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Expedition zum
Pumori - Route über den SüdWestGrat - mit dem Summit Club vom
29.09. – 02.11.2005

eigentlich wollte ich in diesem jahr in den alpen bleiben und dort z. b. mal wieder auf den von mir so heiss geliebten monte steigen... mit meinem virtuellen bergfreund christof und ein paar anderen gefährten... aber dann kam - wies einem manchmal so geht - alles anders als ich dachte oder gar geplant hatte...

da ich ja keine expedition plante, dachte ich, ich könnt ja das geld dann in einen smart roadster investieren... mein derzeitiges traumauto... weil er sehr sportlich ist, knallhart und kompromisslos und gewissermassen unbequem, aber trotzdem freundlich ... und vor allem eben aber auch keine potenzpille... ein auto, das sehr gut zu mir passt... wobei autos sonst nicht gegenstände meiner träume sind, sondern fortbewegungsmittel, um von a nach b zu kommen – nichts weiter ... nun – und als ich dann endlich n roadie aufgetan hatte, der meinen vorstellungen entsprach – und ich am folgenden tag nach kassel fahren wollte, um ihn dort zu kaufen, kam LG abends heim... und sie war ein bisschen unwirsch drauf... und als ich ihr von „meinem“ roadie erzählte – bei dem ich als sahnehäubchen noch mittags einen preisnachlass von 500 euro bekommen hatte, ohne dass ich dafür hätte handeln müssen... meinte sie nur::: „sooooviel geld... und der steht bei dir doch nur rum...du fährst doch gar nicht... und alle anderen fahren mit dem – nur duuuhhh nicht...“
nun, das war nicht von der hand zu weisen... und ich antwortete: „klar... schon richtig...und ich könnt mir auch vorstellen, das geld in was mit bleibenderem wert zu stecken... z. b. in ne expedition...“ – da meinte LG: „du machst doch eh ne expedition...das is doch klar...“ – „nee“, sagte ich ... „dieses jahr nicht... du weisst doch genau, dass ich in den alpen bleiben wollte... du wolltest doch mit, wenn wir auf den monte gehen und im tal unser "basecamp" betreuen, während wir oben sind...“ – naja... LG meinte nur: „neeeee, ich dachte, du machst ganz sicher ne expedition...“ – und sie meinte das so bestimmt...und dass ihr das nix ausmachen würde, dass ich schliesslich kurzerhand sagte... also gut - dann ist der roadie ab sofort gestrichen und ich geh auf expedition... nicht gleich wieder 6 wochen, damit wir gemeinsam auch noch 2 wochen hatten, aber dann eben 4 wochen... da kommt man auch schon weg...
ja, und so kam es, dass ich also wieder n normalen smart fahr... keinen roadie... der roadie immer noch mein traum ist... und ich mich auf die suche nach ner expedition machte. - da kam zunächst mal der denali in alaska infrage... ich hatte das angebot vorliegen, mit luis und alli dorthin zu fahren... im mai... luis wollte mit jo die cassin-route begehen ... und alli und ich wären den normalweg gegangen ... das wär ne tolle und sehr passende sache gewesen... zu viert... aber scheiterte leider daran, dass im mai die feiertage sind und meine ArbeitsKollegen gerne mal brückentage nehmen wollten... und da speziell meine liebe arbeitskollegin gerlinde sehr viel verständnis für meine touren hat (Danke auch von hieraus nochmal, Gerlinde!!!), wollte ich mich auch nicht aufdrängen... auch wenn es eine einmalige chance war, weil der denali ja nicht geführt werden darf... naja...
so suchte ich weiter... und überlegte, was man in 4 wochen so alles machen kann... entscheidend ist dabei für mich weniger der veranstalter, sondern der guide... der muss gut sein... so schied eine tour zum satopanth nach indien aus... mieser guide...allerdings gabs n anderen termin mit nem guten guide...diesen fasste ich in die nähere wahl ein... und dann den pik lenin... da wollte ich ja schon 2002 hin, aber er war zu der zeit wegen der afghanistan-krise leider von den amis gesperrt...
ich fragte luis, wie es mit dem zustandekommen der beiden expeditionen aussähe... und er meinte, dass ich mal davon ausgehen sollte, dass sie mangels teilnehmern beide nicht zustande kommen würden. - das war keine gute nachricht... was also tun??? – eine sache, die mich interessiert hätte, wäre der pumori gewesen... der haken war hierbei nur, dass er 5 wochen dauerte... ich aber nur 4 wochen urlaub dafür zur verfügung hatte... das war immer mal wieder thema bei alli und mir ... sie überlegte auch, ob sie mitfahren sollte oder nicht... wo sie ja grad schon auf dem denali gewesen war...
und dann begab es sich, dass ich eine geplante woche freizeit im mai aus betrieblichen gründen nicht nehmen konnte, und mir kam die idee, diese dann im september an den urlaub anzuhängen, so dass der pumori möglich wurde. - das wurde genehmigt und ich informierte sofort alli... die gesagt hatte, wenn ich mitfahre, würd sie sich sofort auch anmelden... und so kam es, dass ich also wieder mal mit luis und alli unterwegs war... das ziel war mir dabei weniger wichtig ... luis als der beste aller guides und alli seine lebensgefährtin und meine freundin... das war das, was mir weit wichtiger war als der berg selbst... den pumori kannte ich bis dahin gar nicht... und solangs net die eiger-nordwand war... sollts mir schon recht sein. – die entscheidung für den pumori fiel im juni. – ende juni fuhr ich dann ne woche nach chamonix zum „kampfwandern“, wie ich es nenne... insider wissen, was damit gemeint ist... und läutete mit dieser tourenwoche das training für den pumori ein...
