entlegene basecamp. - dieses
liegt im
militärischen sperrgebiet...und
eine gewisse sensibilät im umgang mit dem militär ist
nicht nur in pakistan, sondern in jedem land angebracht (wie wir
später auch noch hautnah erfahren sollten)...

ich
finde die lage unseres BCs zunächst nicht so toll... wir haben
unseren platz ganz am unteren ende der moräne und demzufolge einen
weiteren weg zum einstieg auf den gletscher, wenn wir zum CI wollen. -
doch zunächst
schaffen wir im geröll ZeltPlatformen für unsere zelte und
bauen dann unser
mannschaftszelt auf - ein prototyp von VauDe...
das zelt ist doppelwandig und damit relativ warm... leider fehlen
fenster und ablagenetze innen... diese AusstattungsDetails werden
sicher vorhanden sein, sollte das zelt je in produktion gehen. -
für uns ist das fehlen dieser features allerdings kein so grosses
problem...

nach
einiger zeit löst sich dann auch die runde unserer porter auf,
nachdem die
gelder und auch das trinkgeld zur allseitigen zufriedenheit verteilt
sind ...
und auch teimoor und arbed verlassen uns morgen am nächsten
morgen... rosi, der küchenjunge und
manowar, unser koch, bleiben uns erhalten... speziell rosis bleiben
freut mich sehr... er ist ein supernetter bursche... und das sollte
sich die ganze zeit über im BC bestätigen... er hatte nicht
einen einzigen aussetzer oder schwäche... wirklich ein toller
mensch...
08.07.-10.08. Das
Basecamp wird nun lange Zeit unser "Zuhause" sein
nun beginnt das
tägliche lagerleben... es gibt noch so einiges vorzubereiten ...
aber wir haben ohnehin zunächst einmal zwei ruhetage, bevor es
dann weiter nach oben zum CI gehen wird. - unser L.O. hat nun doch noch
die segel gestrichen... wegen anhaltender höhenprobleme und
halsschmerzen ist er weiter unten in einem MilitätCamp geblieben
und wird nachkommen.

wir lernen nun
auch unsere beiden HighPorter kennen::: Kambar Ali und Jaffar Ali...
die beiden sind auch noch nicht aklimatisiert und bitten drum, dass sie
nicht gleich soviel tragen müssen, sondern erstmal mit 12,5 kg
losziehen dürfen. - zudem haben beide keine höhentauglichen
schlafsäcke... das ist eine sache, um die sich die agentur zu
kümmern hat...jaffar meint, er hätte in skardu in den
geschäften nichts geeignetes gefunden... später löst
sich das problem dann, indem wir bei der amical-gruppe von einem
teilnehmer 2 schlafsäcke abkaufen können...
am ersten tag im BC habe ich in den morgenstunden leichte
kopfschmerzen, die aber später verschwinden... meine
erkältung wächst sich nun langsam auch aus... was mich
ziemlich ärgert... irgendwie kommt mir der gedanke, dass ich mit
dem anfänglichen durchfall und nun der erkältung schon
ziemliche stöcke zwischen die beine geworfen
bekomme... herbert möchte mich am
liebsten in quarantäne stecken... das ist ganz amusant... er setzt
sich einen morgen mit elisabeth und alli beim
frühstück nach draussen, weil er so vor ansteckung
sicher zu sein glaubt... aber dafür hab ich die erkältung
schon viel zu lange... und natürlich bin ich niemandem böse,
der sich
vor ansteckung schützen möchte... das kann er mir jederzeit
offen sagen und braucht nicht versteck zu spielen...
an den
nächsten beiden tagen ist material zu ordnen... die riegel
werden verteilt... am 2. tag im BC lässt meine erkältung auch
nach. - unser L.O. ist mittlerweile auch angekommen... er ist ein
ziemliches weichei... und lässt den HerrenMenschen ziemlich
raushängen...tagsüber nistet er sich im küchenzelt ein
und wenn er z. b. eine tasse möchte, dann ruft er dem
küchenjungen zu: "tasse!" - und der gibt ihm dann eine. - nachts
hat
L.Öchen in seinem zelt angeblich angst gehabt
und ist ins küchenzelt umgezogen... er ist mit seinem zelt nicht
zufrieden und will ein ebensolches haben, wie wir als teilnehmer der
expedition auch haben... dabei ist das problem einerseits sein
anspruchsdenken... andererseits sein verhalten... er hat bisher immer
was zu nörgeln gehabt und war mit seiner ausrüstung nie
zufrieden. - ein punkt dabei ist zudem::: wenn er die ausrüstung
wenigstens
benutzen würde... aber er läuft z. b. im schnee in sandalen
durchs BC... es geht ihm nur ums geld... ein einziger schlimmer
materialist...
einerseits
beginnt nun im BC das bequeme leben... an den tagen wo wir unten sind,
gehts uns sehr gut... der tag beginnt in der regel morgens um 8 uhr mit
frühstück, wenn nichts besonderes ansteht... mittags um 13
uhr gibts mittagessen und abends um 19 uhr wird zu abend gegessen...
dazu kommt dann noch kaffeetrinken um 16 uhr...
das wetter ist uns bisher mehr als gut gesonnen... die pakistani
sprechen von
einem JahrhundertSommer... die bedingungen am berg sind excellent...
die temperaturen im BC liegen tagsüber bei ca. 30 grad... und
abends, wenn die sonne weg geht, was so gegen 17 uhr der fall ist,
liegen die werte bei ca. 8 grad... und sinken bis zum schlafen
gehen um etwa 21 uhr auf 3 grad... das nenn ich
WarmduscherExpedition... zumindest im vergleich mit den bedingungen am
Cho Oyu oder ShishaPangma ...
für den
11.07. ist unser erster aufstieg zu CI geplant - ein
MaterialTransport... wir wollen diese möglichkeit noch nutzen
bevor ab 11.07. dann eine periode von 4 SchlechtWettertagen angesagt
ist...gegessen wird schon um 18 uhr, weil
wir um kurz nach mitternacht aufbrechen werden...
11.07. Aufstieg
zwecks MaterialTransport bis kurz vor CI, 5.900m
Um 00:45 uhr
werden wir geweckt... 1 uhr frühstück und aufbruch um 2 uhr.
- der grund für den mitternächtlichen aufbruch ist der
gletscher, über den der weg zum CI führt::: unterhalb geht
man durch den gletscherbruch, der später auf das GletscherPlateau
führt... problem ist die sonne... wenn diese raus kommt, wird es
auch schon morgens sehr früh, sehr schnell so heiss, dass zum
einen durch die hitze der aufstieg sehr mühsam wird - zum anderen
aber auch der schnee aufweicht und das gehen sehr erschwert wird. -
entscheidender ist aber das thema sicherheit::: der gletscher ist von
spalten durchzogen... und die SpaltenBrücken werden durch die
sonne augeweicht, womit das risiko eines SpaltenSturzes enorm steigt...
das versucht man natürlich zu vermeiden... von daher also der
start um mitternacht...

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im
gletscherbruch müssen wir manchmal nach dem weg suchen... es gibt
zwar MarkierungsFähnchen, aber die werden durch die sonne schnell
ausgeschmolzen und fallen dann um... sind nicht mehr sichtbar...
zwischendurch geht es zwei FixseilStellen hoch, die aber kein grosses
problem darstellen und auch ohne seilklemme gut zu bewältigen
sind...

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auf dem
GletscherPlateau müssen wir uns dann anseilen... wir gehen in 2
seilschaften... ich bin mit oli, ralf kambar und siggi verdrahtet...
dabei zeigt sich, dass siggi nur begrenzt höhentauglich ist... er
ist sehr langsam ... wir wechseln desöfteren die positionen im
seil, um zu besserer harmonie zu finden... noch schlimmer wird
das ganze auf dem rückweg... wir
haben keine zeit zu verschenken, da die sonne schon heftig brennt...
meine alarmglocken bimmeln schon längst und siggi will
längere pausen einlegen... ich bin kurz vor dem platzen... hinzu
kommt, dass der kerl in seiner goretex-jacke rumläuft und viel zu
dick angezogen ist... kein wunder, dass er am ende ist... und bei
meiner aufforderung, die pause möglichst kurz zu halten, verzieht
siggi das gesicht als wollte er jeden moment in tränen ausbrechen
und lässt sich erschöpft zur seite fallen... nach dieser
erfahrung steht für mich fest::: das war das erste und letzte mal,
dass ich mit siggi im seil gegangen bin... er ist in der höhe
völlig überfordert... und hat hier ganz eindeutig nichts zu
suchen... so langsam wird er für mich bergsteigerisch zum roten
tuch...

der aufstieg
ist schon sehr anstrengend... wir sind an diese höhe noch nicht
angepasst... und die sonne brennt erbarmungslos... wir beschliessen,
nicht bis zum CI zu gehen, da der rückweg über die spalten
durch die sonneneinstrahlung schon zu gefährlich werden
könnte...so richten wir also ein depot ein... luis markiert es und
ortet es auch mit dem GPS, damit wir es auch im falle, dass es durch
schneefall verdeckt werden sollte, wiederfinden können...
unsere
HighPorter haben sich bisher nicht grad durch besondere motivation und
einsatzwillen hervor getan... so richtig "frisch" scheinen sie nicht zu
sein... kambar verliert beinahe seinen rucksack, den er abgestellt hat,
und der sich dann selbstständig macht...ins rutschen gerät in
richtung auf eine spalte zu... zum glück bleibt er liegen und
kambar kann ihn bergen. - mit den HighPortern gibt es immer wieder
stress und diskussionen, wenns um die planung ihrer nächsten
einsätze geht... sie beklagen sich immer über irgendwas...
jaffar jammert, er wäre "an old man" - er ist 48... dann wollen
sie statt 17 kg nur 12,5 tagen... und ewig nerven sie mit was anderem.
mir drängt sich unwillkürlich der vergleich mit den
ClimbingSherpas in nepal auf... die sind aus anderem holz geschnitzt...
unsere beiden
HighPorter haben lange nicht dieses format und mir kommen sie oft eher
jämmerlich vor... es macht keinen spass mit ihnen... es ist
einfach auch einstellungssache... wirklich eher unerfreulich insgesamt. -
mag sein, dass die mentalität insgesamt anders ist... und die
berufsauffassung... aber wenn dem so ist, dann kann ich nur sagen, dass
mir die pakistanische arbeitsauffassung der HighPorter zuwider ist...
wenn ich meinen job so ausüben würde, wäre ich
längst rausgeflogen... mal davon abgesehen, dass es mir keinen
spass machen würde, mit einer solchen arbeitseinstellung zur
arbeit zu gehen...

der absteig hat
es letztlich auch in sich, weil sich der gletscherbruch noch endlos
hinzieht... und die sonne tut das ihrige dazu.. nachts im aufstieg
fällt mir die weite des eisbruchs nicht
so auf... aber nun, wo man nur noch ins BC zurück will und kaputt
ist, zieht es sich endlos... der weg ist auch bei tageslicht
nicht immer leicht zu finden... wenn man ihn verfehlt, steht man
schnell mal vor unüberwindlichen hindernissen im eis und muss
wieder zurück gehen... bzw... nach einer ausweichmöglichkeit
suchen... das kostet wieder zeit und kraft... auf dem bild oben sehr
schön zu sehen die mittelmoräne, auf der das basecamp
liegt... und im eisbruch unterwegs die beiden personen...
wieder im
BC zieht
dann abends wirklich das angesagte schlechte wetter ein... es beginnt
bei 7
grad zu regnen... beim schlafen gehen ist es wieder trocken und hat 3
grad... die wolken hängen nun tief über den
gletschern...heute ist der geburtstag des Aga Khan und
überall auf
der moräne sieht man lichter, die die pakistani zu diesem
anlass angezündet haben...

12.07. - 16.07.
Schlechtes Wetter hält uns im BC fest
am 12. ist das
wetter zwar nicht mehr wirklich gut, aber die sonne findet doch noch
den weg durch die wolken, so dass wir überlegen, nachts auf CI zu
gehen, um erneut material hoch zu schaffen... aber am abend zeigt sich
dann, dass das ganz sicher nichts werden wird, weil es zu schneien
beginnt... es schneit die ganze nacht hindurch und auch am
nächsten morgen schneit es weiter... der tag vergeht mit essen ...
lesen... zelt
aufräumen... elisabeth geht mit jaffar die beiden schlafsäcke
bei amical holen...

über die
dauer des gesamten aufenthalts im BC ist auch das essen ein
thema... was anfangs einen sehr guten eindruck macht, erweist sich mit
der zeit doch als sehr eintönig... es gibt ca. im täglichen
wechsel safranreis mit gemüse und dalbat... und reis pur mit
gemüse und dalbat... zwei- oder dreimal gibts mal nudeln, die
allerdings nicht gut zubereitet sind, viel zu weich und in zu
kaltem wasser gekocht.. der nachtisch wiederholt sich so alle drei
tage. - mir drängt sich immer wieder der vergleich mit nepal
auf... und da schneidet pakistan schlecht ab. - in nepal ist die
gesamte organisation einfach auch seitens der agentur perfekt... und
waljis liefert hier keine befriedigende leistung ab... da wurde einfach
zuviel gespart seitens der
agentur... die mannschaft besteht nur aus dem koch und einem
küchenjungen... das ist in nepal anders... ein sirdar ist eine
grosse hilfe im lager und nimmt viel unruhe raus... es geht alles
reibungsloser. - sollte ich nochmal auf eine 8.000er expedition gehen,
so
würde ich auf jeden fall nepal oder tibet vorziehen... zum
einen, weil mir die kälteren temperaturen, wie z. b. am cho oyu
oder ShishaPangma gefallen, aber eben auch wegen des ganzen
drumherums... das ist in nepal einfach besser... es hat mir immer spass
gemacht, kontakt zu den sherpas zu bekommen... aber mit unseren
HighPortern - nee, da vergeht mir alles bei deren jämmerlichen
Haltung... von unserem L.O. mal gar nicht zu reden...

die tage nun
bei schlechtem wetter haben ihren eigenen charme... vor allem
abends im zelt zu liegen und musik zu hören ist für mich
etwas, was ich sehr geniessen kann... in den folgetagen halten wir uns
immer bereit, nachts zum CI aufzubrechen, wenn das wetter aufklaren
sollte... aber zunächst mal schneit es in einem fort...
zwischendurch kommt auch mal
heftiger wind auf...
wir
bekommen immer wieder mal besuch von anderen expeditionen...
eine nette gruppe von 5 tiroler bergführern ... dann kommen mal
gäste von amical... im vorfeld zwar konkurrenz für den summit
club, aber auf den expeditionen selbst geht man freundschaftlich
miteinander um... auch die guides kennen sich ... und falls nötig,
hilft man sich auch gegenseitig...

amical bietet
uns an, dass wir ihre zelte bis CIII mitbenutzen
dürfen... es steht jeweils noch ein zelt auf lager I, II und III
für herrmann, einen teilnehmer, der mit der gesamten
gruppe am 10.
juli nicht auf den gipfel gekommen ist und es gerne noch einmal
versuchen möchte. - da er unmöglich alle drei zelte abbauen
kann, werden wir dafür die zelte dann mit runter bringen... so
wäscht eine hand die andere...
16./17.07.
Aufstieg auf CI mit folgender Übernachtung
endlich wieder
in die höhe gehts dann in der nacht vom 16. zum 17. - der eisbruch
ist hart gefroren und sehr gut zu begehen...
unterwegs kommt mir plötzlich angel ins hirm spaziert... ich sehe
sie so vor mir hergehen... und sie schaut sich nach mir um... eher wie
ein hund... und sie macht sich mit ihrem schicken PelzMäntelchen
sehr gut in diesem gelände... bei einem kurzen stopp erzähle
ich alli davon... und alli erzählt mir später, dass nun
wiederum sie angel auch nicht mehr aus ihrem kopf raus bekommen hat
-hihi...

dieses mal bin
ich letzter mann im seil mit
herbert, jaffar, elisabeth und alli... das funktioniert sehr gut... wir
sind recht flott, wobei uns aber in nähe des CI in der
mittlerweile wieder brütenden sonne doch die kräfte so
langsam ausgehen... die gefährlichkeit des gletscher bekommen wir
auch zu spüren::: elisabeth sackt einmal tief in eine spalte
ein... aber wir haben aufgepasst und eli
kann sich wieder rausarbeiten... wir gehen ca. 8 stunden bis CI... die
andere gruppe braucht wesentlich länger, weil anfangs siggi
wieder sehr langsam ist...und später dann javier, der einen
schwachen tag erwischt hat... bei eintreffen auf CI sind luis und die
dynas schon da... ich bekomme nun von luis die aufgabe,
standplätze für die zelte platt zu treten... das ist
notwendig, weil die zelte sonst im weichen schnee sofort einsinken
würden... und es ist eine schweinearbeit. - herbert hilft mit und
wir beginnen auch schon, zelte aufzubauen... luis und die dynas gehen
noch mal abwärts um die 3 seesäcke aus dem depot hoch zu
schaffen... dabei treffen sie unsere 2. seilschaft, die einen der
säcke auf die gruppe aufteilen und hochschaffen ...

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bei ankunft auf
CI gings mir noch blendend... aber die folgenden 3 stunden arbeiten in
der prallen sonne haben das gründlich geändert::: ich habe
nun starke kopfschmerzen und bin froh, endlich im zelt zu liegen... die
andere seilschaft ist inzwischen auch eingetroffen... alli hat mit
elisabeth schon mal wasser für alle gekocht... während wir
mit den zeltplattformen und zeltaufbau beschäftigt waren...

inzwischen
gehts mir gar nicht mehr gut... und dann kommt mal wieder der hammer:::
siggi ist zwar endlich auch da, sieht aber überhaupt nicht ein,
sich um den
aufbau seines zeltes zu kümmern, was noch nicht steht... und luis
ruft uns von draussen ins zelt hinein, ob oli und ich ihm mal beim
aufbauen helfen
könnten. - klar, gegenseitige hilfe ist das A&O einer solchen
tour... und ob einer
mal mehr oder weniger als der andere macht, ist nicht so
entscheidend... aber SORRY::: siggi??? der setzt sich immer ins
gemachte nest...tut kaum was... und ich seh absolut nicht ein, dass
ich, wo´s mir so mies geht ihm auch noch helfen soll...
mir ist nun
klar, dass ich zuallerst viel trinken muss... das problem ist dabei
nur, dass mein magen auch sehr empfindlich ist... und ich nicht
wirklich gut was trinken kann... es geht immer nur so schluckweise...
aber ich bleibe am ball. liegen kann ich auch nicht gut... aber ich
setze mich halb aufrecht gegen den rucksack, den ich vor die zeltwand
gelehnt habe... das ist eine position, in der ich es gut aushalten
kann. - später in der nacht geht es mir dann endlich besser... die
kopfschmerzen verschwinden... und ich kann auch
wieder
besser trinken... die ganze nacht hindurch trinke ich immer wieder mal
wasser...
JAU!!! - DER
HAMMER is dann aber mitten in der nacht mal wieder siggi... er geht zu
luis ans
zelt... und sagt laut::: "Luis, ich hab da ein Problem!" - Klar, nun
ist jeder im Umkreis wach... und ich denke::: was ist denn nun schon
wieder los??? -
und dann kommts... luis fragt::: "Ja was, Siggi?" - Und dann der
Hammer::: "Ich hab kein ToilettenPapier." - Ich traue meinen ohren
kaum... hab ich das richtig gehört??? Oli und mir bleibt die
spucke weg - der kerl hat kein
ToilettenPapier und weckt andere dafür mitten in der nacht auf. -
was zum teufel will dieser hansl auf einer expedition und in dieser
höhe??? - schon abends gabs mal einen anderen hammer... da war die
kartusche von siggis kocher leer... und er wusste sich nicht zu
helfen... fragte luis, was er machen sollte... und wie er die kartusche
tauschen könnte... klar, luis´ antwort lautete:::
abschrauben... und
dann fragte siggi doch tatsächlich, wie rum er denn drehen
müsste...und dann hatte er wohl auch
probleme, luft zu
kriegen, wenn er lag. - dazu meinte luis, dann sollte er am
morgen mit den beiden HighPortern, die material hochbrachten, wieder
absteigen... und er könnte, wenn er wollte, auch ganz aus dem BC
raus gehen... oder auch mal mit dem arzt der
österreicher sprechen, wenn dieser nicht selbst irgendwo in
der höhe wäre...oder halt im BC mal nach nem anderen arzt
schauen...

siggi war mit
der höhe und den
abläufen ganz klar völlig überfordert. - und mir wurde
auch
klar, dass ich luis' job nicht machen könnte... denn bei sowas wie
siggi hätte ich nicht die ganze expedition über so ruhig
bleiben können... ich hab mich wenns irgend ging von siggi fern
gehalten... sonst hätt ich wohl irgendwann nicht mehr an mich
halten können...
17.07. Ruhetag
auf CI - Vorstoss einer Gruppe zu CII
am morgen
wurden wir dann schon früh geweckt, weil luis, bene, basti, ralf
und javier einen transportgang zu CII machen wollten... siggi
fühlt sich berufen, laut durchs lager nach basti, bene und ralf zu
rufen...
vorbei ists mit der ruhe... wie gesagt, in bezug auf siggi muss
ich mich mittlerweile schwer beherrschen...
gegen 7:30 uhr
erscheinen unsere beiden HighPorter und bringen - wie vereinbart - das
material... um dann gleich wieder abzusteigen... siggi hatte sich
inzwischen wieder eingekriegt und wollte doch oben bleiben...

die jungs
kommen
mittags vom CII zurück... waren nicht bis ganz dorthin gekommen,
weil es aufgrund des guten wetters und der vielen aufsteigenden, dort
oben an einem "FlaschenHals" einen stau gab... also legten sie das
material ins depot und stiegen wieder ab...
die sonne
knallt hier oben dermassen heiss aufs zelt, dass man es nur aushalten
kann, indem man die schlafsäcke als schattenspender aufs zeltdach
legt. die jungs, die heute auf CII waren, wollen morgen wieder hoch und
dort übernachten... AkklimatisierungsTechnisch ist das aus meiner
sicht unsinnig... und ich würde mich dem nicht anschliessen. -
dass herbert nun unbedingt mit auf CII will, wundert uns nicht
weiter... und
dass er, wenn kein anderer hochgegangen wäre, allein sicher auch
nicht gegangen wäre, zeugt nur davon, dass er sehr an luis
klebt... vermutlich aus angst, den gipfel nicht zu
erreichen, wenn er seinen eigenen vorbereitungsrhythmus geht... dass in
seinem gefolge auch elisabeth mit geht, ist ebenfalls keine
überraschung... eine überraschung ist da schon eher, dass
auch
siggi mit will... einfach unglaublich, der kerl... erst kommt er kaum
ins CI... dann ist er so krank, dass er wieder absteigen will...und nun
will er gleich weiter zu CII... naja, mit vernunft hat das alles nichts
zu tun... und mit selbständigem bergsteigen schon gar nicht...

oli und ich
haben uns besprochen... auch mit alli... sie schwankt zwischen
hochgehen und unten bleiben...sieht auch die gefahr für die
akklimmatisierung, hat aber andererseits bedenken, dass ihr vielleicht
die kraft am ende fehlt, wenn sie sich oli und mir anschliesst... wir
werden morgen auch zum CII aufsteigen und einen materialtransport
dorthin machen... dann wieder absteigen... einen ruhetag auf CI
machen und den folgetag dann wieder auf CII steigen und dort
übernachten. - aufgrund meiner erfahrungen am CHO bin ich mir
dieses vorgehens sehr sicher... und oli sieht es ähnlich. - wir
sind uns auch einig, dass uns zur vorbereitung auf den gipfel die
übernachtung auf CII reichen wird und wir nicht auch noch auf CIII
übernachten werden... wie da die strategie der anderen aussieht,
weiss ich nicht...
18.07. Aufstieg
zu CII
und so
geschieht es... morgens um 4:15 uhr starten wir zu CII... das wetter
ist bewölkt... so wie es der wetterbericht vorher gesagt hat...
aber das stört uns nicht - im gegenteil... am berg sind schon
etliche bergsteiger unterwegs... an den teilweise schweren
rucksäcken kann man erkennen, dass es für viele wohl der
gipfelgang sein wird... schon bald trennen sich olis und meine wege...
ich habe probleme, dass ich aus den steigeisen rutsche... so ein
scheiss... ich hatte die steigeisen extra daheim schon angepasst, um
vor überraschungen dieser art sicher zu sein...
später im BC kann ich das problem lösen, indem
ich den vorderen bügel verstelle...

der aufstieg
geht bei diesem wetter und ordentlichen bedingungen recht gut voran,
obwohl wir ja nicht an diese höhe angepasst sind... wir legen
unser material nach eintreffen der restlichen gruppe auch am
depot vor dem engen steilstück ab, wo schon das material von
gestern
liegt...oben bedankt basti sich bei mir, dass oli und ich diesen
materialtransport gemacht haben... nun, das gehört nun mal dazu...
sie haben dasselbe ja gestern auch gemacht... dafür gibts nichts
zu danken, wie ich finde... aber es war eine nette geste... dann
machen oli und ich, dass wir schnellstens wieder
runter ins CI kommen...oli erzählt mir später, dass die dynas
wohl sauer auf herbert und eli sind, die kein material zu CII
hochgetragen
haben... und sich ins gemachte nest setzen... das war dann wohl der
grund, dass basti sich bei mir bedankt hat ...
von den anderen
haben wir auch erfahren, dass siggi mal wieder sehr langsam ist... kurz
unterhalb von CI treffe ich auf ralf... wir unterhalten uns
für eine weile, bevor wir uns dann trennen... ralf ist wirklich
ein sehr netter mensch und eine absolute bereichung auf dieser
expedition... tief unten, am beginn des letzten langen steilhangs,
am einstiegspunkt der fixseile, treffe ich dann siggi... und ich
unterhalte mich kurz mit ihm und sage ihm meine meinung zu seinem
tun... ich denke einfach, dass es ihm irgendjemand mal sagen muss, dass
er erstens sich gefährdet und zweitens auch noch andere... ich
sage ihm sachlich
und freundlich, dass ich denke, dass er hier nicht weiter hinauf
gehört, sondern runter... der hammer ist dann wieder siggis
antwort::: er hätte kein problem mit der höhe, sondern nur
ein
konditionelles problem... ich erläutere ihm daraufhin noch einmal
den fall von cédric am cho oyu. - wie kann man so unwissend und
naiv sein wie siggi??? - was anderes ist denn eine schwache kondition
hier oben, wenn kein problem mit der höhe??? - was, wenn er
zwar
irgendwie hoch- aber nicht mehr runter kommt, weil er oben ein
ödem bekommt? - ich muss mich schon sehr, sehr wundern... - Sigi
bedankt sich
zwar bei mir, aber verstanden hat er nichts. - Wenn siggi bisher
für mich vor allem bergsteigerisch ein rotes tuch war, so wurde er
zu dem zeitpunkt so langsam auch menschlich ein rotes tuch für
mich, weil er völlig egoistisch war, ständig nur an sich
dachte...

abends stimmen
wir per funk mit luis ihre und unsere weiter strategie ab... sie wollen
morgen material auf CIII bringen... und dann von dort auf CI absteigen
und am nächsten tag dann runter ins BC ...während oli und ich
morgen ruhetag machen werden und dann wie geplant zu CII aufsteigen und
dann dort übernachten wollen... und am folgetag dann von CII ins
BC absteigen wollen...
nach dem
AbendFunk
mit uns spricht luis auch noch mit michi, einem der beiden guides der
amical gruppe... und das ist auch wieder ein hammer::: sie haben vom
militär die vorgabe bekommen, innerhalb von 72 stunden das BC zu
verlassen und in Skardu zu erscheinen. - grund ist eine geschichte, die
herrmann, verursacht hat::: um sich im BC ein wenig bewegung zu
verschaffen, ist herrmann die mittelmoräne weiter hoch bis ins
militärische sperrgebiet gegangen... daraufhin haben ihn die
miltärs ermahnt und gebeten, das zu unterlassen... und was macht
der kerl??? - am nächsten tag spaziert er genau dort wieder rum...
und prompt sind die militärs wieder zur stelle. - diesmal
beschlagnahmen sie seinen fotoapparat wegen spionageverdachts... und
teilen ihm mit, dass er noch von ihnen hören werde... und genau
das ist
nun der fall. - michi und david weilen auch noch im BC, weil sie
am GI noch eine schwierige route erstbegehen wollen. - das können
sie
nun abhaken... und michi ist entsprechend sauer auf herrmann... zumal
der sich auf CIII befindet und gar nicht dran denkt, abzusteigen,
sondern im gegenteil zum gipfel will... ihm ist in keinster weise
klar, in welcher lage er sich befindet...und michi bittet luis
über funk, er möge
herrmann runtertreten, wenn er ihn oben anträfe...

gegen 15 uhr
kommt dann überraschend siggi ins CI... er ist ca. 100m
über CII aufgestiegen und dann umgekehrt... die nacht auf CII hat
er
wohl gut überstanden, meinte aber für den aufstieg zu CIII
wäre er zu platt gewesen. - das wetter ist schlechter als
erwartet... es schneit überwiegend. - siggi berichtet, herrmann
hätte ihn im abstieg überholt und wollte wohl noch runter ins
BC...
der tag vergeht
mit kochen und plaudern... oli gibt preis, dass er von freunden
"öli" genannt wird... weil er früher das nummernschild seines
kleinkraftrads immer vom öl befreien musste, damit es lesbar war.
- weiterhin träumen wir skurrilerweise hier am fuss eines
achtausenders vom aufstieg auf den mt. blanc im nächsten jahr ...
ein "projekt", das wir schon länger im visier haben... gemeinsam
mit ein paar anderen leuten, wie cédric & eve... meinem
seilpartner christof nebst ein paar seiner gefährten...

im AbendFunk
teilt luis mit, dass sie 3 zelte auf CIII aufgebaut
haben... dass er herrmann morgens um 10 uhr auf CIII aus dem zelt
"getreten" hat (((herrmann wollte in der tat weiter zum gipfel, aber
luis hat ihm gesagt, das wetter würde schlecht - sonst wäre
herrmann wohl oben geblieben))). - morgen um 5 uhr wollen sie aus CII
ins BC absteigen. - grad als luis uns bitten will, mal für david
zu
schauen, ob wir herrmann auf CI entdecken können, funkt david,
dass er herrmann unten im gletscherbruch entdeckt hat. - er ist also
allein abgestiegen... ein nicht unerhebliches risiko, allein über
den gletscher zu gehen... leichtsinn
- und glück gehabt...
21.07. Aufstieg
und Übernachtung auf CII
der wecker
steht mal wieder auf 3:30 uhr... da es heute mit -10 grad relativ kalt
ist, beschliessen wir, noch bis 4 uhr im schlafsack zu bleiben... ich
komme gegen 4:45 uhr ca. 15 min später als oli vom zelt weg... ich
habe auch
immer noch mal wieder probleme mit dem rechten steigeisen...

schon bald
treffen wir auf unsere absteigenden gefährten... wir tauschen uns
kurz aus und weiter gehts... wie wir später erfahren, hat herbert
wohl eine schwäche beim abstieg von CII nach CI gehabt... was wohl
auf dehydrierung zurück zu führen ist und drauf hindeutet,
dass der ablauf der letzten tage vermutlich zuviel für ihn war...
- als die sonne raus kommt - ich befinde
mich unterhalb des letzten langen fixseils unter CII - wird es
brutal... der schnee wird sofort weich... und der neuschnee von gestern
macht den aufstieg zusätzlich schwer. - für den aufstieg
ab CI bis zur querung oberhalb von CIV und auch wieder für den
gipfelhang ist kennzeichnend, dass es immer sehr steil hoch
geht... es gibt keine flachstücke dazwischen, so wie z. b. am cho
oyu... allerdings sind dafür die etappen auch kürzer und
direkter. - solange man nicht in die sonne kommt und der schnee noch
hart ist, kommt man gut voran... aber sobald die sonne kommt, wird es
sehr anstrengend...
kurz unterhalb
CII an der EngStelle, einem ca. 10m hohen senkrechten Steilstück,
treffe ich basti und bene... schon extrem, was die beiden da auf
ihren skiern treiben... und auch die abfahrten sind wohl oft ein sturz
ins leere... die beiden waren wohl heute morgen ein zweites mal auf
CIII und sind von dort abgefahren... für den aufstieg haben sie
heute wohl 2,5 std benötigt - die anderen gestern 3,5
std... sie sind schon sehr stark, die dynas...
ich treffe um
10 uhr auf CII ein... oli ist schon über eine stunde da... den
rest des
tages liegen wir im zelt...das wetter ist sonnig und im zelt ists sehr
warm... ausser uns ist keiner im camp... wir haben jeder ein zelt
für uns... ich habe den schlafsack aufs dach gelegt, damit
die temperaturen einigermassen erträglich bleiben... 50 grad
sind im zelt auch in dieser höhe schnell mal erreicht. - ich
fühle mich gut, habe keine
kopfschmerzen... trinke ständig irgendwas... und nach einiger zeit
geht der puls wieder runter... alles perfekt also...