in der zeit bis zum start der expedition stand ich dann in sehr engem kontakt mit alli...wir stimmten unser training ab und jammerten uns schon mal was vor...das war ne schöne zeit... denn wer interessiert sich schon für die vorbereitung - wenn nicht jemand, der selbst drin steckte und der tour ebenfalls entgegen fieberte... es machte spass, sich intensiv auszutauschen... und es lief bei mir auch (fast) alles wie geschmiert... eben jahrelange erfahrung und TrainingsRoutine... bis auf einen katzenbiss, der mich für ungefähr 2 wochen arg beeinträchigte, weil er sich entzündet hatte... ein paar allergische insektenstiche...denen auch tage folgten, wo ich mich im SWF sehr schwer tat und einen vorgeschmack bekam, was mich evt. am pumori an leiden erwarten konnte... und den rest gab mir eine tablette, die ich gegen eine pilzerkrankung über 14 tage nehmen musste. – in diesen 14 tagen war ich nach dem training jeweils wie erschlagen und hatte danach immer das gefühl, ich bekäme eine handfeste grippe – solche gliederschmerzen hatte ich ... naja ... aber so n bisschen hart muss man schon sein, dachte ich ... auf expeditionen ists manchmal auch hart nach meiner erfahrung... also nicht jammern... sondern weitermachen... eine freundin übergab mir in dieser zeit einen wanderschuh, der mich dran erinnern sollte, dass ich nicht jammern sollte, sondern mich meines lebens erfreuen sollte... naja.. leichter gesagt als getan... und jammern is ja sooo schön...hihi. - dann eeeendlich kam der grosse tag... es ging los zum pumori...
mittlerweile hatte ich mal im internet nach „pumori“ gegoogelt... das erste was ich fand::: es wäre der leichteste 7.000er im himalaya... sehr beruhigend... obwohl er mir auf den bildern doch gar nicht so leicht schien... naja... abwarten... und bangemachen gilt nicht. – zudem fand ich in der himalayan databse raus, dass der pumori wohl selten begangen ist... so von ca. ein oder 2 expeditionen pro saison... und dann wohl meist über die normal-route... der SüdWestGrat ist selten begangen und war für den summit-club neuland, wobei luis immerhin noch auf erfahrungen von kanadischen bekannten zurückgreifen konnte...
auffi geht´s
los gehts also am 29.09 ... morgens um 5:26 mit der s-bahn...

LG hatte mich nach mülheim zum bahnhof gebracht...s-bahn is ja easy zum airport... ich fahr zudem gerne bahn und muss nich mim auto bis vor die tür gebracht werden ... also... kein problem...und so lernte ich dann auch gleich mal die zubringerbahn vom s-bahnhof zum airport kennen... hey, was is denn DAS für n komisches gerät? – weiss das jemand? – ich hatte gedacht, da fährt n HighTechTeil... stand mal was in der zeitung, das wär DIE revolution oder so ... aber was DA zumindest etz fährt ... is jedenfalls eher ner kirmes entsprungen und erinnerte mich mit seiner eckigen fahrweise - man sollte besser sagen – aneckenden fahrweise – an eine mischung aus karussel und autoscouter... da find ich n shuttlebus doch wesentlich "HighTechiger"... naja – vermutlich is das wieder n lieblingskind von irgend so nem vorstand, der bald in rente geht – dann kann mans wieder verschrotten - so ungefähr. - ich mein mich zu erinnern, dass das echt n stück HighTech wäre und anfangs viele störungen hatte...naja... armes deutschland...wenn das unsere HighTech ist, wundert mich auch der rest nicht mehr...so-to-say...
im airport gehts dann zum einchecken... ich wähle einen schalter mit leerer schlange... die dame weist mich drauf hin, dass ich mich nächstes mal in der economy-class anstellen soll...so.so... war ich wohl nich ganz richtig... aber sie ist nett und checkt mich trotzdem ein... fragt nach meinem ziel und als ich ihr kurz vom bergsteigen erzähle, ist sie beeindruckt... meine tasche muss ich allerdings zur SperrgutAbfertigung bringen... naja... macht nix... is ja leer. - der zubringerflug nach wien geht um 7:30 uhr und ist nur mit geschäftsleuten besetzt ... und die tragen ausser ihrem aalglatten SchmieriFace und ihrer eigenen wichtigkeit höchstens noch ne fette rolex am arm und die obligatorischen aktentasche mit den – natürlich - wichtigsten papieren der welt drin... (((gelli meinte dazu nach meiner rückkehr, da wären keine wichtigen papiere, sondern frühstücksbütterchen drin))) - ich krieg das kalte grausen unter all diesen BabyGesichtigen schaumschlägern mit ihren zarten babyfingerchen und ihrer aufgeblasenen wichtigkeit... vermutlich denken sie ähnliches von mir::: ein aussätziger mit rucksack und gammel-outfit... zum glück vergeht dieser flug recht schnell...