22.07. Abstieg
CII ins BC
die nacht
über gehts mir gut, aber geschlafen hab ich nur wenig... wecken
ist wieder um 3:30 uhr... das wird am ende der expedition schon zum
spass::: immer wenn luis eine weckzeit bekannt gibt, kommt
schon als vorlaute stereotyp: "3:30 uhr"... wir
frühstücken kurz, wobei wir uns nicht mit kochen aufhalten,
sondern kaffee mit bereits am vorabend gekochten wasser aufgiessen...
das spart zeit für den aufbruch... ich starte um 4:30 uhr - oli
ist wie meist kurz vor mir weg - und erreiche nach ca. 1,5 std CI. -
ich konnte alles mit dem achter abseilen, weil niemand im aufstieg
war... und das spart viel zeit...
luis hatte uns
über funk noch gebeten, dass wir einen sack material von herrmann
mit
runterbringen sollten, der sich noch auf CI befand... dieser sack
erweist sich als grösser und
schwerer als wir zunächst dachten... und so wirds also wieder
nichts mit einem
leichten rucksack... aber sogesehen ist das eben auch
der preis für die amical-zelte, die wir mit benutzen
dürfen... eine
hand wäscht die andere... aber leicht ist das zeugs wirklich
nicht...

ich lande um
10:10 uhr im BC, wo herrmann mir schon entgegen kommt... er hat auf die
dinge gewartet, in der hoffnung, dass wir noch früh genug runter
kommen, bevor er gehen muss... er benötigt von seinen sachen nur
wenige... er hätte auch gar nicht alles mitnehmen können...
schon vom volumen her nicht... es waren wohl filme in dem
beutel, die er nun mitnehmen kann... er lässt uns zum dank einen
"willi" und ein stück speck da...
ich fühle
mich sehr gut und hab zum erstenmal das gefühl::: ich werd den
gipfel schaffen... so ähnlich wie damals am CHO, nachdem ich mit
pasang über maiti gesprochen hatte... den tag über wasche ich
noch ein paar sachen aus... wasche auch mich selbst, was ich immer
unten am gletscherbach mache, wenn die sonne scheint... ist zwar sau
kalt, das wasser... aber es ist frisch und fliessend... die alternative
wäre eine schüssel warmes wasser aus der küche...aber
damit verteilt man nur die seife auf der haut... und duschen
können wir im duschzelt auch, wenn wir wollen... aber vom
sauberkeitsfaktor sehe ich keinen unterschied zu ner wäsche... und
vom komfort her brauch ich das nicht...
dann nehme ich
mich noch meiner steigeisen an... verstelle mit viel mühe und
mithilfe zweier zangen den vorderen bügel ein loch nach vorn...
und damit passt der schuh dran drauf...
später
erfahren wir dann, dass die österreichische NaturfreundeExpedition
einen Teilnehmer auf CI hat, der höhenkrank ist... sie bitten uns
um hilfe...aber mit immerhin 25 teilnehmern kriegen sie das am ende
doch selbst hin... der kranke ist ein arzt... und er bringt sich selbst
mit medikamenten soweit auf die beine, dass er mit hilfe seiner
kameraden absteigen kann... später wird er aus dem BC dann mit dem
heli ausgeflogen...

sehr amusant
wirds dann nach dem abendessen im mannschaftszelt... es findet sich
eine runde zum würfelspiel ein...
und irgendwann stösst rosi dazu... den grössten spass haben
wir als basti ihm das spiel erklärt...
23.07. - 25.07.
Ausruhen im BC für den Gipfelangriff
die
nächsten 3 tage verbringen wir bei schönem wetter im BC, um
uns für den GipfelAngriff auszuruhen und vorzubereiten... meist
ist diese phase auf expeditionen eine zeit, wo es in gruppen zu
spannungen kommen kann, z. b. wenn aus platzgründen nicht alle auf
einmal auf die hochlager gehen können und mehrere gruppen gebildet
werden müssen, die dann zeitversetzt gehen...das risiko des
wetterfensters ist oft ein entscheidender punkt, wenn das wetter
für
die folgetage schlechter zu werden verspricht... es gibt also deutliche
interessen, die dann vertreten werden und naturgemäss kollidieren
können...
zunächst
plärrt auch unser L.Öchen mal wieder rum... er ist mit seinem
schlafsack unzufrieden ... er hätte sich einen ArmeeSchlafsack
leihen müssen, weil seiner nicht gut genug wäre... und auch
seine Schuhe - gemeint sind die steigeisenfesten PlastikBergstiefel -
wären nicht gut genug... das ist einfach zu lächerlich...
denn er wird im leben nicht auf steigeisen stehen... geschweige, dass
er in höhen käme, wo er thermoschuhe
bräuchte... luis ist nicht zu beneiden, sich
immer wieder sein gejaule anhören zu müssen... und ihn
andererseits bei laune halten zu müssen, damit er uns nicht
ernsthafte schwierigkeiten macht...

am 25. abends
bringt Javier von den spaniern wieder eine wetterprognose mit, nach der
es am 27. und 27. schlecht werden soll... und danach dann wieder gut...
das bedeutet zunächst weitere ruhetage im BC... andererseits gibts
natürlich immer mal wieder auch strategische überlegungen...
als luis mal andeutet, dass er evt. heute nacht mit basti und bene
aufbrechen wollte...um den gipfel noch vor eintreffen des schlechten
wetters anzugehen, beginnt herbert sofort auch seinen rucksack zu
packen... oli, alli und ich beraten uns dahingehend, dass es für
uns schwachsinn wäre, heute nacht hoch zu gehen... zum einen war
die ruhephase noch nicht lang genug... zum anderen müsste man CIV
überspringen und von CIII aus starten... und warum solche
belastungen eingehen, wenn wir überhaupt noch nicht annähernd
unter zeitdruck stehen??? - es bleibt aber letztlich für alle bei
der spekulation... weder die dynas noch luis gehen... und herbert
dann natürlich auch nicht...
derweil sieht
das geplante szenario für die gipfeltour bei uns am 24.07 so aus,
dass:
do: 27.07,
--> CI
fr: 28.07.
--> CII
sa: 29.07.
--> CIII
so: 30.07.
--> CIV
mo: 31.07.
--> Gipfel
Abstieg -->
CII oder höheres Lager
problem wird
bei diesem plan sein, dass es oben eng zugehen wird,
weil vermutlich
auch andere expeditionen auf dieselbe zeitplanung kommen werden... oli
und ich denken bereits über einen aufstieg um einen tag versetzt
nach, da das wetter nach hinten raus gut bleiben soll... damit
würden wir dem "trubel" entgehen und hätten unsere ruhe in
der
höhe... wir hätten natürlich auch die möglichkeit,
am 27. mit auf CI zu gehen und dort noch einen tag auszuruhen. -
herbert fragt siggi mal, ob er zum gipfel wolle... und siggi antwortet,
er wolle alles ihm mögliche tun. - mein gedanken dazu sind, dass
er dort nicht hingehört...und sich - und mglw. andere mit - in
gefahr bringt... nämlich dann, wenn er oben krank wird, und andere
ihn
mglw. runterholen müssen... und siggi ist ganz offensichtlich viel
zu schwach und psychsich und physisch weit überfordert. - für
mich steht in dem moment der entschluss felsenfest, dass ich auf dieser
expedition - und auch keiner weiteren unternehmung - nicht mehr mit
siggi im seil gehen werde... ich will nicht von ihm abhängig
sein... das könnte mich das leben kosten... das erlebnis mit
cédric am CHO war mir eine lehre... und cédric war gut
trainiert, während siggi sich bisher nur schwach präsentiert
hat, sowohl physisch als auch psychisch... und wenn es zum CI hochgeht,
dann sehe ich nicht ein, dass ich
für solch einen völlig überforderten egoisten auch nur
eine minute länger durch die heisse sonne gehe als unbedingt
nötig. - etwas anderes ist es, wenn jemand mal einen schlechten
tag erwischt oder gar verunglückt... das kann jedem passieren...
und dann bin ich der erste, der gas gibt um
ihm zu helfen... aber was siggi da treibt ist schwachsinn mit ansage -
und ich habe mich nicht ein halbes jahr speziell auf diese tour
vorbereitet, auf sehr viel verzichtet und bin hierher gekommen, um
einen selbstgefälligen völlig überforderten siggi
irgendwie mit hoch zu ziehen, bis der an seine grenze kommt - das seh
ich absolut nicht ein...

zwischendurch
zicken unser HighPorter auch mal wieder rum... sie wollen statt 16
kartuschen
nur 8 tragen... und unser L.O. mischt sich lauthals ein... ich
könnte luis job hier in pakistan wirklich nicht machen - ich
würde wohl explodieren, was der sache sicher nicht förderlich
wäre ...immer ist was anderes... oft auch völlige
unprofessionalität ... sind es nicht die fehlenden
feuerzeuge, dann sind es fehlende TaschenlampenBatterien...immer andere
KleinMädchenGeschichten...
den
nächsten tag, den 25.07., verbringen wir auch noch im BC... ich
spreche mit oli wegen siggi... und wir einigen
uns, luis wegen eines 2erSeils zu fragen... wir werden keinesfalls mit
siggi im seil gehen. es wäre langsam an der zeit, siggi mal zur
rede zu stellen, denn es könnte sonst passieren, dass er nach dem
gletscherbruch, wo wir uns dann anseilen, allein dasteht und keiner mit
ihm im seil gehen will... und das erst dort oben zu klären
wäre unfair... alli, oli und ich hocken bei mir im zelt... und
diskutieren das thema... dann kommen elisabeth und herbert dazu...
schliesslich auch luis. ich bringe das thema zur sprache, zumal luis
mit den dynas evt. schon heute nacht auf CI will... damit wäre
dann das
problem mit siggi ungelöst... luis meint dazu, es wäre kein
problem, wenn wir eine kleinere seilschaft bilden würden... und
damit ist das problem für mich erst einmal vom tisch... oli, alli
und ich werden also ggfs.eine dreierseilschaft bilden... ralf
zeigt sich in einem weiteren gespräch zunächst bereit, mit
siggi zu gehen, nimmt aber später auch abstand davon, weil er auch
sieht, dass man für den gipfel seine kräfte und reserven
nicht so leichtfertig verschleudern sollte... in dieser
konstellation ist
das problem mit siggi zwar nicht endgültig gelöst, aber
mit ihm zu sprechen ist nun luis aufgabe...

lustig wirds
dann beim mittagessen, wo auch wieder das thema "aufstiegsstrategie"
zur sprache kommt. - nun bekommt siggi zum erstenmal mit, dass evt.
schon heute nacht eine gruppe starten will... und er überlegt,
dass das ja für ihn sehr gut wäre, weil er dann noch einen
ruhetag auf CI verbringen könnte... von denen, die heute nacht los
wollen, sagt dazu keiner was, ausser ralf, der nun plötzlich doch
meint, wenn diese gruppe nun "verschärft" zum gipfel ginge,
könnte man ja nicht solange unterwegs sein, wie siggi
bräuchte...aber dann schliesst er an::: man müsste erstmal
das wetter abwarten... luis meint dazu nur, die seilschaften
müssten sich halt finden. - ab diesem zeitpunkt steht für
mich fest, dass ich auf jedenfall z e i t v e r s e t z t zu Siggi
gehen werde::: geht er heut nacht, bleibt für mich alles beim
alten...geht er nicht heute nacht, gehe ich heute nacht mit, obwohl ich
das eigentlich nicht für richtig halte... aber der wunsch, siggi
aus dem wg zu gehen, ist mittlerweile so stark, dass alles andere
hinten
an steht. - ich möchte keinesfalls riskieren, oben auf dem
gletscher zu stehen und zu erleben, dass irgendwer doch noch mitleid
bekommt und siggi mit ins seil nimmt... in dieser seilschaft
möchte ich dann keinesfalls sein...und ich finds einfach
unglaublich, dass ein solch unfähiger und völlig
überforderter typ die chance bekommt, denen, die sich gewissenhaft
vorbereitet haben - und auhc das erreichen des gipfels "drauf" haben
(und das sehe ich für alle anderen als realistisch an), so die in
die planung einzudringen... normalerweise hätte man ihm sagen
müssen, dass er da oben nichts zu suchen hat...und wenn er gern
mal auf 7.000m höhe will, dann soll er halt ne expedition auf eine
7.000er machen, aber nicht eine 8.000er expedition mal eben spontan
buchen und diese dann zu behindern...bzw. sich mitschleppen zu lassen
und sich immer ins gemachte nest zu setzen... siggi sagt sogar einmal,
dass ihm bewusst ist, dass er sich immer ins gemachte nest setzt - was
an seiner langsamkeit läge...und er wolle dafür
irgendwann einmal was in eine allgemeine kasse zahlen. - was glaubt der
kerl??? ich sage an dem abend zu alli, dass ich erstens von siggi
überhaupt kein geld will...und dass er mir 10.000 euro anbieten
könnte... dann würd ich ioh immer noch nicht mit ihm im seil
gehen...hier gehts nicht um geld, sondern für mich darum, dass ich
ein ziel erreichen möchte, auf dass ich sehr viel aufwand im
vorfeld verwendet habe... das ist mit keinem geld der welt zu bezahlen.
- ich spreche auch noch mal mit ralf, der meint, ich sollte es so
machen...und auch mit alli und oli. wenn man siggi einfach nach gut
dünken machen lässt und ihm keiner sonst was sagt, dann
sollen die mit ihm gehen, die jetzt schweigen...ich hab auch siggi
deutlich - und sachlich - gesagt, was ich von seinen ambitionen,
aufzusteigen, halte...

gegen 17uhr
kommt dann der wetterbericht von charly gabler::: es soll am 27. und
28. schlecht werden... also donnerstag und freitag...danach dann aber
samstag und sonntag perfektes wetter kommen soll...und der montag dann
zwar noch gut, aber schon feuchter werden soll...und damit beschliessen
wir, dass wir alle heute nacht starten werden...
desweiteren
ereilt uns die traurige nachricht, dass ein spanier wohl oben in der
querung auf 7.600m höhe fehlgetreten und gestürzt ist, und
nun nicht mehr auf eigenen beinen gehen kann... es sind wohl 2
kameraden bei ihm...aber hilfe von anderen expeditionen ist nicht zu
erwarten, da im moment keiner sonst oben ist...die spanier schicken
wohl leute hoch... darunter auch ein arzt...
26.07. Gipfelangriff
- BC --> CI
los gehts um
2:15 uhr bei +2 grad... auf dem gletscher wirds dann allerdings schnell
kälter... der weg durch den bruch zieht sich endlos und ich
empfinde ihn als ätzend... ralf opfert sich nun doch für
siggi und geht mit ihm und Javier im seil... um 8:45 uhr erreichen wir
CI... ich bin zwar kaputt, aber es geht mir sehr gut... wir bekommen
die info, dass der verunglückte spanier sich wohl über nacht
erholt hat... sie haben die nacht wohl im biwaksack und in
daunenkleidung auf dem schnee zugebracht... und der verunglückte
hat wohl zwar stärkere schmerzen bekommen, aber dafür ist
wohl sein gefühl in den beinen auch zurück gekehrt, so dass
er mit unterstützung seiner kameraden aus eigener kraft absteigen
kann... wir freuen uns mit ihm... denn wenn er nicht auf die beine
gekommen wäre, hätte es nicht gut ausgesehen... zwei der
aufsteigenden spanier waren wohl auf CIV aber einer von ihnen selbst
schon so angeschlagen, dass er mediikamente nehmen musste...der
arzt war mittlerweile wohl auf CI...
im zelt auf CI
ist es sehr heiss... wir sortieren unsere sachen für den weiteren
aufstieg...ich nehme nur das nötigste mit und habe es diesmal auch
geschafft, nicht zuviel unnötiges mit auf CI zu schleppen... das
wird sich im abstieg positiv auswirken... einen 30kg rucksack wie am
cho oyu vor zwei jahren werde ich nicht haben...

später
legen wir die zeltbesatzungen für CII fest... wir müssen zu
dritt ins zelt... ich werde mit alli und luis ein zelt teilen. -
luis verhandelt dann noch lange mit den portern darüber, was sie
nun auf CII hochtragen sollen... wie üblich heulen sie ziemlich
rum... sind mit dem essen nicht zufrieden und wollen charpati aus dem
BC... DAS sind probleme... warum machen sie diesen job, wenn er ihnen
so wenig gefällt? - warum nehmen sie nicht charpati mit hoch, wenn
sie welche wollen? - wenn ich was anderes als puren oder safran reis
will, hätte ich das auf dieser expedition auch von daheim
mitbringen müssen...naja...die einstellung dieser HighPorter ist
mit denen der ClimbingSherpas in nepal wirklich nicht annähernd zu
vergleichen...
27.07. Gipfelangriff
- CI --> CII
die nacht ist
ruhig verlaufen... wir sind um etwa 20 uhr zur nachtruhe
übergegangen und ich habe überwiegend gut geschlafen... nach
einem schnellen frühstück starten wir um ca. 4:30 uhr
richtung CII... obwohl ich auf CI nochmal alles mögliche
aussortiert habe,
ist mein rucksack SchweineSchwer, wie ich finde...in d i e s e m leben
wird aus mir wohl kein HighPorter mehr werden - und auch kein
MöbelPacker...
beim losgehen
ist es zunächst recht frisch... ich hab die daunenjacke
angezogen.
- am letzten fixseil vor CII kommt dann die sonne auf den hang... und
damit wandert die daunenjacke mit auf den rucksack und gesellt sich zu
der dort schon aufgeschnallten RidgeRestMatte. - im übrigen habe
ich mich auch entschieden, die ThermARestMatte mit hoch zu nehmen...die
wiegt zwar auch wieder 600 gr... aber ohne sie zieht es vom boden her
zu kalt hoch... und wenn man in der höhe schon nicht gut schlafen
kann, dann soll es zumindest im schlafsack warm sein... zudem ist ein
warmer schlafsack - wie die dauenkleidung auch - für den notfall
eine SicherheitsReserve, wie man sehr schön auch am beispiel des
verunglückten spaniers sehen kann. - auf halbem weg kommt mir der
verunglückte spanier entgegen... er geht langsam und in begleitung
eines kameraden und eines HighPorters, die ihm das schwere gepäck
abgenommen haben, aber es sieht nun sehr gut für ihn aus...

um 8:30 uhr
erreiche ich nach einer ziemlichen anstrengung das untere CI... hier
mache ich erstmal
pause... und etwas später kommen auch ralf und herbert, die nach
mir gestartet sind... weiter geht es über den kleinen hang
richtung des steilstücks... hier geht ralf vor und
zieht unsere rucksäcke hoch, bevor wir dann folgen... diese
etappe war für alle brutal - und auch basti und bene sind
geschafft. - von siggi, der sich bei unserem start vor seinem zelt auch
startklar gemacht hatte, keine spur...
wie nicht
anders zu erwarten klappt das mit alli und luis im zelt perfekt... wir
haben das ja am mustagh ata schon erlebt... man könnte also fast
schon von "eingspieltem team" sprechen. - über funk bekommen
wir nun einen geänderten wetterbericht von den
österreichern... und da sie ihn auch von charly haben, nehmen wir
ihn ernst::: es soll nun schon sonntag und auch danach nicht mehr
schön sein... und das führt zu einer änderung unserer
strategie::: wir werden nun vom CIII aus den gipfel angehen - und CIV
auslassen. - im grunde kommt mir diese strategie entgegen, weil
ich nicht von der kraft-, sondern eher von der ausdauerseite her komme
- sprich::: CIV auslassen bedeutet auch, nichts dort hinauf schleppen
zu müssen...dafür allerdings statt der sonst 600
höhenmeter von CIV, nun 1.100 von CIII aus machen zu
müssen... aber bisher haben zudem bisher die gipfeletappen in
grosser höhe immer zu meinen stärksten etappen gehört...
nachmittags
verschlechtert sich das wetter dann... also genau so, wie es der
wetterbericht auch angekündigt hat... um kurz vor 17 uhr kommt
dann tatsächlich auch noch siggi - wir hatten nicht mehr mit ihm
gerechnet... bezeichnenderweise sind seine ersten worte::: "wo
ist mein domizil?" - es gibt leute, die drauf kotzen könnten...
für ihn ist es normal geworden, sich immer ins gemachte nest
zu setzen - naja...desweiteren nervt er luis mit
dämlichen fragen... er bräuchte morgen einen ruhetag und ob
denn die "wegweiser zum CIII" für ihn ständen (jemand der ihn
zum gipfel getragen hätte wär sicher das beste gewesen)...
wir können nur
"kotzen"...aber luis trägts mit professioneller fassung...
vorübergehend
hatte ich leichte kopfschmerzen, die aber schnell vergehen... wir
kochen, was das zeug hält... trinken ist mehr als wichtig... es
macht einfach spass mit luis und alli im zelt... gegen 20 uhr
läuten
wir dann die nachtruhe ein...

28.07. Gipfelangriff
- CII --> CIII
heute kommt die
aus meiner sicht letzte BrutalEtappe... und ich beschliesse, mir zeit
zu lassen, um alle kraft und reserven möglichst für den
gipfeltag zu konservieren. - um 3:30 uhr heisst raus aus den federn...
und um ca. 5 uhr starte ich richtung CIII. es ist kühl und das
wetter ist - wie fast immer - sehr schön - um diese zeit
natürlich noch schattig... der weg ist wieder sehr direkt und
steil... später erreicht die sonne den hang und es wird trotz der
zunehmenden höhe ziemlich warm... vor mir geht Javier, der es auch
nicht besonders eilig hat...und hinter mir kommt noch herbert.
gegen 9:15 uhr
erreiche ich CIII... ich fühle mich gut...es ist wenig los hier
oben... ein paar andere wollen das WetterFenster ebenfalls nutzen...
für mich unerwartet haben wir sogar mehr als ausreichend zelte zur
verfügung. zum einen das von amical zusätzlich - und ein
weiteres einer spanischen expedition, die aus krankheitsgründen
nicht aufsteigen konnten... dieses zelt ist vom sturm in
mitleidenschaft gezogen und hat eine stange der apsis gebrochen. aber
als luis mir sagt, dass ich es nutzen könnte, ist das für
mich sehr verlockend... ein einzelzelt auf CIII ist schon ziemlich
exclusiv... wir finden einen möglichkeit, die apssis
herzurichten... wenn auch nicht perfekt...aber mir reicht es, dass sie
irgendwie steht und ich in der apsis kochen kann... der rest ist mir
nicht wichtig... es ist einfach genila, sich da oben ausbreiten zu
können und frei in seinen entscheidungen und gewohnheiten zu sein,
ohne jemamden zu stören oder gestört zu werden... ich
räume einige sachen der spanier, die im zelt rumliegen, zur seite
und mache mich meinerseits breit... ich verbringe die zeit mit
kochen... nachmittags trübt sich das wetter ein...gegen 20:30 uhr
komme ich zur ruhe...für die gipfeletappe habe ich den kleinen
superleichten TrekkingRucksack gepackt...

28.07.- 29.07.
CIII --> CIV --> Gipfel --> CIV --> CIII
bereits um
21:40 uhr geht luis durchs lager und weckt uns...das wetter it klar und
ich schätze die aussentemperatur so auf -10 grad. - ich koche
wasser für die flaschen und fülle eine mit mineraldrink- die
andere mit einem brühwürfel...zum ersten mal kommt nun auch
die daunenhose zum einsatz. - weniger weil es so kalt ist, sondern
mehr, weil ich sie auch als sicherheitsreserve für den notfall
sehe. von den temperaturen her würde mir eine gefütterte
gore-hose, die ich auch dabei habe, völlig ausreichen... es ist
nicht annähernd so kalt wie vor 2 jahren am cho oyu, wo es -30
grad hatte...im übrigen trage ich meine altbewährte
"GipfelKleidung", die sich in den wintern auf dem rennrad bei ebenfalls
manchmal sehr tiefen temperaturen bestens bewährt hat...
um ca. 23 uhr
starten wir von CIII - es geht zunächst einen schneehang hinauf,
aber schon bald gehen wir über loses geröll und schutt...
hier heisst es eng beieinander bleiben, da erhebliche SteinschlagGefahr
herrscht. es macht keinen grossen spass, dieses gelände mit
steigeisen aufzusteigen... und diese passage zieht sich ziemlich in die
länge...ich habe das gefühl überhaupt nicht an höhe
zu gewinnen... und nach ca 5 stunden erreichen wir endlich CIV auf ca.
7.400m höhe... dieses hochlager is eine art ZeltFriedhof. - hier
stehen zahllose verlassene, von ihren besitzern zurück gelassene,
und von schnee und sturm zerstörte zelte... einfach unglaublich,
dass sich in dieser höhe ein solcher schrottplatz ansiedeln kann.
- vermutlich spiel tauch eine rolle, dass das leider bestehende
schlechte vorbild zur nachahmung ermutigt... man findet auch defektes
material, wie z. b. zerrissenes gurtzeug. - sowas nimmt man
normalerweise mit den berg hinunter... aber hier ist wohl eher die
devise::: wo schon soviel müll liegt, kommt es auf das eine teil
auch nicht mehr. - das problem ist nur, dass SO wohl viele zu denken
scheinen, was mir unverständlich ist... aber bei den massen an
defekten zelten und anderem schrott, die sich hier oben nun findet,
müsste man schon eine organisierte aktion durchführen, um das
zu beseitigen. und solange man das nicht tut, wird sich der schrott
hier oben vermehren, weil viele denken, wo schon soviel rumliegt,
kommts
auf ein teil mehr oder weniger nicht an...

nach einer
kurzen pasue geht es nun weiter über die querung hoch in richtung
zum sattel... man merkt nun die zunehmende höhe... alli gehts
zwischendurch mal nicht so gut... aber das ist in dieser höhe
nicht weiter verwunderlich - ich lade sie auf zwei becher meiner
brühe ein... und danach gehts dann wieder besser... der weg zum
sattel hoch zieht sich... wir scheinen ihm nicht näher zu
kommen...und wenn wir den sattel erreicht haben werden, kommt ja noch
der eigentliche gipfelhang... es wird ein sehr langer tag werden... die
dynas und auch ralf und Javier sind ein stück vor uns... und immer
in unserer nähe sind jan und einer seiner teamgefährten von
der tiroler expedition. - gemeinsam mit jan lege ich meinen rucksack
unterhalb des letzten steilen auftiegs unterhalb des sattels ab. - ich
führe nur die nötigsten dinge in den taschen meiner
daunenjacke mit... sehr wichtig::: auch die glücksbringer
müssen natürlich weiter mit hoch... um ca. 8 uhr erreichen
wir endlich den sattel, wo wir in die sonne kommen und eine
längere rast einlegen. ich esse ein powergel und trinke viel
dazu... an sich mag ich dieses zeugs nicht sehr...aber irgendwo muss
die energie für den weiteren aufstieg (und späteren abstieg)
ja herkommen...
um 8:40 uhr
gehen wir weiter... diejenigen die bisher noch rucksäcke dabei
hatten, lassen sie nun hier im depot zurück... wir haben noch 274
höhenmeter vor uns... und der gipfelhang liegt nun voll in der
prallen sonne... und selbst in dieser höhe wird es nun sehr
warm... der weitere weg wird nun sehr mühsam... die höhe
kostet einfach sehr viel kraft und die sonne tut ein übriges...
olli und ich legen schliesslich unsere dicken daunenjacken ab und
sicher diese mit einer eisschraube in einem depot... es ist einfach zu
heiss. - zwar gibt es später dann immer wieder mal ein paar dicke
wolken und auch ein paar schneeflocken... aber das wetter ist ingesamt
sehr gut und für diese höhe ungewöhnlich mild...

unterwegs kommen uns dann mal basti und bene auf ski entgegen... sie
waren schon auf dem gipfel und schauen nun, dass sie schnell wieder
runter kommen... in der abfahrt sind die ski natürlich schon
schön schnell... aber man sollte sich nicht täuschen...
anstrengend ist das ganze trotzdem. so kämpfen wir uns also weiter
in die höhe... der gipfel scheint so nah und doch so fern... er
ist nun hier oben vorwiegend in dünnen wolken und nur diffus zu
erkennen... wir brauchen nun viele pausen... ali ist ein stückchen
vor uns... während alisabeth und herbert meist vor mir sind...
dabei nimmt elisabeth rücksicht auf herbert... sonst wäre sie
sicher ebenfalls weiter vor... mir ist jedes tempo recht. ich will
keine rekorde aufstellen und einfach nur den gipfel erreichen... ob nun
etwas früher oder später ist mir nicht so wichtig - und wir
sind immer noch sehr gut in der zeit...unterwegs kommen uns auch andere
bergsteiger entgegen, die im abstieg begriffen sind. - luis verlegt
gelegentlich noch fixseil... ein absteigender österreicher
belächelt dies und meint, wenn man einen sicheren stand
hätte, bräuchte man hier kein fixseil. - und genau in dem
moment verliert seine partner ihren stand und stürzt ein
stück den hang hinunter... zum glück verletzt sie sich nicht
ernsthaft - was auch aus einem solchen sturz erwachsen kann, haben wir
am beispiel des spaniers erlebt.
auch jan ist immer in unserer nähe, geht unser tempo,
während sein gefährte ein stück zurück bleibt. - am
ende geht es noch einmal etwas steiler bergan im fixseil... einmal lege
ich mal einige meter in schnellerem tempo zurück, was zwar geht,
aber dazu führt, dass ich danach eine entsprechende
verschnaufpasue brauche... viel sinn macht sowas nicht - ein
gleichmässiger rhythmus ist trumpf... und möglichst sorgsam
mit seinen kräften umgehen... immerhin möchte ich auch noch
gesund wieder herunter kommen. - ralf kommt uns im abstieg entgegen und
macht uns mut für die letzen meter...

eeendlich dann ist das ende wirklich in sicht... die ca. letzten 30 m
liegen vor uns... es geht nun im fixseil auch bei den vor mir
steigenden ziemlich langsam... und die bequemste art für diese
letzten meter ist, einfach auf knieen voran zu roben, wenns wieder ein
stück vorwärts geht... ich mache einen kleine abstecher zur
seite und stecke mir zwei kleine steinchen ein, die lose herum
liegen... etws später dann erreiche ich den ausstieg auf den
sogenannten reitergrad. - der ausstieg erinnert mich ein wenig an den
ausstieg zum CI am pumori. hier ist es nicht ganz so steil wie am
pumori... und reitergrad schwingt sich nun nach links über ca. 40
m ... er ist allerdings nicht besonders schwierig zu begehen::: es gibt
zur chinesischen seite hin eine gut ausgetretene spur... allerdings
kann ich mir vorstellen, dass der grat in anderen jahren, wenn nur 3
oder 4 expditionen am berg sind, schwer zu begehen ist, wenn es keine
spur gibt...
...
und so erreiche ich nach einiger
anstrengung und diversen tritten des inneren SchweineHundes um 13:05
uhr
den
gipfel des Gasherbrum II, mit 8.035 m der kleinste der 14
AchtTausender...

(Anmerkung zur
Höhe: es gab in den letzten jahren neue messungen, nach denen
shishapangma 8.013m bzw.8.027m sein sollte und damit niedriger als der
GII. die letzte messung im jahre 2006 hat die ursprgl. höhe -
8.046m - der shisha jedoch wieder bestätigt)
auf dem gipfel
sind einige bergsteiger versammelt - und exclusiverweise mit alli und
elisabeth gleich zwei frauen gleichzeitig - das ist sicher eine
seltenheit... dem anlass gemäss scheint nun auch wieder die pralle
sonne...auch wenn es insgesamt um uns rum sehr wolkig ist. - die
aussicht ist aber genial... man sieht das ganze umliegende panorama -
allen voran den K2, der wirklich ein mächtiger berg ist, der alles
andere noch weit überragt... darunter mit broad peak und
gasherbrum
I zwei weitere achttausender... und mit GIII und GIV weitere berge
knapp unter achtausend... nun fällt die anspannung ab... und es
gibt einige umarmungen und glückwunsche untereinander... ein
besonderer moment für alli und mich, da wir lange zeit sehr
intensiv auf diesen moment hin gearbeitet haben... und in engem
austausch standen...
wir haben hier oben bedingungen wie auf einem alpenviertausender... es
ist absolut mild - kein wind... und der gipfel lädt zum verweilen
ein... wir schiessen einige fotos... und machen uns dann wieder an den
abstieg... luis nun auf ski... das ganze hat schon sehr viel kraft
gekostet. wir sind alle platt... und auch luis meint, dass das
skifahren auch nicht so gut ginge...
für mich lautet das erste gebot nun: volle konzentration auf den
abstieg... auch wenn die beine müde sind... ich gehe daher relativ
langsam und sehr konzentriert... ich möchte nicht durch einen
ausrutscher irgendetwas riskieren... und klar, man könnte schon
die hänge runterschlittern... aber eine dummer ausrutscher - und
das kann das ende sein, hier oben... der spanier, dem das passiert ist,
war mir wieder eine deutliche warnung... mein rucksack liegt auch noch
an der stelle, wo ich ihn abgelegt hab. jans ist schon weg...er ist vor
uns. - nun sehen wir bei tageslicht auch das wahre ausmass des unrats
auf CIV... ein wahrer ZeltFriedhof...