...oder soll ich doch besser nach Cairo fliegen???
in wien wirds dann zum erstenmal richtig lustig... hier habe ich etwas aufenthalt... komme dort um 9:15 uhr an und fliege erst um 10:45 uhr weiter. - hoffe, alli zu treffen und bleibe möglichst lang draussen vorm EincheckSchalter ... aber nix tut sich... keine alli... naja... frauen... kurz vor knapp checke ich also ein... der warteraum ist menschenleer ...ich packe etwas in meinem rucksack rum... hol schon mal die musik hervor... und hoffe immer noch auf alli... dann fällt mein blick auf eine anzeige::: da steht „cairo“ und ne aktuelle abflugzeit drauf. – mhmmm, denke ich ... was is das??? – ne alte anzeige??? – ich lasse meinen blick schweifen und sehe - durch eine glaswand getrennt - in den benachbarten warteraum, der ebenfalls menschenleer ist... da steht „kathmandu“... hallo??? – wie das??? – da stimmt doch was nicht... falsch eingescheckt... sowas!!! – ich geh zurück zum schalter, sage, dass ich nicht nach cairo, sondern nach kathmandu will... und wohl nach nebenan muss. - die gucken mich an... wollen mich zunächst gar nicht gehen lassen... sie haben mich tatsächlich mit allem schnick und schnack falsch eingecheckt... soviel mal wieder zum thema sicherheit... hätt nich viel gefehlt, und ich wär nach cairo geflogen. - wenn ich nicht zufällig noch auf alli gewartet hätte und n bisschen im rucksack gekramt hätte... sondern gleich auf die gangway gegangen wär...dann wär ich wohl aus allen wolken gefallen, wenn ich auf einmal die pyramiden gesehen hätte... diese geschichte sorgte später im basecamp noch öfter für heiterkeit...wenn es dort eben kalt war, und man an die alternative cairo mit warmen temperaturen dachte, wo ich ja beinah hingeflogen war...
wiedersehen mit alli...
also rein in die richtige kiste... der sicherheitsbeamte fragte mich bei der handgepäckskontrolle auch wieder, was ich denn vor hätte... bergsteigen natürlich... pumori... er meinte::: „hut ab, herr kollege, hut ab!!!“ – und er meinte, sowas würd er nicht können... ob ICH das können würde, wusste ich ja auch noch nicht... aber in dem moment hatte ich eher das problem, dass ich in den flieger wollte ...und der würde ja gleich abheben ... und dachte weniger dran, wie ich auf den berg kommen würde ... im flieger gabs dann erstmal ein grosses hallo und wiedersehen mit alli...
wir stehn zwar in engem kontakt, aber gesehen hatten wir uns zuletzt vor über 3 jahren... sie war schon lange im flieger drin gewesen... schon bevor ich überhaupt in wien gewesen war... der flug nach kathmandu ging um 10:45 uhr - mit 20 min verspätung – in die luft... um 18:15 uhr deutscher zeit landeten wir in kathmandu – also 22 uhr ortszeit ... am airport erwartete uns luis, der schon ne woche vorher geflogen war... gab ebenfalls n grosses hallo mit ihm. - mit am airport war auch christof, ein trekking-beauftragter des summit clubs vor ort, der dort für 4 monate dauer-anwesend war... desweiteren ein nepalesicher mitarbeiter von intrek, unserer trekking-agentur, den ich auch sofort wiedererkannte – und er mich... ebenfalls eine freudige begrüssung...
aufenthalt in kathmandu
nun kam man auch in ersten kontakt mit den anderen expeditions-teilnehmern. - mit unserem flieger kam ausser uns keine weitere summit-club-gruppe, so dass man die summit-reisenden an ihren gepäckstücken gut erkennen konnte. – am gepäckband stand in unserer (alli & ich) nähe ein etwas älterer herr, der mir auffiel und mir doch etwas seltsam vorkam... er trug ne ziemliche kugel an der stelle, wo man bei ExpeditionsTeilnehmern nach meiner bisherigen erfahrung eher n waschbrett erwartet. und auch sonst wirkte er eher wie ein KomfortTrekkingTourist... sollte also der pumori doch n lift auf der rückseite haben, wie ja einer meiner kollegen vor meiner abreise gespottet hatte??? - aber man kann sich ja täuschen ...abwarten ...vielleicht ein eddy merckx der berge...wer weiss...
es ging zum hotel, wo wir uns noch bis etwa 1 uhr in der nacht besprachen...ulrike, die aus südafrika angereist war, lag „schon“ im bett... den nächsten tag verbrachten wir noch in kathmandu... luis hatte geschäftliches zu erledigen... und wir mussten unser gepäck trennen ... in ein gepäckstück, das direkt bis ins basecamp durchging... und ein zweites, das uns allabendlich auf dem trek zur verfügung stehen sollte... nach dem frühstück gabs eine offizielle begrüssung unter der leitung von christof... mit uns war eine TrekkingGruppe eingetroffen... und christof führte in seinem vortrag in land und leute ein... zudem stellten sich die sherpas vor, die unsere touren begleiten würden... ich entdeckte pasang, unseren sirdar von der cho oyu expedition aus dem letzen jahr. - er ging mit einer gruppe als sherpa-guide zum island peak. – grosses glück für diese gruppe, denn pasang ist ein mann mit umfassenden wissen und ein sehr netter mensch zudem ... als sirdar hatte er auf unserer expedition einen tollen job gemacht...
ich nutzte den tag noch für einen einkauf in kathmandu ... wollte mir noch daunenfüsslinge besorgen ...und eberhard, ein kollege, brauchte noch einen grossen rucksack... all das bekommt man in kathmandu problemlos... wir zogen dann zusammen los und genehmigten uns als erstes eine pizza in der pizzeria fire&ice, bevor es dann an die besorgungen ging... thamel, das Einkaufsviertel von kathmandu war auffallend touristenleer für diese jahreszeit... das hab ich schon anders erlebt. - grund wird die dauerhafte politische instabilität sein... obwohl die touristen davon kaum was spüren... die nepali selbst aber dafür umso mehr... damit tut sich das land keinen gefallen... aber es eben so, dass das die machthaber einen feuchten pups interessiert... und das ist nicht nur in nepal so... im übrigen ist nepal das land mit den meisten vermissten ... unauffindbar verschwundenen menschen in der welt...ein trauriger rekord...