unterhalb von CIV geht es wieder in die GeröllPassage... bei
tageslicht sieht man nun sehr schön, wie gefährlich das ganze
ist... nur loses zeug liegt rum... alli bittet vorgehen zu
dürfen... dazu müssen wir anderen ihr einen vorsprung geben,
bis sie ausser reichweite der steine ist, die jeder zwangsläufig
lostritt, wenn er hier entlang geht... die alternative ist, eng
zusammen zu bleiben... nach alli gehen dann oli und ich voran.. und
herbert und elisabeth warten hinter uns... ich fühle mich noch
ziemlich gut und stark - und habe mir meine kräfte gut
eingeteilt... ich könnte schneller absteigen... zumal das wetter
nun auch umgeschlagen ist... es hat begonnen zu schneien... und wir
sind in wolken ...haben also schlechte sicht... die daunenjacke,
die mir vorher zu warm warm im abstieg, habe ich längst wieder
angezogen... und es beginnt auch langsam zu dämmern... irgendwie
gehts mit oli nicht so gut voran... irgendwann schliesse ich zu ihm
auf... und er hockt im schnee und meint, er wäre völlig
fertig. - wir sind nicht mehr weit vom CIII entfernt... und nun
heissts, oli irgendwie dorthin zu schaffen... die aussicht auf eine
nacht im schnee hier draussen ist nicht sehr verlockend. - herbert und
elisabeth schliessen zu uns auf... und elisabeth meint, sie wolle oli
übernehmen. - derweil ist es schon realtiv dunkel... und wir haben
orientierungsprobleme aufgrund der zusätzlich schlechten sicht
durch den nebel und schnee...doch irgendwann sehen wir lichter... und
das kann hier oben nur CIII sein... während elisabeth sich um oli
kümmert bin ich ein stück voran, um den weg
auszukundschaften... und nachdem das lager in reichweite ist, erwacht
oli zu neuen kräften...
wir erreichen CIV um ca. 19:30 uhr... alli war um 19 uhr dort... ich
gehe zu luis´ zelt und melde uns zurück... es ist nicht ganz
sicher, ob siggi hier oben ist... und luis bittet mich, im lager rund
zu gehen und allen zu sagen, dass für morgen wecken um 7 uhr
angesagt ist... und er meint, es könnte sein, dass siggi auch
im lager ist... dass er evt. mit in meinem zelt läge - und wenn es
so wäre, sollte er mal zu ihm kommen - er wolle ihn sprechen ...
au weia... das wär ja wirklich DER ALPTRAUM gewesen::: siggi in
meinem zelt... mittlerweile hat sich das wetter zu einem leichten
schneesturm ausgewachsen... zunächst habe ich ein paar
schweierigkeiten, den reissverschluss meiner apsis zu öffen, die
ja nur notdürftig repariert ...und wieder eingestürzt ist ...
als ich es endlich geschafft habe, steigt die spannung, ob siggi nun da
ist oder nicht... und ein erster blick ins dunkle zelt gaukelt mir vor,
dass da jemand liegt... SCHOCK!!! - aber im lichtg der stirnlampe dann
erweist sich das zum glück als täuschung. - ich bin froh, nun
endlich im schlafsack zu liegen... und brauche noch einige zeit, bis
ich mich wieder "etabliert" habe... draussen heult der wind und der
peitscht mir den schnee in die apsis, die ich etwas offen lasse, weil
ich noch wasser koche... ich esse suppe... und trinke noch viel... ich
bin ziemlich dehydriert...und trinken ist das erste gebot... ich habe
ausserdem eine leichte bronchitis... so dauert es also noch bis 23:30
uhr, bis ich zum schlafen komm. - ich vermisse nun etwas meine
sigg-flasche, die mir im abstieg oben in der querung aus dem aussennetz
des rucksacks gefallen ist und den hang runter in eine gletscherspalte
geglitten ist... shit happens... aber für den abstieg reicht mir
dir thermoskanne. - was mir aber nun fehlt, ist der fusswärmer
für den schlafsack...

30.07. - 31.07.
Abstieg CIII --> CI --> Basecamp
am 30.07 werden
wir morgens um ca. 7:45 uhr geweckt... in der nacht bin ich gegen 3:30
uhr wach geworden und habe ca. 1 std musik gehört. ich habe keine
grosse lust, so früh aufzustehen... und hatte über nacht die
hoffnung, dass die träger später kämen, aufgrund des
schlechten wetters - aber diese hoffnung schmilzt in der morgensonne
schnell dahin... es gibt also keinen pardon... auffi gehts... nach
einem kurzen frühstück heissts zusammenpacken... es herrscht
allgemeine aufbruchstimmung im lager. die meisten steigen heute ab...
ein paar österreicher bleiben allerdings oben und haben den gipfel
noch vor sich. - durch einen brand, verursacht durch einen kocher in
der zeltapsis verlieren sie ein zelt... das zelt steht sofort in
flammen, die dann allerdings auch von selbst wieder schnell
erlöschen. - man muss schon sehr aufpassen mit feuer im zelt...
zum glück haben die österreicher genug zelte hier oben... und
es ist auch keiner ernsthaft zu schaden gekommen... auch oli hat sich
von seiner gestrigen erschöpfung wieder gut erholt - keine
probleme also...
Unser heutiges ziel ist CI - morgen dann gehts weiter ins basecamp...
luis verschenkt auf CIII noch ein paar kartuschen und einen kocher an
die österreicher... ich überlasse einem ösi eins meiner
feuerzeuge, da seins defekt ist. - dann gehts los in den ersten
steilhang unterhalb von CIII. luis hat uns gebeten hier ein neues
fixseil zu verlegen, da das dort befindliche nicht mehr gut ist... es
hat viele knoten und ist für das abseilen mit achter nicht mehr
gut zu verwenden. ralf verlegt das seil... und wir haben einige
wartezeit, bis es richtig verankert ist. in der zwischenzeit werden ein
paar tschechen ungeduldig, weil es nicht weiter geht... es gibt einen
kleinen disput... und wir lassen sie ziehen... mit dem hinweis, das
alte seil zu benutzen... als wir dann unser seil liegen haben, will
einer der tschechen vor mir in dieses seil.... nun ists aber gut... ich
sage ihm klar und deutlich, dass er dieses seil nicht verwenden soll...
und sein kollege, der im alten seil schon weiter unterhalb ist,
schimpft nun von unten zu ihm hoch, er solle das alte seil verwenden...
letztlich ist unsere ganze gruppe im neuen seil schneller den hang
unten als die tschechen im alten seil. ihr erster mann hat im ausstieg
arege probleme, den achter aus dem seil zu lösen, da er zu nah an
einen knoten gegangen ist und das seil unter starker spannung steht. -
im nächsten seil dann lässt ralf, der am ende geht, die
tschechen wieder vor, weil sie wieder maulen, wir hätten sein seil
blockiert, wo er mit dem achter fest hing... aber das stimmt nicht,
zumal wir ja im anderen seil waren... der kerl hat eindeutig ne
macke... später dann bleiben die tschechen weit zurück. - um
ca. 12 uhr erreiche ich CII, wo luis mit den hochträgern wartet. -
hier rasten wir kurz, trinken etwas... diejenigen, die hier noch
privates material zurückgelassen hatten, übernehmen dieses
wieder (ausser siggi natürlich, der sein zeug einfach hat liegen
lassen, worüber auch luis sauer ist)... wir nehmen auch noch einen
kleinen anteil mannschaftsgepäck auf und um 12:45 uhr gehe ich
weiter richtung CI...

direkt unterhalb von CII gibt es nun eine beachtliche spalte...
aufgrund der sonneneinstrahlung und fortgeschrittenen tageszeit ist der
schnee sehr weich und tief...einmal sinke ich so tief ein, dass ich
meinen fuss kaum wieder aus dem schnee bringe... alli, die nach mir
losgegangen ist, passiert ähnliches...und sie kann sich selbst
nicht mehr befreien... bekommt aber sogleich hilfe von ein paar
österreichern, die auf ihrer höhe sind und ebenfalls
absteigen... die spalte liegt nicht offen, hat brücken... aber es
ist nicht ganz ungefährlich, sie zu überqueren. - ich werfe
meinen rucksack zunächst auf die andere seite und taste mich dann
vorsichtig über eine spaltenbrücke... aufatmen...
geschafft... es folgt das kurze steilstück, wo der firnanker des
fixseils auch nicht mehr besonders vertrauenerweckend aussieht... ich
ziehe ihn raus und fixiere ihn wieder... den rest der fixseile kann ich
mich abseilen, da nun keine bergsteiger mehr im aufstieg sind... die
aufstiegsspuren sind durch die städnige sonne zu regelrechten
rinnen ausgeschmolzen... ein aufstieg in einer solchen rinne im weichen
schnee wäre nun eine noch grössere tortur...
um 14:45 uhr erreiche ich CI, wo sich schon xavi und siggi befinden...
während xavi mir gleich entgegen kommt und wir uns gegenseitig zum
gipfelerfolg gratulieren, rufe ich siggi ein hallo ins offene zelt zu,
bekomme aber keine antwort... erst nach einer weile kommt er aus seinem
zelt, gratuliert mir ebenfalls zum gipfel... und meint, er wäre
krank...hätte eine harnröhrenentzündung und müsste
nun 10 liter am tag trinken. ich wundere mich etwas, dass bei ihm dann
nicht mal ein kocher brennt... um soviel schnee zu schmelzen wären
mehrere kocher, die ja vorhanden sind und die er hätte nutzen
können, wohl eher angbracht gewesen... naja... ich denke mir
meinen teil dazu...
nach und nach kommen nun auch die anderen... xavi und ralf wollen noch
gerne weiter ins basecamp absteigen... aber das können wir ihnen
zum glück ausreden... der schnee auf dem gletscher ist sehr
weich... und wenn die sonne weg geht, braucht es sicher 2 stunden, bis
die brücken wieder so gefroren sind, dass sie halbwegs tragen
würden... ein abstieg wäre also sehr gefährlich...zumal
für eine zweierseilschaft...

ums wecken für den nächsten tag brauchen wir uns nicht zu
sorgen... dafür sorgt wieder mal siggi, der ab 1 uhr nachts eine
derartige show abzieht... er kommt aus seinem zelt läuft keuchend
draussen hin und her... kackt unmittelbar vor allis und luis´
zelt und palavert in einem fort... keine ahnung, was er da treibt...
vielleicht schnee holen für seinen kocher... weiss der henker...
auch wenns er eine harnröhrenentzündung hat, ist es kaum zu
verstehen, dass er nachts da draussen rum läuft und alle anderen
vom schlaf abhält...aber so ist siggi... rücksichtslos...
denkt nur an sich... und ein schmarotzer, der sich immer nur ins
gemachte nest setzt... traurig, dass man das in dieser deutlichkeit
sagen muss. - zum glück ist es die letzte nacht hier oben und so
beherrsche ich mich... oli und ich beschliessen, dass wir jedenfalls
auf keinen fall im seil mit siggi absteigen werden und notfalls in
zweierseilschaft gehen werden. - am abend hatte siggi sich sorgen um
seinen weitere abstieg gemacht und mit luis gesprochen...dieser hatte
ihm dann gesagt, dass eine bergungsaktion mit der hilfe der porter ca.
150 us-dollar kosten würde... worüber siggi hell empört
war, wie das denn soooo teuer sein könnte... und heute morgen dann
auf einmal fühlt siggi sich so stark, dass er wieder mit uns
absteigen will...aber ich bedeute luis sofort, dass ich das keinesfalls
tun werde... letztendlich geht siggi dann doch mit den portern, die ihn
den gletscher runterscheuchen und keine rücksicht auf sein
jämmerliches gehabe nehmen...und es geht, wie man sieht, denn
siggi ist im abstieg nicht langsamer als wir...
nach dem frühstück bauen wir CI ab... alli fordert siggi auf,
wenigstens mal mit zu helfen, den inhalt der restlichen
tütennahrung in ein loch zu entsorgen... aber nach drei tüten
sitzt siggi wieder auf seinem rucksack und tut nichts mehr - wie immer.
- wir übernehmen wieder einen anteil am mannschaftsgepäck und
dann gehts abwärts... mein rucksack ist bei weitem nicht so schwer
wie im abstieg am cho oyu... ich habe nur wenig privates zeug auf CI
deponiert, was ich noch aufnehmen muss...und brauche nicht einmal etwas
aussen an meinem rucksack zu befestigen, wenn man mal von der sperrigen
iso-matte absieht...
der gletscher
hat sich inzwischen sehr verändert... es haben sich
grosse spalten aufgetan, die wir vorher noch überschreiten konnten
und nun weitläufig umgehen müssen... hier sieht man deutlich,
wie ein gletscher "lebt"... weiter unten im eisbruch wirds erst richtig
interessant. hier ist eine pakistanische militärexpedition dabei,
einen neuen weg zu eröffnen... wir sind uns einig, dass der bruch
in einigen tagen kaum noch zu begehen sein wird...das gelände ist
teilweise wirklich sehr spektakulär. - irgendwann haben wirs dann
durch den bruch geschafft und verlassen den gletschen im ausstieg zur
moräne des basecamps... auf dem weg zu unserem platz bereiten uns
die österreicher einen tollen empfang und stehen spalier mit
über uns gekreuzten trekkingstöcken und gratulieren uns zum
gipfelerfolg... ein bewegender und sehr schöner moment... wir
tauschen uns ein wenig aus, bevors dann die letzten meter zu unseren
zelten geht... um 11:15 uhr erreichen wir das basecamp...siggi, der die
porter nach verlassen des oberen eisbruchs hat ziehen lassen, kommt
gegen 15 uhr...und damit sind wir wieder komplett...
abends dann bringt herbert einen toast auf luis aus und hält eine
nette kleine rede - "sehr gut gemacht herbert!" - dazu trinken wir den
"willi", den herrmann uns dagelassen hatte, weil oli und ich seine
plurren runtergeschafft hatten. - später dann kommt starker wind
auf und es hat unglaubliche 6 grad - ein wahrhafte
WarmduscherExpedition unter diesem Aspekt - im Vergleich zum Cho Oyu.
mit luis und ralf habe ich später ein gespräch über die
temperaturen in der gipfelnacht. meine schätzung gingen so
richtung -12 grad - ralf meinte zunächst bis -20, aber luis meinte
auch so ca. -13 bis -15 grad... xavi ist sehr glücklich auf dem
gipfel gewesen zu sein... er hatte schon mehrere gehlversuche, zuletzt
an der shisha...er kann es gar nicht fassen und meint, andere
expeditionen würden 2 von 10 bergsteigern auf den gipfel bringen
und bei uns kämen alle hoch... das läge am deutschen
perfektionismus... wir mussten sehr lachen als er das sagte...

02.08. - 05.08. Speedbegehung des GII vom CI --> Gipfel --> CI
unsere
Expedition beinhaltet noch einen weiteren höhepunkt::: die
speedbegehung des dynafit-teams mit Basti und Bene... ihnen schliesst
sich auch luis an und ihr plan ist, von CI aus nonstop den gipfel
zu besteigen und mit ski wieder zurück zu CI abzufahren... dabei
ist das ziel, den alten rekord von anatoli boukreev zu knacken - dieser
steht dem vernehmen nach bei 9:37 stunden. - am 02.08. gehts also
zunächst richtung CI, wo dann eine ruhephase folgt...
der start erfolgt am 03.08 gegen 23 uhr... die bedingungen sind
ungünstig - es hat neuschnee und die sicht ist teilweise auch
mies... nach ca. 12,5 stunden erreichen die drei den gipfel, wobei Bene
wohl mit ca. 20 min vor basti oben ist und luis ca. eine halbe stunde
später folgt...nach etwa insgesamt 17 stunden sind die drei wieder
auf CI... verbringen dort die nacht und mittags am 05.08. gehen wir
ihnen zum ausstieg des gletschers entgegen... alle drei sind
verständlicherweise geschafft und froh wieder unten zu sein... die
enttäuschung über den verpassten rekord ist basti und bene
zunächst deutlich anzumerken... aber später macht sich dann
doch die freude über den erfolg breit. - eine wirklich tolle
leistung der drei...
ein paar
anmerkungen zur Speedbegehung
wieder
zurück daheim wird die speedbegehung zum MedienEreignis...
zumindest das internet is sehr schnell mit berichten
überschwemmt... leider wird durch die art der berichterstattung
diese an sich wirklich sehr starke leistung ins BoulevardMässig
kitschige bis unglaubwürdige gezogen (obs auch in der BILD stand,
weiss ich grad gar net)... dazu tragen leider auch die dynafits selbst,
bzw. zumindest bene bei, der der süddeutschen zeitung ein
interview gibt, in der die speedbegehung als "die gewissermassen
sauberste form des höhenbergsteigens" (zitat SZ) dargestellt wird.
in diesem interview, das tanja rest geführt hat (sie ist sicher
fähig, über Balkonbepflanzung zu berichten, aber ganz sicher
nicht, über höhenbergsteigen...), bekommt der leser den
eindruck, dass die dynas aus dem nichts zum berg gekommen sind. - die
kommerziellen expeditionen werden mies gemacht... nur wird leider nicht
erwähnt, dass auch die dynas zuvor die komplette logistik einer
kommerziellen expedition in anspruch genommen haben... und auch am berg
waren gute spuren vorhanden und alle fixseile bereits verlegt, da im
jubiläumsjahr 22 expeditionen am berg waren (und nicht, wie der
film gerne glauben machen möchte, nur die dynas)...

sportlich unfair und mies finde ich, dass bene zwar seinen partner
basti erwähnt, aber luis, der auch mit oben war, völlig
unerwähnt lässt. ich verstehe nicht, wie bene einen solchen
bericht drucken lassen konnte. - insgesamt wird in den meisten
berichten die speedbegehung glorifiziert... wichtige informationen
werden - vermutlich bewusst - zurückgehalten. - und ich frage
mich::: WARUM??? - nach meiner erfahrung haben sportler, die wirklich
starke leistungen vollbracht haben, es nicht nötig, etwas zu
beschönigen oder weg zu lassen... sie lassen ihre taten für
sich sprechen... so einer war auch anatoli boukreev - kein
verweichlichter effekthascher, sondern ein mann, der unter den rauhen
bedingungen russlands aufgewachsen ist - sehr stark auch mental - ein
mensch, der elementar und basic
war... er hat solchen boulevard-rummel wie diese speedbegehung
nicht nötig gehabt (hatte er bei seiner begehung auch fixseile und
gute spuren - und den tross einer komerziellen expedition im
rücken wie die dymas? ich weiss es nicht) - er war ein "original"
(im gegensatz zu
"kopien" im plato'schen sinne)... und ich habe auch andere sportler
kennengelernt - auch bergsteiger, die wahre grösse hatten... ich
denke z. b. an olaf zill vom cho oyu... der hat nicht geredet, der hat
gehandelt. er hat seinen expedition zum cho oyu selbst organisiert...
da hat er kein aufhebens drum gemacht... die dynas hingegen haben den
vollständigen "tross" einer kommerziellen expedition benutzt und
verschweigen dies... so erinnert mich das ganze dann in der nachschau
doch eher an tom vom cho oyu... allerdings mit dem unterschied, dass er
seinen
hohen ansprüchen und reden keinerlei taten folgen liess,
während die dynas eine wirklich starke leistung
vollbracht haben und solche beschönigungen nicht nötig gehabt
hätten, die das ganze unternehmen letztlich auf boulevard-niveau
runtergezogen haben...
was den aspekt der Speedbegehung als "sauberste form des bergsteigens"
angeht...möchte ich noch anfügen, dass längst nicht jede
kommerzielle expedition ihren müll am berg lässt, so wie
aufgrund des berichts in der SZ der eindruck entstehen könnte...
klar gibt es sehr viel müll dort oben - man bedenke nur den
ZeltFriedhof CIV - und viele bergsteiger überschätzen ihre
kräfte und sind am ende nicht mehr in der lage, ihr material
runter zu schaffen... eine andere sache sind sicher unfälle, die
auch passieren und dazu führen, dass material oben bleibt. - und
was den aspekt der sicherheit und sicherheitsreserven angeht, kann man
wohl eine solche speedbegehung kaum als das mass der dinge hinstellen.
- die dynas sind mit dem notdürftigsten dort hoch gegangen... z.
b. keine daunenkleidung, die im fall eines unfalls dort oben
überlebenswichtig sein kann... zudem das eingehen von risiken, die
in dieser höhe einfach dumm sind::: "die sicht war weg, die spur
auch... sie kehrten nicht um ... sie verloren die orientierung und
verliefen sich..."(zitat SZ)...
das unternehmen wurde auch gefilmt, allerdings nicht - wie vielleicht
der eindruck entstehen könnte - life, sondern im ersten aufstieg
im rahmen der kommerziellen expedition... um den eindruck zu
erwecken,
dass die dynas allein am berg waren, wurde allerdings peinlich drauf
geachtet, dass keine anderen bergsteiger ins bild liefen...klar, im
film konnte luis also gar nicht mit am gipfel sein, weil er mit uns am
gipfel war... und die dynas bei der speedbegehung keine kamera dabei
hatten - xavi, der kameramann, war während der speedbegehung mit
uns im basecamp - sogesehen
ist das alles halt schon auch eine ziemlich show gewesen. - man
übersieht bei allem leicht, dass die
dynas einfach nur privilegiert sind... dynafit als sponsor, der alles
bezahlt ... ein elternhaus, dass basti und bene eine erziehung und
einen
werdegang erlaubt hat, dass sowas möglich werden konnte (in nepal
arbeiten bereits kinder als porter und brauchen sich über eine
speedbegehung als die "reinste form des bergsteigens" keine gedanken zu
machen) ... und ich denke, dass es unter den
strassenkindern von rio einige gäbe, die das genauso schaffen
würden... wenn sie die möglichkeiten gehabt hätten...
das ganze ist letztlich mit all dem gehabe eher nur noch peinlich...
Fazit::: durch
die Art der
Berichterstattung verkommt eine an sich starke Leistung zum
BoulevardSpektakel
- das hätte man sich mit etwas überlegung ersparen können...

01.08. - 08.08.
Aufenthalt im Basecamp
was nun folgt
ist ein mehrtägiger aufenthalt im basecamp... unsere porter sind
für samstag, den 05.08. bestellt...aber das wird nichts... wir
haben nun zunächst das problem, das nun das ende der saison
gekommen ist... das bedeutet, das es etliche expeditionen in der gegend
gibt, die nun ihr BaseCamps verlassen wollen... dem stehen aber nur
begrenzte PorterRessourcen gegenüber. - später kommt das
wetter erschwerend hinzu... seit wir vom gipfel runter sind, ist es
kontinuierlich schlechter geworden... wir haben auch wieder schnee...
und da unsere porter über den Gondogoro La-Pass kommen werden ist
uns klar, dass sie da bei schlechtem wetter kaum über den pass
kommen können...
zwischendurch fordern wir immer wieder wetterberichte von charlie
gabler an... die zeit läuft uns davon... während es anfangs
noch relaxt zu geht - ralf geht z. b. noch zum concorida platz... wird
es später dann immer enger mit der zeit... wir überlegen mit
dem heli auszufliegen...wobei "überlegen" mehr ein wunschdenken
ist... dass die porter nicht kommen hat die lokale agentur zu
vertreten... also waljis... und die haben natürlich nur wenig
interesse einen heli kommen zu lassen, da dieser zwischen 6-8.000
us-dollar kosten würde... andererseits muss man fairerweise aber
auch erkennen, dass der heli bei dem wetter, was wir derzeit haben,
nicht fliegen kann... wir sitzen in der falle, zumal bei dem wetter
auch an eine rückkehr über den GondoGoreLaPass nicht zu
denken ist... irgendwann ist es dann so eng, dass es auch über den
weg, über den wir ins BC gekommen sind, kein zurück mehr
gibt, weil wir über diese route einen tag mehr benötigen
würden als über den GondoGore... und ob ab Ascole die Jeeps
fahren weiss auch kein mensch...
doch dann - es kommt uns fast wie ein wunder vor - kommen am 08.08.,
mittwochs ...nachmittags doch noch porter... das ist nun die grenze
dahingehend, dass wir nun, wenn wir über den GondoGore gehen, noch
aus eigener kraft unseren planmässigen flug von islamabad nach
münchen erreichen können...es darf allerdings nichts mehr
schief gehen. - unser L.Öchen hat sich übrigens inzwischen
abgesetzt... er hatte (angeblich) zahnschmerzen und hat mit einer
österreichischen expedition vor uns das BC verlassen...
vermutlich, weil er schon geahnt hat, dass das schwierig werden
würde, aus dem BC raus zu kommen... aber seine untreue (er
hätte normalerweise bei "seiner" expedition bleiben müssen)
wird bestraft... er wird durchs wetter unterwegs auch aufgehalten und
festgesetzt. - für uns wirds nun ernst... wir packen unser zeugs
zusammen... jeder kann nun nur ein gepäckstück mitnehmen ...
das zweite muss im BC zurückbleiben... es wird ein porter zur
überwachung zurückbleiben. später wird dieses
gepäckstück dann per aircargo nach deutschland nachgesendet
werden...
09.08. BC -->
Ali-Camp (4.957m)
um 5 uhr steht
der wecker... wir frühstücken kurz und dann wird das BaseCamp
mit vereinten kräften abgebaut. um ca. 7:15 uhr kommen wir weg...
es geht gleich seitlich die moräne runter und auf den gletscher,
den wir dann hinab gehen. - weiter unter kommt man wohl nicht mehr
über den gletscherbach, der hier oben noch nicht so breit und
reissend ist...später gehts dann wieder auf eine moräne...
wieder über gletscher und schliesslich weit unten linkerhand in
ein SeitenTal, das wir dann wieder aufsteigen...das wetter ist bedeckt
- mit gelegentlichen sonnenlächer. darüber sind wir nun ganz
froh, da es zum gehen angenehm ist... das letzte stück des
gletschers hoch zum AliCamp zieht sich ziemlich in die länge. die
sonne ist wieder stärker hervor gekommen und es ist ziemlich warm.
- wir wissen nicht genau, wo das AliCamp liegt und verlaufen uns ein
wenig... sprich kommen ein stück oberhalb des camps aus und
müssen wieder den gletscher absteigen... keine grosse sache an
sich, aber wir haben doch die letzten wochen in den knochen stecken und
sind nicht mehr ganz frisch und demzufolge froh, als wir nachmittags
endlich das camp erreichen, das sich eng an die felsen schmiegt und im
geröll des herabfallenden schutts liegt. es sind auch ein paar
andere trekker und porter dort. als bestandteil einer TrekkingRunde,
die man ja über den GondoGorePass machen kann, ist das ganz schon
etwas extrem für einen normalen trekker. - herbert, der ein
stück hinter uns war, verläuft sich völlig richtung
ChogolisaBasecamp und wird von khambar wieder "eingefangen"...

foto by alli - © - all
rights reserved
im camp
angekommen kaufe ich mir eine sprite, um den
flüssigkeitsverlust möglichst schnell zu ersetzen. die porter
bieten hier oben exclusiverweise sprite und cola an. wasser gibt es
leider keins. aber ich denke, wenn ich mich nur auf die
kapazitäten unserer "FeldKüche" hier oben verlasse, dann
werde ich ganz sicher zuwenig trinken. also hinein mit den 1,5 litern
sprite. - die zeit bis zum abend vergeht schnell. und da die hinten den
auf unserer seite es gletschers gelegenen bergen unter geht, liegen wir
sehr schnell im schatten. - für die nacht bauen wir das
mannschaftszelt auf, in dem wir mit ein paar leuten schlafen werden.
wer will kann auch ein zweimannzelt aufbauen, muss dieses allerdings
auch selbst wieder abbauen... und da es schon nachts um 1 uhr
weitergehen soll, lohnt sich das eher nicht...ralf, xavi, oli, siggi
und ich schlafen im mannschaftszelt... nach dem abendessen - unser
küchenteam zaubert auch unter diesen bedingungen was tolles auf
den "tisch" (ein tischtuch auf dem boden des mannschaftszeltes).
immerhin sind die jungs den weg auch gegangen, haben sachen
geschleppt... und monu, unser koch, ist fast die ganze nacht für
uns tätig... wirft, nachdem er die nachsorge des abendessens
erledigt hat, bald schon wieder die kocher fürs
frühstück an...
an schlaf ist für mich im mannschaftszelt nicht zu denken... aber
die atmospähre ist toll. - da es sehr warm ist, lassen wir den
eingang des zelts offen und der mond scheint hell herein und strahlt
auch die gegenüberliegenden eiswände an. - einmalig. -
theater gibts mal wieder mit siggi, der den eingang trotzdem der
wärme (die aussentemperaturen sind sehr mild für diese
höhe - es ist völlig windstill - und ausserdem ist das zelt
mit 5 personen gut gefüllt) - schliessen will... ralf versucht ihn
zu überzeugen, dass wir im zelt "eingehen" werden ... und zieht
später den reissverschluss später einfach wieder auf...
10.08. Ali-Camp
(4.957m) --> GondoGoro LA (5.500m) --> Saicho (3.533m)
der wecker
bimmelt um 00:30 uhr... nun heissts nur noch::: ab - in die klamotten
springen - packen... frühstücken und mannschaftszelt
abbauen... punkt 2 uhr gehts auch schon los in richtung pass...
zunächst gehts seitlich am gletscher entlang durchs geröll,
was in den dicken thermoschuhen mit steigeisen nicht sehr lustig ist. -
es ist eine fantastische nacht - wieder haben wir grosses glück,
so wie schon am concordia-platz auf dem hinweg. es ist fast wolkenlos
und der mond ist fast voll und scheint sehr hell. eine phantastische
athmosphäre bei diesen bedingungen über den flach
ansteigenden gletscher in richtung einstieg zum pass zu ziehen. - der
pass selbst liegt dann im mondschatten und ist sehr düster. hier
geht es wieder steil bergan - rgendwo im unteren beginnen
dann auch die fixseile... wir begegnen einem träger, der wohl
höhenkrank geworden ist und seine last liegen lassen muss. -
für mich ist es nun einerseits eine letzte anstrengung - irgendwie
war es frustrierend, nach dem abstieg aus dem BC noch einmal die dicken
schuhe anziehen zu müssen, nur um diese 500 höhenmeter zu
überwinden... aber nun ist es eher ein genuss, hier noch einmal
"hoch zu stiefeln". - zur passhöhe hin wird es langsam hell... und
oben angekommen (5 uhr) bietet sich uns ein phantastischer ausblick mit
gleich vier achttausendern: K2, Broad peak, GI und GII - WOW! - Und wir
haben das Glück eine gute Aussicht zu haben und auch den
Sonnenaufgang hier oben zu erleben. Das sind Momente im Leben, die man
nicht vergisst...

Was allerdings nun noch auf uns zukommen wird::: der Abstieg - wird im
tagesverlauf noch zu einer langen qual und wenig lustig werden...
2000 höhenmeter abwärts sind für die muskeln und gelenke
kein spass... und in dieser höhe schon eine ziemliche belastung. -
wir haben mit den portern einen treffpunkt verabredet, wo wir die
schuhe wechseln können. für mich gehört nicht viel dazu,
voraus zu sehen, wie sich meine knie schon bald anfühlen werden,
wenn ich das alles in den schweren thermoschuhe gehen muss. - schon
gleich die ersten meter geht das zweifelhafte vergnügen los: auf
dieser seite des passes liegt kein schnee, sondern loses geröll im
sehr steilen hang... die fixseile, die hier hängen sind nicht
bloss zur zierde da... wenn man hier einmal ins rutschen kommt, siehts
schlecht aus und es gibt kein halten mehr. - dass die porter hier nicht
bei jedem wetter hochgehen, ist sehr gut zu verstehen, zumal sie den
pass zumeist in turnschuhen oder ähnlichem material gehen.
weiter unten geht der schotter dann in nassen lockeren lehm, vermischt
mit eis und eisigem untergrund, über... auch kein vergnügen
und ich merke die kniesehne im rechten knie, die sich so langsam aber
sicher zu entzünden beginnt. - ich kenne das auch vom
"kampfwandern" in chamonix, wenn ich über mehrere tage heftige
wandertouren unternehme. wenn sich das auswächst kanns noch
"lustig" werden... und ich fiebere dem treffpunkt mit den portern
entgegen, um endlich die schweren schuhe los zu werden. schon vor
huspang gibts auch wieder erstes pflanzengrün und völlig
überraschend kommt uns teimoor hier entgegen. es gibt ein
freudiges wiedersehen - er wird uns nun bis skardu zurück
begleiten.
um 8 uhr erreichen wir Huspang, wo die träger warten... für
heute haben wir nun schon einiges geschafft... wir legen eine
längere rast ein... es gibt hier ein "bewirtete" hütte... wir
bekommen tee, suppe und können auch fanta und cola kaufen... wir
nähern uns also wieder der zivilisation, so könnte man denken
- aber tatsächlich sind wir noch weit - sehr weit davon entfernt.
- um 9 uhr gehts weiter abwärts... weitere sechs stunden über
moränen und gletscher folgen - eine wahrhaft wilde und weite
landschaft. - an einem punkt kommen aus drei richtungen gletscher
zusammen, die unvorstellbar gross sind... sowas erlebt man in den alpen
nicht mal im kleinformat... einfach unbeschreiblich. - mittlerweile
knallt auch die sonne wieder auf uns nieder. - nachdem wir die
gletscher verlassen geht es hochalpin weiter... die landschaft
könnte nun auch irgendwo in den alpen liegen... nur, dass die
berge hier noch weit höher sind als die meisten berge in den
alpen... wir gehen über schmale trampelpfade und queren grüne
wiesen... und immer noch ist der weg endlos weit bis zu unserem ziel...