flug nach lukla
am nächsten morgen gings dann ab nach lukla... man fliegt mit ner kleinen PropellerMaschine dorthin... zunächst kamen wir nicht weg... aufgestanden waren wir bereits morgens sehr zeitig um 5 uhr – um möglichst schnell wegzukommen... hahaha – aber das wetter war nicht gut genug...zwar schien die sonne, aber es sind sichtflüge... und in lukla, was ne halbe flugstunde entfernt liegt, waren zuviele wolken... wir zogen schon in erwägung, n hubschrauber zu chartern... scheiss auf das geld... einfach um nicht gleich schon am ersten tag unnötig zeit zu opfern, die uns am ende vielleicht am berg fehlen würde...
apropos berg... am vorabend hatten wir auch ne besprechung zur AufstiegsRoute gehabt... das erste mal, dass ich mir so richtig bewusst klar machte, dass das wohl kein spaziergang war... wir machten nun auch ne kleine vorstellungsrunde ...und wie sich rausstellte, war ich von lauter richtigen bergsteigern umgeben, die schon alle möglichen schwierigen dinge gemacht hatten... naja... aber eben auch nur in den alpen... aber sogesehen war ich denn auch "ausser konkurrenz" dabei, da ich ja ein höhenwanderer bin - und kein bergsteiger. - tobias fragte erstaunt, ob ich denn in den alpen noch nie was schwereres gemacht hätte -hihi. - "aber tobias, mensch, ich bin doch nie in den alpen, hahaha, DAFÜR fahr ich doch grad zum pumori, mensch! ";-))) - intuitiv hatte ich natürlich schon gewusst, dass der pumori net so easy werden würde ... aber ich wollts halt auf mich zukommen lassen... wie beim CHO z. b. auch::: ich geh da eben einfach hoch...und wenn ich halt an meine leistungsgrenze komm...sei es eben die technische... dann is halt ende im gelände (((im wahrsten sinne des wortes)))... und ich geh wieder runter...ganz einfach... wichtiger als der berg war mir, mit luis und alli zu gehen... und ne andere expedition hatte ich eh keine gefunden, die terminlich gepasst hätte...und so wäre ich notfalls trekken gegangen... und trekking war das ja hier nun auch... bis ins basecamp zumindest...
irgendwann um die mittagszeit legte die fliegerstaffel aber dann doch los und wir gelangten nach lukla...im flieger sass ich zufälligerweise (???) neben der stewardess...monsun hiess sie...das war lustig und kurzweilig... sie bot den fluggästen zwischendurch mal bonbons und wattebäusche für die ohren an...

trekking ins basecamp
von lukla aus startete nun das trekking zum basecamp ... klar gibts auch da einiges zu erzählen... waren ja mehrere tage – und trekking ist ne tolle sache – find ich jedenfalls... aber hier solls ja mehr um den pumori gehen...und so will ich das trekking nicht näher ausführen... allerdings ist festzustellen, dass trekking ne ideale möglichkeit für die akklimatisierung ist. – man geht zu fuss langsam immer höher und erreicht nach ner woche das basecamp auf 5.300m... das ist vergleichsweise mit der anreise zum ABC des CHO ideal...

dort fährt man bis auf 4.400m höhe und geht dann zu fuss ins ABC auf 5.700m. das ist für den menschlichen körper eine ExtremBelastung und die meisten bergsteiger erreichen das basecamp mit starken anzeichen von höhenkrankheit. – wenn dann noch ne erkältung dazu kommt, kanns passieren, dass man das ABC gleich wieder verlassen und absteigen muss, um sich zu erholen... ein so grosses risiko gibt es da beim trekking über mehrere tage ins basecamp diesmal nicht...und ich fühle mich jederzeit gut und habe auch keine probleme mit kopfschmerzen, wie sonst schon mal...
zur strategie und taktik ist zu bemerken, dass ich mich – wie immer – sehr zurückhalte... kräfte schonen ist das oberste gebot ... ich brauche keinem was zu beweisen... und weiss sehr gut, wie stark oder schwach ich bin... ob andere das auch wissen, interessiert mich nicht... und ich weiss sehr gut, dass ich für notfälle ganz sicher einige reserven habe. - mit alli habe ich auf der tour die ideale begleiterin dabei... wir haben ne ähnliche strategie... und harmonieren sehr gut...

ich sage immer::: „lass sie alle rennen, wenn sie wollen...“ – ich habe schon genügend leute gesehen, die später eingegangen sind... vor allem auf der gipfeletappe - oder noch später im abstieg ... und da drehn wir dann auf, alli und ich ... denn in dieser höhe. – und erst recht, wenns auf über 8.000 geht, ist es gut, sich in einem möglichst kleinem zeitfenster zu bewegen.... sprich möglichst zügig rauf und wieder runter ... wenn man in dieser höhe schwächelt, kann man sicher davon ausgehen, dass man sich nicht erholen wird... und dass man zunehmend immer schwächer werden wird... nicht umsonst geschehen die meisten unfälle im abstieg. – das sind so meine erfahrungen, erkenntnisse – und meine einstellung zur taktik am berg. – aber da muss sich jeder selbst halt sehr gut kennen und seine eigenen erfarungen machen. alli meinte mal, ob es mich nicht nervt, so langsam mit ihr zu gehen... aber davon kann keine rede sein... ich würde auch allein nicht schneller gehen ... warum auch???