irgendwann müssen wir einen reissenden "gebirgsbach"
überqueren... von bach kann hier bei weitem keine rede mehr
sein... ein paar porter haben hier auf uns gewartet, um uns zu
helfen... es liegen dicke steine im strom... und ich unternehme einen
versuch, den bach durch geschicktes springen auf steine zu
überwinden... aber es gibt keinen weg trockenen fusses
hinüber. - also heissts schuhe doch ausziehen... und dann durch
das kalte reissende wasser hindurch, wobei man schon ziemlich aufpassen
muss, dass man sich seine nicht-abgehärteten füsse nicht an
spitzen steinen verletzt. - aber schliesslich sind wir alle heil
drüben... und weiter gehts abwärts... je tiefer wir nun
kommen, umso wärmer wird es ... dem ende zu wird der weg sandig...
und wieder sehr steil. ich spüre, dass ich über früh
oder lang blasen bekommen werde, wenn das nicht bald ein ende
nähme... obwohl ich schon nachts beim start meine füsse
vorsichtshalber abgepflastert hatte. - ein "wunder" ist mal wieder
siggi, der den berg am ende nur so runter rennt...von krankheit keine
spur. so langsam gewinnt er wieder oberwasser hier unten in vertrauter
AlpenHöhe. - endlich um 15:15 uhr erreiche ich die CampSite... ich
bin nun ziemlich dehydriert und da es nichts anderes gibt, kaufe ich
mir eine 1,5 liter flasche cola. das kam bisher im ganzen leben noch
nicht vor, dass ich mir cola gekauft habe, um sie selbst zu trinken -
und dazu noch gleich 1,5 liter... aber das ist mir nun egal... ich will
möglichst schnell flüssigkeit ersetzen... und sei´s nun
mit cola... ausserdem hätte ich grössere mengen tee ohnehin
nicht runter gebracht...
der rest des tages vegeht mit zelt aufbauen... waschen (ich wasche mich
am fluss, der direkt an der CampSite - laut tosend - vorbei fliesst)...
abendessen und vorbesprechung des nächsten tages. - da die
möglichkeit, von skardu aus zu fliegen noch im bereich des
möglichen liegt, müssen wir am nächsten morgen schon
wieder um 3:30 uhr aus dem schlafsack. luis hat die (GalgenHumor)Lacher
auf seiner seite, als er das bekannt gibt...
11.08. - 13.08.
Saicho (3.533m)
--> Shilas --> Skardu --> Islamabad
um 5 uhr gehts
nach zeltabbau und kurzem frühstück auf die letzte
TrekkingEtappe... heute werden wir mit jeeps noch bis nach skardu
fahren und von dort ggfs. nach islamabad fliegen oder mit dem bus
weiterfahren. - was nun kommt lässt sich im grunde wie ein
einziger tag beschreiben, da es nun kaum noch eine verschnaufpause gibt
und wir bis islamabad nur noch "on the road sein werden". - um 7:15
urhr erreichen wir shilas... hier haben wir einen längeren
aufenthalt. wir übergeben letztes material an die mannschaft. es
folgt die TrinkgeldÜbergabe und dann der abschied... die
highporter werde ich nicht vermissen, aber rosi und manu, die uns
solange begleitet haben, werde ich in sehr gutem andenken bewahren...

um 8:15 uhr gehts dann mit den jeeps weiter richtung skardu. wir haben
keine zeit zu verlieren, wenn wir eine chance haben wollen, zu
fliegen... auch wenn unsere hoffnung auf einen flug nicht sehr gross
ist, da die kleinen flieger nur bei sehr gutem wetter fliegen... und
davon kann keine rede sein. wir haben zwar sonne, aber auch viele
wolken. im jeep sitz ich ausgerechnet wieder neben siggi... und der
lässt sich wieder - wie es so seine art ist, wie ein nasser sack
hängen, was dauernd dazu führt, dass er auf den wüsten
holperpisten gegen mich gedrückt wird. der kerl ist nicht dran
gewöhnt auf andere rücksicht zu nehmen und geht mir dermassen
auf den senkel... ich sage ihm, er solle sich gefälligst mal ein
bisschen zusammen reissen. - gut, dass diese tour zu ende geht...ich
weiss nicht, was sonst vielleicht nch geschehen wäre... im
"normalen" leben würde so jemand nicht auf 100m an mich rankommen.
und ich möchte nie im leben wieder etwas mit ihm zu schaffen
haben. sollte ich je wieder eine expedition machen, wo er auch
teilnähme, wäre das für mich ein rücktrittsgrund.
nach teilweise abenteuerlicher fahrt (im gegensatz zu deutschen
strassen ginge hier ohne jeeps wirklich nichts) erreichen wir um 13:15
uhr skardu. wir steuern wieder das K2-Hotel an, wo wir eine
mittagspause machen ...essen ...und auch die möglichkeit zum
duschen haben... bevor es dann mit dem bus weiter gehen wird. - an
fliegen ist nicht mehr zu denken - der himmelhat sich völlig
zugezogen... zwischenzeitlich hat luis wohl sogar erwähnt, in
skardu zu übernachten und morgen früh nach islamabad weiter
zu fahren... aber letztlich rät das wetter doch zur
sofortigen weiterfahrt. es sieht nach regen aus und man weiss
nicht, was dann passieren kann... und wir haben nun wirklich nur noch
wenig zeit zu verschenken und können uns keine längeren
ausfälle mehr erlauben, wenn wir den flieger noch pünktlich
erreichen wollen. - insofern sind auch alle dafür, weiter zu
fahren, auch wenn das nun sehr anstrengend werden wird - WIE
anstrengend es für mich noch werden sollte, konnte ich zu diesem
zeitpunkt noch nicht ahnen. im K2 treffen wir auch unsere L.O. wieder.
von wiedersehensfreude kann man allerdings nicht sprechen. er hat die
strafe für seine "fahnenflucht" auch schon bekommen... hat wohl
unterwegs im schlechten wetter fest gesessen und ist auch erst seit 3
tagen in skardu.
da luis noch mit dem L.O. zur örtlichen militärstation muss,
um formalitäten zu erledigen, kommen wir erst um ca. 16 uhr aus
skardu weg. weiter gehts nun im bus der waljis-agentur. - es gibt auch
noch ein paar diskussionen zwischen dem busfahrer und dem
waljis-manager. es scheint, der fahrer hat nicht die grösste lust
auf diese reise... und anfangs habe ich das gefühl, dass er auch
gar nicht richtig von skardu weg will, denn er fährt nicht grad
besonders schnell...und wir können auf eine lange fahrt
hochrechnen. - unser erster unplanmässiger stop lässt nicht
lange auf sich warten::: an der Baltisan Continental Bridge stehen
wirfür eine halbe stunde, da der wind zu heftig bläst und die
brücke gesperrt ist. - das konnte ja heiter weiter... aber mit
einem mal gibt es einen sehr lauten knall wie von einer detonation...
und es folgt - wie durch ein wunder - ein abflauen des stürmischen
windes zu einem lauen lüftchen - wir können weiter fahren...

gegen 21:45 uhr halten wir an einem TruckerStop an und essen etwas zu
abend... charpati mit dalbat und reis... es sind die bislang besten
charpati, die ich gegessen habe... nicht zu vergleichen mit denen aus
dem BC...allerdings hatten usnere jungs dort auch keinen ofen... und am
besten sind die charpati nun mal, wenn sie ofenfrisch sind... weiter
geht die fahrt über den karakorum highway...
Unfälle
passieren - wenn nicht an hohen Bergen, dann eben in tiefen Löchern
um ca. 2 uhr
morgens - wir schreiben inzwischen den 12. august - erreichen wir eine
der zahlreichen KontrollStationen. diesmal werden wir länger
aufgehalten, da der wachhabende der meinung ist, dass wir um diese
uhrzeit den highway nicht befahren dürften. unser L.O. stellt sich
ausnahmsweise einmal in den dienst unserer sache - klar er will
ja auch heim - und versucht den miltärs klar zu machen, uns
weiterfahren zu lassen. - nun, und da so n bus ja nicht ständig
hält, nutze ich die zwangspasue für einen pinkelstop. ich
verlasse den bus ... draussen regnets und es ist ziemlich duster. - da
ich mit pinkeln an "hoheitlichen örtlichkeiten" so meine
erfahrungen habe (vgl. im mustagh ata- bericht die geschichte von horst
an der chinesisch-krigisischen grenze) ... beschliesse ich etwas
abseits in die büsche zu gehen... zwischen fahrbahn (hier
apsphaltiert) befindet sich eine art "gehweg" aus kleinen
kieselsteinchen... und auf der anderes seite dieses gehwegs sind dann
büsche, abgetrennt durch eine "mauer" aus kindskopfgrossen
flusskieseln. - ich gehe ein stückchen den weg bergauf... gehe -
bzw. denk ich, dass ich zunächst noch, dass ich gehe - über
die kieselmauer in die büsche - und stürze ohne jede
vorwarnung ca. 1,70m in die tiefe... ich weiss nicht, wie mir
geschieht. - keine zeit für einen gedanken. ich schlage mit dem
kopf auf einen kindskopfgrossen - zum glück runden - flusskiesel
auf - ein riesiger "kawumm-stern", so wie ich ihn aus comics kenne,
zischt aus meinem kopf... ich bin wie betäubt... allerdings nicht
bewusstlos. - ich bin oberhalb des linken ohrs izur schläfe hin
aufgeschlagen... und ebenso plan mit dem linken innenknie ebenfalls auf
einen solchen kiesel. - ich stehe auf und bin benommen. trotzdem
verrichte ich hier untern noch mein geplantes geschäft und steige
dann aus dem loch. es ist ungefähr in kopfhöhe und ich muss
frontal in die lehmwand treten - wie mit steigeisen in eine
eiswand - um aus dem loch hoch zu kommen. - ich gehe zum bus und setz
mich auf meinen sitz... ich erzähl alli und oli von dem
vorfall... wenig später wird mir sau schlecht. ich bekomme starke
kopfschmerzen und ebenfalls sehr starke schmerzen ins knie... ich habe
das gefühl, ich müsste mir jeden moment in die hose
scheissen... oli fragt, ob er mir irgendwie helfen könnte. - ich
bitte ihn um eine kotztüte. - alli kommt zu mir und spricht mit
mir, wie´s mir geht. - ihr zuspruch tut sehr gut in dieser
situation und ich wieder mal froh, auf einer solchen reise nicht nur
mit gleichgesinnten bergkameraden, sondern mit einer freundin unterwegs
zu sein...
diese verletzungen machen mir in den nächsten stunden und tagen
sehr arg zu schaffen... ich kann kaum noch gehen... am kopf habe ich
eine erhebliche platzwunde und bekomme den mund zum essen kaum auf. -
später zuhasue kann ich bis ende september nachts nur schlafen,
wenn ich mir ein kissen zwischen die knie lege, weil es wahnsinnige
schmerzen bereitet, wenn die kniee in seitenlage aufeinander liegen. es
ist als würde jemand mit dem messer in meinem knie bohren... der
direkte schmerz der kopfverletzung geht vergleichsweise viell
schneller... wenn ich allerdings meinen mund sehr weit öffne, dann
tut mir die schläfe auch heute (7 monate später) leicht
weh...

okay... ich habe nun keine andere wahl... mir gehts im bus nun sehr
dreckig... und es ist irgendwie ironie des schicksals, grad gesund von
einem 8.000er zu kommen... und dann einen solchen unfall zu haben. -
klar, ich hatte zunächst mal einen schock...aber nachdem der sich
in der nächsten stunde legt, habe ich schlimmer schmerzen und jede
erschütterng des busses geht mir in den kopf und noch mehr ns
knie... die kleinste bewegung löst einen höllischen schmerz
aus. - dabei sollte das schlimmste dieser rückfahrt erst noch
bevorstehen...
das wetter hatte sich zunehmend verschlechtert... schon abends gab es
arges wetterleuchten - und wir fuhren ja bereits auch schon seit
längerem durch regen und man konnte sich leicht ausrechnen, dass
in der näheren umgebung ganz sicher hefitge gewitter nieder
gegangen sein mussten... die strasse war ab und zu schon in
mitleidenschaft gezogen ... geröll wurde aus den losen
bergwänden zu seite der strasse auf dieselbe gespült... wir
hatten irgendwann einen ersten kürzeren stop, bevor es über
eine solche stelle weiter ging... und dann kam das FINALE AUS...
vor einer kurve ging nichts mehr. - wir standen gleich unmittelbar
hinter ein paar fahrzeugen mit als erste vor einer kurve, in der der
regen die halbe strasse weg gespült hatte. - das wars nun... keine
weiterfahrt mehr möglich... wir mussten den rest der nacht im bus
verbringen. - als es dann hell wurde, sahen wir das ausmass des
schadens... die halbe asphaltierte strasse war einfach weggeschwemmt
worden... und der verbleibende rest war weiter unterspült, so dass
ein befahren zum einen vom umherliegenden schutt und schlamm eh
unmöglich gewesen wäre, aber die stelle auch bei befahrbarer
strasse nicht zu passieren gewesen wäre. - hinter uns hatte sich
in den vergangenen stunden eine lange autschlange gebildet, deren ende
nicht zu sehen war. - erste einheimische aus den umliegenden
dörfern machten sich zu fuss auf den weg und liessen ihre autos
einfach zurück. - es hielt sich zunächst das gerücht,
dass morgens um 8 uhr eine planierraupe eines nahe gelegenen
militär-stützpunkts die strasse räumen würde - das
militär ist ja für die instandhaltung des highways
zuständig... aber es kam niemand. - etwas später gingen dann
ein paar unserer leute die strasse voraus, um sich ein bild von der
lage zu machen... und ihre beobachtungen waren niederschmetternd...
auch die nächsten kurven der strasse sahen nicht viel besser
aus... WIR SASSEN FEST...

so langsam wurde uns klar, dass wir hier nur zu fuss weiter kamen... zu
dem zeitpunkt für mich ein undenkbares ansinnen...ich konnte mein
knie überhaupt nicht strecken... hatte unsagbare kopfschmerzen. -
die strategie lautete, das nötigste gepäck im rucksack
mitzunehmen und zu versuchen, die schadstellen zu überwinden, um
irgendwo, wo der highway wieder befahrbar war, neue fahrzeuge zu
organisieren und so das kritische gebiet zu überwinden und zu
verlassen. - ich hatte keine wahl und irgendwie gelang es mir aus dem
bus zu kommen... rucksack hatte ich ohnehin nur noch den kleinen, da
ich meinen grossen ja dem pakistani überlassen hatte... somit
brauchte ich mir über viel zusätzliches gewicht erst gar
nicht den kopf zu zerbrechen. - die ersten schritte waren
fürchterlich und ich konnte die tränen kaum
zurückhalten... gleich nach ein paar meter gings über eine
schlammpassage... ich sank tief in den schlamm ein... und als ich das
verletzte knie wieder rausziehen wollte, hatte ich unerträgliche
schmerzen... musste sehr auf die zähne beissen, damit mir ncit die
tränen flossen.... ich nahm nun 2 ibuprfen-tabletten, zu denen
luis mit riet... die ersten tabletten seit einer, die ich am CHO 2004
nehmen musste...davor die letzte 2002 am mustagh ata - aber es musste
sein. - und igendwie halfen sie auch ein bisschen.
nachdem ich mich ein bisschen ans gehen gewöhnt hatte, kam ich,
wenn auch sehr langsam, voran. der zustand der strasse war einfach nur
als traurig und völlig desolat zu bezeichnen und wir sahen erst
jetzt das wahre ausmass des unheils::: links von den hängen waren
ganze schlammlawinen auf die strasse geflossen, die teilweise einen
meterhohen brei aus schlamm und kieseln hinterlassen hatten. - die
angrenzenden seitenwände bestanden aus losem gepresstem sand mit
steinen, der starken regengüssen nicht standhalten konnte...und es
reichten schon sanfte gefälle, um diesen brei dann auf die strasse
fliessen zu lassen... es gab auch weitere schwerwiegende abbrüche
der strasse. - ich kam nur sehr langsam voran... die anderen waren weit
vor mir... und herbert, der die erste zeit bei mir blieb und bleiben
wollte (was ich ihm hoch anrechne), schickte ich auch voran... er
hätte mir eh nicht helfen können... aber er meinte es
gut...und das zählt...
nun, irgendwann ging auch diese wanderung - die wohl schlimmste meines
lebens - zu ende... wir waren um 8:30 uhr gestartet und um 11:30 uhr
erreichten wir das ende des gebiets, dass sehr heftige regenfälle
so sehr beschädigt hatte. einheimische , die an der strasse
standen, sprachen von den schlimmsten schäden seit vielen jahren.
- wir hatten zuvor auch träger für unser gepäck gefunden
- eine willkommene arbeit in dieser entlegenen gegend und eine
möglichkeit, etwas geld zu verdienen...und eine kleine chance,
dass unser gepäck vielleicht doch noch rechtzeitig mit uns den
flieger ereichen würde, nachdem ja ein hauptgepäckstück
schon im BC hatte zurückbleiben müssen. - teimoor war es
zwischenzeitlich mit seinen "connections" gelungen, ein fahrzeug
für uns zu besorgen, mit dem es nun weiter ging. - gerüchten
von - aus gegenrichtung kommenden fahrern - zufolge sollte
die weitere strasse zwar beschädigt, aber weitestgehend passierbar
sein... es wurden allerdings auch weitere regenfälle erwartet, so
dass wir keine zeit zu verlieren hatten...

selbst die fahrt im auto war für mein knie kaum zu ertragen... der
kopf machte mir weniger probleme - kopfschmerzen hatte ich kaum... die
platzwunde war stark geschwollen und das geronnene blut klebte in den
haaren... irgendwie fühlte ich mich leer... es war frustrierend...
zumal mir klar war, dass ich mich so schnell von den folgen dieses
unfalls nicht erholen würde... und somit war auch weider klar,
dass ich jedesmal nach einer grossen expedition mit irgendnem scheiss
nach hause kam, der (dann wiederum zum glück) nicht am berg selbst
passierte...
unsere weiterfahrt endete realtiv schnell wieder an einer stelle wo die
strasse unpassierbar war, aber eine planierraupe dabei war, den schutt
wegzuräumen...derweil erzählte uns ein mann, dass auch die
strasse von chilas nach islamabad blockiert wäre. -"
schöne" aussichten für uns. - nun hatten wir alles gegeben,
um irgendwie noch rechtzeitig zum flieger zu kommen... aber es schien,
pakistan wollte uns nur sehr widerwillig ziehen lassen...und das nicht
etwas aus politischen gründen... immerhin ist pakkistan auch ein
krisenland und es ist angeraten, in manchen städten acht zu geben,
nicht in irgendwelche tumulte zu geraten. - nein, in unserem fall war
es die natur... pakistan ist ein wirklich wildes land von
der natur her - man muss es einfach selbst erlebt haben...
um 14 uhr dann erreichen wir chilas... hatten unterwegs aufenthalt an
zwei baustellen. wir planen einen aufenthalt bis 18 uhr im hotel... mit
der möglichkeit, nach dem essen ein zimmer zu belegen, zu
duschen...sich etwas hinzulegen, wer will. - das hotel ist ein wirklich
toller laden... und das essen das vielleicht beste der ganzen reise...
es gibt sogar einen kleinen shop. und da ich mittlerweile nicht mehr
daran glaube, dass wir in islamabad noch zum einkaufen kommen werden,
beschliesse ich, hier nun meine andenken und mitbringsel zu kaufen...

weiter gehts um 18 uhr mit einem ToyataBus und einem PKW... für 40
km weiter ist ein störung auf der strasse angekündigt...da
man nun nicht so genau weiss, was uns noch an hindernissen erwartet,
habe ich mir vorsorglich noch wasser und kekse gekauft...und dann kommt
die erste störung schon viel früher... wir stehen wieder vor
einer - zwar überschaubaren - aber doch unpassierbaren stelle. -
das "spiel" wiederholt sich... wir überqueren die stelle zu
fuss... wobei wir auch unser gepäck, das uns nachgereist und in
chilas zwischenzeitlich auch erreicht hatte, über die
SchlammGeröllPassage schleppen müssen. - ich kann meine
eigene tasche - oder gar andere - unmöglich selbst rüber
schaffen... ich bin grad froh, dass ich die stelle selbst passieren
kann. es geht teilweise durch tiefen schlamm und knöcheltiefes
wasser...ich bin froh, dass ich die trekkingstöcke habe, die mir
ermöglichen, mich gut abzustützen, wenn ich mit dem fuss ein
loch unter der wasseroberfläche ertaste... mein verletztes knie
ist superempfindlich udn schmerzt bei der kleineten bewegung. -
mittlerweile haben sich mehr und mehr aksitani an der stelle
versammelt, die per mühseliger handarbeit versuchen, die stelle
wieder befahrbar zu machen, indem sie einerseits eine menschenkette
bilden und steine verlegen...und andererseits aus dem berghang grosse
gesteisbrocken mit stangen herunterwuchten, um die löcher zu
füllen...
auf der anderes seite des hindernisses müssen wir wieder einen bus
finden, der uns weiterfährt...es sind ja etliche fahrzeuge da, die
auch nicht über stelle kommen und umkehren müssen...
sogesehen also im grunde ein fahrzeugtausch. - wir haben aber
zunächst das handicap, dass luis unbedingt auf eine waljis-bus mit
trekkern warten will, der angekündigt ist... und der vor dieser
stelle auch umkehren müsste und den wir dann nehmen könnten.
- aber der bus kommt und kommt nicht... wir werden sauer, weil wir die
ganzen tagen alles gegeben haben, um den flieger doch noch
pünktlich zu erreichen und hier verrtrödeln wir nun wertvolle
zeit...zumal ja feststeht, dass wir ohnehin nur eine chance haben, wenn
wir die ganze nacht durchfahren. - endlich kommt der bus... und es gibt
ein kurzes gespräch mit dem fahrer... zwischenzeitlich ist es
dunkel geworden und die stelle wird auch wieder passierbar... der
waljis-bus fährt also weiter und wir mieten einen anderen freien
bus... mit diesem gehts dann weiter. - nach wenigen minuten fahrt
müssen wir an zwei stellen, an denen die strasse auch
verschüttet ist, den bus jeweils verlassen, damit dieser die
stellen passieren kann. - der bus schaukelt bedenklich... und setzt
auch auf... schon wahnsinn, das ganze. - ich habe derweil grösste
mühe, mit meinem verletztem knie über die stellen zu kommen -
zumal es ja dunkel ist... wieder bin ich sehr froh die
unterstützung der trekkingstöcke zu haben. - im bus habe ich
mit olli zusammen die hintere bank, dmit ich das bein hochlegen kann,
wenn ich will...aber das ganze ist eine einzige tortur: wie ich mich
auch drehe oder wende...es gibt keine bequeme position, in der das knie
nicht doch von den erschütterungen schmerzen würde... das
problem ist, selbst wenn ich das bein gar nicht aktiv bewege, sondern
nur auf meinem sitz ein wenig die position verändere, geht die
dabei entstehende bewegung immer als scharfer schmerz auch ins knie
durch... eine tortur...
nun kommen wir aber vorwärts ... und so wies aussieht soll es auch
keine hindernisse mehr geben. - was mich allerdings sehr bedenklich
stimmt ist wetterleuchten, was teilweise wieder sehr stark zu sehen ist
- so wie in der vergangenen nacht auch... und es ist zu vermuten, dass
in der nähe irgendwo wieder heftige gewitter nieder gehen -
oder balde nieder gehen werden... einhergehend mit heftigen
regenfällen... es gibt nur eine devise: NIX WIE WEG HIER!!!

die weitere fahrt verlief dann wirklich problemlos... mitten in der
nacht legten wir einen stop zum essen ein... an derselbsen stelle wie
auch schon auf dem hinweg...und später dann gabs noch mal einen
halt in einer kleineren stadt, die ein reges nachtelben führte und
wo man an ständen getränke und sonstiges zeugs kaufen konnte.
- irgendwie war das eine seltsame stimmung - und irgendwie auch ein
déjà-vu - mir kam der ort von irgendwoher bekannt
vor...die stimmung des nachts... es standen etliche busse raum...
irgendwie eine art TransitStation - eine seltsame "HalbweltStimmung"...
unser fahrer war wirklich ein erstklassiger... und stellte nicht nur
seine fahrkünste unter beweis - fuhr auch zügig - sondern
hatte auch gutes DurchhalteVermögen die nacht hindurch... -
unerwartet früh erreichen wir 13.08. um 9 uhr früh
islamabad... im bus bekommen sich noch basti und herbert in die haare.
geht ums thema "arbeiten und schleppen im auf- und abstieg" basti wirft
herbert vor, er hätte ihn nie arbeiten sehen. - wir
frühstücken und danach geht es auf die zimmer. - luis
erledigt das debriefing, was im hotel stattfindet. - dabei kommt
unser L.O. wohl schlecht weg und wird wohl auch von Teimoor
angegriffen... er macht sich dann aus dem staub, ohne auch nur
tschüss zu sagen. - damit rundet er den gesamteindruck, den er bei
uns hinterlassen hat, noch einmal perfekt ab...
nachmittags fahren wir dann doch noch zum einkaufen in die stadt...
ärgerlicherweise schleppt Teimoor uns wieder in den teppichladen,
wo wir schon bei unserer ankunft waren und keiner hin gewollt hatte...
sowas macht mich sauer... "nepper - schlepper - bauernfänger"
fällt mir dazu nur ein... und ich kaufe schon aus prinzip nichts.
- wir haben das pech, dass morgen mit dem unabhängigkeitstag ein
nationalfeiertag ist und die
meisten geschäfte nachmittags geschlossen haben. - ich bin
froh, dass ich
meine andenken schon gekauft habe. - ich erstehe ein paar FlipFlops,
weil ich Arbed noch meine schuhe geben wollte...
nun gehts dann doch dem ende zu... wir essen zu abend und da wir morgen
sehr früh raus und zum airport müssen, liege ich gegen 21 uhr
im bett. ich habe kopfschmerzen von meinem unfall, die ich aber im
ruhezustand nicht merke, sondern nur, wenn ich den kopf bewege. ich
schlafe gut bis 3:30 uhr...
14.08. -
Rückflug Islamabad - via Doha - München

um 4 uhr werden
wir geweckt, frühstücken kurz und dann gehts auch schon um 5
uhr mit dem bus zum airport. Es folgt der Abschied von Teimoor unddamit
sind die letzten persönlichen Bande der letzten Wochen gekappt. Im
airport geht es recht wuselig zu.... die sicherheitsvorkehrungen wurden
verschärft, weil es wohl grad in den usa irgendwelche
terroristischen vorfälle auf dem flughafen von new york gegeben
hat. genaueres wissen wir nicht. - wir dürfen allerdings keine
flüssigkeiten mitführen - müssen diese - soweit es
wasser ist, entweder austrinken - oder andere fllüssigkeiten
entsorgen. - das handgepäck bekommt zusätzlich anhänger
für die kennzeichnung... allerdings kräht kein huhn und kein
hahn danach, ob was drauf steht oder nicht. sogesehen mach das
ganze mehr den eindruck von alibi-handlungen getreu dem motto:
"sehr ihr, wir haben was getan". - nach dem check-in haben wir noch
einige zeit bis zum abflug. ich habe noch ein paar rupies, die ich nun
noch in kleineandenken umsetze. - bemerkenswert ist dabei unter
SicherheitsAspekten eine PakistanFlagge. sie ist an einem kleinen
metallständer befestigt, der oben eine spitze hat. - ich bin etwas
skeptisch, ob dieser ständer die folgenden kontrollen in doha
überstehenwird, und frage mich schon, wie man einen solchen
gegenstand einfach im handgepäck mit an board gehen lassen kann,
während eine nagelpfeile als potentielle waffe eingestuft wird. -
ich schraube vosichtshalber wenigstens die spitze ab... aber dieser
ständer wird wohl nicht als sicherheitsrelevant eingstuft...er
darf mit in die heimat. - um 8:05 uhr startet unser flieger mit
halbstündiger verspätung...
3 1/4 stunde
später landen wir in doha. hier haben wir nun ca. 3 std
aufenthalt. - wir kommen mit einer frau aus friedrichshafen ins
gespröch, die in pakistan ein hilfsprojekt gegründet hat. es
stellt sich raus, dass alex und matthias wohl der einweihung beigewohnt
haben. sie weiss auch von deren bergtour. wir vertreiben uns die zeit
mit kaffeetrinken. - lustig wirds als basti und bene sich als scheichs
verkleidet haben. sie wollen in diesem outfit ihre angehörigen in
münchen täuschen. insbesodnere bei basti sieht das outfit
sehr authentisch aus. - ich kaufe mir eine neue swatch skin uhr, da
meine im basecamp sehr gelitten hat. ich kaufe eine packung
ferrero-rocher, die ich im flieger kreisen lasse... lustig wirds, als
ich der stewardess auch eins anbiete - zunächst ziert sie sich ein
wenig, und fragt dann, ob sie wirklich eins nehmen dürfte - sie
ässe die sehr gerne - klar darf sie! - eine andere stewardess, die
ich fotografiere lächelt mir zu und lässt dabei ein
sandwich fallen - ups! - sie meint: "you don´t shoot me?!
-hihi. ich sitze im flieger neben ralf und habe auch den
gewünchten platz zum gang, damit ich mein knie, in dem ich arge
schmerzen habe, ausstrecken kann. - wir bekommen unterhaltung durch ein
paar damen, die hinter uns sitzen. sie waren in thailand und sind
begeistert als sie unseren bericht hören. wir zeigen ihnen bilder
auf der digicam. - wir landen um 19:07 uhr in münchen... die SBahn
um 19:42 uhr verpasse ich leider. - wir verabschieden uns im airport.
basti und bene sind allerings schon weg. - mit oli nehme ich um 20:10
uhr die SBahn zum HBF. - meine vorherigen planungen bzgl. der fahrt von
münchen ins ruhrgebiet sind irgendwie nicht haltbar. - mir bleibt
nur die möglichkeit des nachtzugs, wenn ich heute noch aus
münchen weg will. - ein ICE fährt erst morgen wieder - naja,
die bummelei des nachtzugs kenn ich ja noch aus 2001 von meiner
rückfahrt nach dem island peak-trekking. - auch oli wird diesen
zug nehmen, muss allerdings in einen anderen wagen, da unterwegs der
zug umgekoppelt werden wird. - wir essen noch was gemeinsam, bevor auch
wir uns verabschieden. - für den nachtzug muss ich einen sitzplatz
reservieren, was mich 10 euro kostet. da bucht man ICE und es
fährt keiner, und für den nachtzug darf man dann noch n
sitzplatz reservieren... naja... einmal ist keinmal.... aber es hat
auch sein gutes, wie sich noch zeigen sollte. - auf dem platz neben mir
sass bereits eine junge dame. mit der zeit kamen wir ins gespräch.
sie erzählte, dass sie aus österreich kam, wo sie ihren
freund besucht hatte, der dort im stubaital eine alm betreibt - und
dass sie in kürze zu ihm ziehen wollte. ich fand das sehr mutig,
zumal sie erst seit 7 monaten zusammen waren - und so beschloss ich,
Sandra, so hiess die junge dame, eines der drei goldherzchen zu
schenken, die ich während der gesamten tour mit an meiner
halskette hängen hatte. cih fragte sie, ob sie ein kleines
geschenk von mir annehmen würde, worauf sie meinte: "warum nicht?"
- ich erklärte ihr kurz den hintergrund und meine gedanken dazu.
sie freute sich sehr drüber. - in DUS steige ich dann um 6:13 uhr
nochmal um und erreiche kurz drauf mülheim, wo ich in die UBahn
steige und um 8:10 uhr humpelnd wieder daheim ankomme...

foto by
oli - © - all
rights reserved
7
lange wochen sind vorüber... wir haben viel erlebt - haben auf dem
gipfel des Gasherbrum II gestanden... ein unvergleichliches,
unvergessliches und insgesamt sehr prägendes erlebnis...
Ausblick - die alte Frage: Wie gehts weiter, was kommt als
nächstes???
nun,
expeditionen zu bergen wie dem cho oyu und GII sind schon recht
"eingemachte" unternehmungen. - wenn ich beide touren vergleiche, war
die zum cho oyu ganz sicher die tour, mit den höheren physischen
anforderungen.- das lag zum einen ganz sicher an dem höher
gelegenen ABC und den viel tieferen temperaturen, mit denen man sich
über wochen arrangieren musste. - von daher hatte der GII wirklich
eher den charakter einer AlpenHochtour. - Nicht allerdings von der
Höhe, die natürlich ausserordentliche ansprüche an
körper und geist stellt.- vom technischen anspruch her tun sich
die beiden riesen nur insofern etwas als der weg zum CI am GII
ähnlich wie am everest durch den eisbruch führt. und diesen
kann man nur in einer seilschaft gehen, weil man sonst im Fall eines
Spaltensturzes sein Leben riskiert. - Die Schlüsselstellen am cho
oyu sind der eisfall oberhalb von CI und das gelbe band oberhalb von
CIII, während man am GII das steilstück oberhalb von CI
überwinden muss. ansonsten sind beide berge technisch
unproblematisch. - bei ungünstigen bedingungen allerdings kann
sich dem bergsteiger vor erreichen des GIIgipfels noch der ausgesetzte
reitergrat sehr unangenehm in den weg stellen, was wir allerdings nicht
erleben mussten...
nun, und wohin gehen die träume? - wenn noch 2001 die besteigung
des cho oyu eine spinnerei war (eine phantasie beim MondscheinPinkeln
mit Cédric), so wurde der cho oyu schon 2004 realität...
danach dann mit dem pumori ein technisch anspruchsvollerer 7.000er...
und nun der GII... es gibt nun die idee, für 2008 eine expedition
zum Nanga Parbat auf die beine zu stellen. - das wäre für
mich ganz sicher der höhepunkt... dieser berg hat mich schon als
jugendlicher sehr beeindruckt - mehr als der everest. allerdings
natürlich nie mit dem gedanken, dass es irgendwann für mich
realistisch werden könnte, diesen berg zu besteigen... EIN TRAUM -
NANGA PARBAT 2008??? - mit alli und luis - dazu vielleicht oli???
...für interessierte - weitere fotos der expedition: Gasherbrum
II
Expedition 2006
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