ankunft im basecamp
das basecamp erreichten wir am 7.10. – es liegt auf über 5.300 m höhe – in absolut exclusiver lage... und erhielt sehr schnell den namen "pumori beach", weil es am ufer eines kleinen gletschersees liegt – eines von zweien, die zwischen basecamp und dem pumori selbst liegen...
man geht über schotter aufsteigend an diesen seen vorbei, wenn man zum ABC aufsteigt... der boden im basecamp besteht also auch tatsächlich aus sand...eine oase mitten in all dem schotter um uns rum... die umgebende bergwelt ist einmalig und phantastisch ...etwa östlich – wenn man also aus dem basecamp in richtung pumori blickt – liegt der kala pattar (5.554m), einer der aussichtswanderberge im khumbu – nördlich blickt man auf den pumori, ein wirklich imposanter berg, der mich an die EigerNordwand erinnert, nur halt nicht so düster, weils keine nordwand ist. – und westlich wirds dann ziemlich illuster::: mit everest (8.850m), der unterhalb von seiner westschulter - die wie ein eigener berg erscheint - verdeckt wird... daneben dann mächtig - und mit dem pumori gemeinsam praktisch unser zweiter hausberg der nuptse mit 7.873m...
hier im basecamp zeigt er sich von seiner schönsten seite, wie wir finden... er breitet - ähnlich wie die ama dablam - zwei seitenausläufer aus. das wirkt ein wenig wie zwei weisse arme, die der berg zur seite hin einladend öffnet, als wolle er jemanden willkommen heissen ... ein toller und gewaltiger anblick, mit dem der düstere gesteinsbrocken, als der sich der everest zeigt, nicht mithalten kann... es gibt besonders zum nachmittag hin oft schöne naturschauspiele, wenn sonne und wolken ihr spiel mit den bergen treiben. der gipfel des everest wirkt dann eher wie ein goldener edelstein... jedenfalls dürfte pumori beach wohl eine art herzstück auf der erde sein – das mekka für bergsteiger sozusagen... an diesem exclusiven ort werden wir nun die nächsten 3 wochen sein – bis zum 27.10.
erster aufstieg ins ABC auf 5700m
nun, nachdem wir uns im basecamp etabliert haben und einen ruhetag einlegen, gehts am folgenden tag gleich los, material den berg hoch zu schaffen... wir machen einen ersten reinen material-transportgang hoch zum ABC und weiter darüber zum materialdepot. - luis und die sherpas errichten derweil - mit unterstützung von tobias - schon das ABC... und oberhalb des ABCs auf etwa 5.850m richten wir später im hang ein materialdepot ein, wo wir das zeugs ablegen, das weiter den berg hinauf zu CI oder CII geschafft werden muss... wir werden es dort bei unseren aufstiegen zu Ci aufnehmen und weiter mit hochnehmen. es handelt sich im wesentlichen um fixseilrollen, zelte, kocher, kartuschen und nahrungsmittel...
bei unserem zweiten aufstieg zum ABC, zwei tage später, als wir auch erstmals material zum depot weiter hoch bringen, zeigt sich, dass zwei mitglieder unserer gruppe den pumori wohl probleme bekommen werden::: erstens wird der ältere herr – er heisst wolfram und ist 64 jahre alt ... den pumori nicht besteigen. er geht nicht mal bis zum MaterialDepot mit. - zunächst meint er auf meine frage hin, dass er das heute auch gar nicht auf seinem plan gehabt hätte. das leichte seil, was er im rucksack als anteil am materialtransport trug, wirft er vor der schwierigen EisQuerung einfach in den schnee ...alli nimmt es auf, packt es wortlos in ihren rucksack, weil das seil ja dort nicht dort liegen bleiben kann und wolfram offensichtlich nicht weitergeht...
allis handeln findet er arrogant – und stellt sie dafür später zur rede. Ich stand neben alli und habe diese szene aus nächster nähe miterlebt. die einzige erklärung für wolframs emfinden ist wohl, dass er in dem moment hart von den tatsachen eingeholt wurde. - der unterscheid zwischen anspruchsdenken und wirklichkeit war in seinem fall sehr weit auseinander klaffend... und alli hatte einfach nur das seil aufgehoben, was wolfram in den schnee hatte fallen lassen. so nachlässig behandelt ein bergsteiger sein material normalerweise nicht - und schon gar kein SEIL, an dem mglw. später sein leben hängen kann...
später im basecamp wird wolfram entscheiden, dass er am pumori nicht weiter in die höhe gehen wird. damit ist er also bis kurz übers ABC gekommen...eben soweit bzw. hoch, wie man ohne technische hilfsmittel problemlos kommen konnte. - sicher eine gute entscheidung für ihn. ganz sicher aber auch für die gruppe - denn wenn so jemand weit oben in der höhe krank wird - und dann runter transportiert werden muss??? was dann??? nachdem wir später das gelände kannten, hab ich nur gesagt, dass ich nicht hätten erleben mögen, überhaupt irgendwen - geschweige aber erst recht einen solch schweren und grossen menschen über diese ausgesetzte route bergen zu müssen ... also sicher eine entscheidung wolframs, die vernünftig war und respekt verdient – keine frage...
neben wolfram sah auch gunter seine grenze am pumori erreicht ...er kämpfte sich redlich bis zum materialdepot hoch und legte sein zeugs dort ab ... meinte dann aber später, wieder im ABC angekommen::: das wärs für ihn gewesen... der pumori läge ausserhalb seiner möglichkeiten... für gunter stand sehr schnell fest, dass er einen gipfel aus nepal mit in die heimat nehmen wollte – zumindest einen echten 6.000er... und so entschied er sich spontan für den island peak, der mit 6.189m 4 meter höher ist als unser CI. - rainer, der guide vom summit-club, der am island peak während der saison die summit-gruppen führt, hatte unsere gruppe ausdrücklich zum island peak eingeladen, falls wir zeit hätten, dort vorbei zu schauen... zumal man das dortige basecamp gut vom pumori-basecamp erreichen konnte...und so machte gunter einen abstecher dorthin, bestieg den berg erfolgreich und kam auch wieder zu uns zurück ins basecamp.
um gunter tats mir schon leid... er ist ein sehr netter mensch... und ich hätte ihm schon zugetraut, dass er noch ein stück den pumori hoch gekommen wär... aber ihm war der gipfel des island peaks wertvoller als am pumori auf irgendeiner höhe zu scheitern. - gunter ist in den alpen ein excellenter bergsteiger - und für ihn spielt das erreichen des gipfels schon eine grössere rolle... nun sass er im ABC und schaute die eisrinne zu CI hinauf::: "so ein wändle da" - und schüttelte dabei den kopf...

nee, was musste ich lachen, wie er da so resigniert im ABC sass und gespielt leidend ...einhergehend mit einer theatralischen weitausladenden geste seiner arme ... diesen spruch los lies::: „des wändle da“ – eben nach dem motto::: in den alpen hätte er sich 2 eisgeräte geschnappt und wär da mal eben hochgefegt... aber hier schnappte er schon unterhalb der eisrinne am depot derart nach luft, dass (seiner meiner nach) nix mehr ging... wir haben viel gelacht... das wurde auf der reise zum geflügelten spruch::: „des wändle da...“ – meist gefolgt von einigem schmunzeln... besonders zwischen gunter und mir...denn wir hatten auch schon vorher unseren spass miteinander gehabt...

kontrast::: rotpunkt-kletterer (gunter) vs.höhenwanderer (ich)
eines abends unterhielten wir – gunter und ich - uns in der lodge in periche ... und irgendwie fiel das stichwort „rotpunkt“. - ich hatte da zwar auch schon mal was von gehört, aber hab gunter dann gefragt, was das denn genau wäre – er schien sich ja bestens auszukennen. - oh weh! - da ist er fast an mir verzweifelt, dass ich das net kannte ... hahaha... und als er erstmal hörte, dass ich auf m CHO war, da hat er die welt nicht mehr verstanden...nach dem motto: „der kerl (also ich) war auf m 8.000er und kennt rotpunkt nicht“... also gunter ist ein echter „bergfex“ in den alpen, der dort wohl nicht vor viel zurück schreckt... klettert 9. schwierigkeitsgrad rotpunkt...und man sieht ihm die dafür erforderliche kraft auch äusserlich an ... gunter ist ein supernetter typ... eben kein MachoGehabe, sondern n lieber mensch mit super viel herz...wir ham uns gut verstanden... und – was ja wichtig ist - wir hatten auch sehr viel spass – oft was zu lachen ... immer wieder dieser kontrast, dass ich eben als höhenwanderer - und quasi ahnungsloser - kein problem am pumori hatte... und er halt vom technischen her am pumori nie eins gehabt hätte...aber seine kondi halt nicht reichte...
besonders schön war auch eine andere geschichte mit gunter... ich hatte ihm schon vorher ein schlechtes gewissen auf dem trek gemacht, wenn er abends mal n glas rotwein getrunken hatte ... am dritten tag hatte er schliesslich echt keinen spass mehr dran... auf dem rückweg nach der tour haben wir uns dann in der lodge in periche gemeinsam ne flasche wein genehmigt...
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luis
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und nach seiner aufgabe am pumori hab ich dann zu ihm gesagt::: „gunter, ich trainier dich - und in 2 jahren gehn wir auf die ama dablam!“...hihi... da hat er dann immer den kopf geschüttelt und resigniert gelacht::: „der kerl da...“ - und hat den kopf geschüttelt, weil ers nicht fassen konnte... meinte aber gleichzeitig: „sag niemals nie“. - echte berge fangen ja in nepal eigentlich erst ab 7.000 m an... alles andere sind eben „nur“ trekking-peaks. aber die ama dablam ist mit ihren 6.800m trotzdem ein echter berg – da gibts ne ausnahmeregel für schwierige berge, die niedriger als 7.000 m sind...und gunter hat ja nun mit dem island peak einen 6.000er „in der tasche“... da wär nun eigentlich für sein tourenbuch ein 7.000er dran - wenn... - aber er meinte dann... die ama, das könnt vielleicht doch was für ihn sein...
er wollte auch nicht ausschliessen, dass er nochmal den pumori angehen würde... mit besserer vorbereitung dann natürlich ... (((kein problem mit mir als trainer...hab ich ihm natürlich gleich gesagt, womit wieder ne runde lachen und kopfschütteln eingeläutet war::: "der kerl da..." womit ich gemeint war...))) ... allerdings gab es von denen, die nun bis knapp unterm gipfel waren, keinen, den es nach einem weiteren versuch verlangte, zumal wir ja alle technischen schwierigkeiten bewältigt hatten und andererseits die objektive sicherheit auch im seil schon ab und zu bedenklich schien – und man doch irgendwie „etwas“ gefährlich unterwegs war... naja, aber gunter ist einer, der diese route sicher auch im vorstieg gehen würde, wenn... ja wenn sie eben in den alpen läge ...
ach ja...bliebe anzumerken, dass auch wolfram zum island peak ging... vor verlassen unseres basecamps gabs wohl noch schwierigkeiten mit den portern. – keine ahnung, warum...(((vielleicht wollte wolfram deutschsprechende? –hihi)))... – wolfram ist dann - warum auch immer - auch am island peak vorbeigezogen... weiter nach namche, wo er dann ACHT tage ausharren musste, weil er kein geld mehr hatte... ausgefallene geschichte - das hat was::: acht tage in namche, weil man kein geld mehr hat... die porter hätten ihn „ausgezogen“, meinte wolfram – und 1.000 RPs pro tag verlangt, statt der üblichen 400... naja... however - so ist es wolfram ergangen... gunter hingegen war nach ein paar tagen ohne besondere vorkommnisse wieder zurück bei uns im basecamp... und er war sofort wieder voll ins team integriert... hat auch nach seiner rückkehr ganz normal weiter mit angefasst, als es drum ging, das material vom berg runter zu schaffen... das war (ist) gunter, ein feiner kerl eben...
wir haben einen notfall...
soooooo – aber die dinge nahmen ihren lauf... irgendwann kam der tag, wo alli und ich auf CI pennen wollten... andere waren schon oben gewesen...aber uns ging das zu schnell... warum unnötig vorzeitig hochgehen, wenn man eh noch nicht weiter richtung lager II kam... und an dem tag hatten wir also „auf CI pennen“ in der mache... man konnte natürlich auch direkt aus m basecamp zum CI aufsteigen, aber dazu muss man sich erstmal durch schotter zum ABC raufquälen, dann umziehen, und weiter zum CI hoch...warum sollte ich das ohne zeitnot tun... da geh ich doch lieber nachmittags gemütlich aufs ABC, penn da in ruhe und geh am nächsten morgen auf CI – man ist ja schliesslich nicht mehr der jüngste und kraft verschwenden is nicht mein ding...und so hatten wir also an dem abend "pennen auf m ABC" im plan - und morgens dann hoch zu CI ...
wir waren also zunächst auf m ABC und hatten grad ein zelt bezogen... hatten die "arbeit" hinter uns...gekocht... schlafstatt eingerichtet... und wollten ne gemütliche runde unter freunden quatschen, bevor wir uns schlafen gelegt hätten... da kam luis den unteren geröllhang oberhalb des ABCs runter ... er lief geschickt wie ne gemse auf seinen steigeisen im dicken gestein, was mich - in meiner typischen art - veranlasste, ihn ein wenig zu necken und ich sagte sowas wie::: "luis kommt da runter wie ne gemse" - aber er sagte nichts und als er keuchend vor unserem zelt stand, rief er nur::: "wir haben einen notfall! - der singi ist abgestürzt!"

DAS schlug bei alli und mir ein wie ne bombe... ich fragte sofort, wo er läg und was ich tun könnte... und so schaffte ich mich innerhalb von minuten in meine klamotten und ging ungesichert im affentempo den hang hinauf... im rucksack einen schlafsack für den verletzten - und tee, den wir grad gekocht hatten... mir folgte gunter, der auch im ABC war, aber halt nicht die ausdauer hatte – und weit zurück blieb ich erreichte singi etwas unterhalb und rechts unseres depots ... kazi und cheddar waren bei ihm ... singi hattte offensichtlich starke schmerzen und sein gesicht sah schlimm aus... kurz nach mir kam auch luis wieder hoch... mit einem weiteren schlafsack... wir überlegten was am besten zu tun wäre... es wurde inzwischen dunkel und eine möglichkeit wäre gewesen, ein zelt aufzubauen... aber das hätte eine weitere nacht hier oben bedeutet...zeitverlust... und runter musste er so oder so... nun, however...es folgte singis rettung aus dem eis... wobei auf dem weg ins ABC insbesondere die kritische passage über den eisbruch in der dunkelheit eine schwierige hürde war...
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unten im ABC war auch noch wolfram, der sich ausdrücklich nicht an der rettung singis beteiligen wollte... immerhin hatte er aber abends ...als wir mit sinigi runter kamen, heisse getränke für uns vorbereitet, so dass wir nicht auch noch kochen mussten - selbiges tat er auch am nächsten morgen in aller frühe um 5 uhr...eine nette geste, zumal es für die anderen genug zu tun gab, um sinigs abtransport weiter abwärts vorzubereiten...
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jedenfalls holten wir singi an dem abend noch mit 2 sherpas, luis, gunter und ich ins ABC... zunächst war nicht klar, wie sehr er verletzt war... er fasste sich immr an die brust und stöhnte bei jeder bewegung... wir mussten ihn zunächst in einen ersten, dann in einen zweiten schlafsack schaffen, damit er keine erfrierungen bekommen konnte... und dann mit den schlafsäcken in einen biwaksack hinein... wir befürchteten zunächst, dass singi was an der WS haben konnte... aber wir hatten keine wahl... liegen lassen konnten wir ihn dort nicht... das wäre sein tod gewesen...und ein helikopter kam nicht in diese höhe...
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wir hatten das grosse glück, dass ulrike an diesem tag von CI ins basecamp abgestiegen war ...der rest der gruppe war im ABC oder auf CI... und so konnte ulrike die koordination des heli-einsatzes übernehmen... und mit dem team der sherpas aus dem basecamp auch einen heli-landeplatz vorbereiten... denn in dieser schotterwüste landet ja nicht „mal eben so“ ein heilkopter... der heli kam am nächsten tag und landete auf diesem platz in der nähe des basecamps.. die stelle lag zwischen den beiden gletscherseen - sonst war weit und breit kein geeigneter landeplatz für einen hubschrauber zu finden – und ulrike hatte hier unten auch grossartiges geleistet...
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mit der hilfe der küchenmannschaft, die aus dem basecamp hoch gekommen war und einem weiteren mann aus unserer mannschaft, der zwischenzeitlich morgens aus dem CI abhestiegen war, schafften wir dann singi zum hubschrauberlandeplatz hin... zunächst war die vorgabe gewesen, wir hätten singi nach lobouche runterschaffen sollen... hier hat ulrike geschickt verhandelt... und erreicht, dass der heli hochkam... runtertragen bis nach lobouche wäre uns schlicht unmöglich gewesen... nicht durch solches gelände... es war eine elende schlepperei... wobei singi ja noch ein leichtgewicht war, wenn man das mal mit cédric am cho oyu vergleicht... sein transpport auf der trage vom killerhang zum ABC war ganz sicher ein noch viel härteres stück arbeit...
„hut ab, gunter!“
ganz besonders gut hat mir bei der rettungsaktion – neben der leitung durch luis - gunter gefallen, was ich ihm auch sagte. - und wie sich jemand in einer solchen situation verhält und einbringt ist weder eine sache des alters - noch des geschlechts - sondern es ist der charakter und das HERZ – gunter hat sich sehr für singi eingesetzt... war sicher derjenige, der am meisten getragen hat... sich auch emotional immer wieder dem verletzten zugewendet hat...das bauen der zweiten trage geleitet hat, als luis schon weiter unten war, um mit ulrike noch mal alles für den heli-einsatz abzustimmen ... er hat sehr viel verantwortung mit sehr viel HERZ übernommen – „hut ab, gunter!“
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dann kam die erstbegegnung von monu, unserem koch, mit singi, den wir zu der zeit auf einer gebastelten trage, mit 6 leuten auf den schultern trugen... und der vor schmerzen stöhnte... monu konnte sich die tränen nicht verkneifen... er stand am wegesrand und musste weinen...ein mann über 50 jahre, der in seinem leben viel erlebt hat - schon als küchenjunge 1968 mit reinhold messner am makalu auf einer WinterExpedition war - ganz sicher kein weichei... aber ein mann mit sehr viel HERZ... er packte sofort energisch mit zu... musste aber, wenn er abgelöst wurde immer wieder weinen... ich nahm ihn in den arm und tröstete ihn...ebenso wie alli dies tat...
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und als wir dann am see waren...und auf den heli warteten... da sass monu auf dem boden im grätschsitz... und singi lag zwischen seinen beinen und an seine brust gelehnt... er schützte ihn vor der sonne und später dann auch - als der heli kam - vor dessen wind, verursacht durch die rotorblätter und vor allem dem schmutz, der zwangsläufig von den rotorblättern aufgewirbelt wurde ... monus rücken wurde von gunter im gegensitz rücken an rücken abgestützt und später dann von alli... dann kam der heli und singi wurde abtransportiert... so war das...
platz der freundschaft
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ich fragte monu, mit dem ich mich eh gut verstand, später, dass mir seine rührung aufgefallen war... und wie er zu singi stände... ob sie verwandt wären... oder freunde... und er sagte, sie wären beste freunde... und ich dachte für mich::: SO sollten beste freunde sein... und ich nannte den platz, an dem singi und monu auf den heli gewartet hatten „platz der freundschaft“...
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in meinem täglichen gedanken abends zur musik im zelt, reifte dann in mir der gedanke, dass ich monu und singi je eins der beiden herzchen geben wollte, die ich ja an meiner halskette trug und die ich eigentlich nach dem nächsten 8.000er verschenken wollte ...an zwei menschen, zu denen sie dann passten – und die ich sicher finden würde ...
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ich überlegte immer wieder, ob ich es machen sollte oder nicht... und schliesslich ging ich am vorletzten tag unseres aufenthalts im basecamp zu monu und fragte ihn, ob er etwas zeit für mich hätte. - er hatte. - und so gingen wir zum platz der freundschaft... und ich bat ihn, sich zu setzen... zwischenzeitlich war dort eine britische expedition mit ihrem basecamp angesiedelt und deren sherpas standen mit etwas abstand um uns rum, um zu sehen, was da abging... und ich nahm die kette von meinem hals, nahm die herzchen von der kette, und erklärte monu die bedeutung des moments... auch die bedeutung, was mir freundschaft und eben HERZ bedeuten ... und dass fortan er eins der herzchen für sich behalten sollte...und er das andere singi geben sollte, sobald er ihn besuchen konnte... ich war mir sicher, dass es für singi eine erinnerung an seinen sturz sein würde... und zugleich eben ein zeichen seiner freundschaft zu monu, die sich in diesen momenten der rettung so deutlich gezeigt hatte... monu verstand sofort...

naja... singi hat glück gehabt...er hat überlebt...noch in der nacht im ABC hatten wir grosse sorge, dass er diese vielleicht nicht überleben würde... aber seine verletzungen stellten sich als nicht so schlimm heraus – gemessen an der schwere des sturzes... er ist in einer guten privat-klinik behandelt worden und er wird aller voraussicht nach wieder als climbing-sherpa arbeiten können, was natürlich sehr wichtig für ihn ist...seinen job nicht zu verlieren...und seine familie (frau und 2 kinder) ernähren zu können...
endlich doch noch schlafen auf CI
mit der rettungsaktion hatten wir also nun 2 tage zeit verloren...nix wars mit dem schlafen auf CI gewesen. - das holten wir dann aber gleich nach... die tour hoch zum CI ging durch eine steile eisrinne...
und als ich das erste mal dort hoch ging, hätt ich kotzen können... ich hab ständig nur geflucht, weil der schnee sehr weich war...ich hatte keine stollplatten unter den steigeisen und rutschte ständig zurück... das war sehr kraftraubend - und frustrierend ...und alli musste mich schliesslich ermahnen, positiv zu denken, weils sonst noch schlechter ginge, wie sie meinte ... besonders ärgerlich war, dass ich vorher noch an die stollplatten gedacht hatte, aber alli hatte gemeint, ich sollte das etz lassen, wir wären schon spät dran... und ich hielt sie dann auch nicht für nötig...naja... ein irrtum... ich hatte nicht damit gerechnet, dass der schnee so aufgeweicht wäre...
Adlerhorst CI – ein sehr exponierter lagerplatz auf dem first eines grats
dass CI sehr ausgesetzt war, hatte sich ja mittlerweile rumgesprochen... der grat auf dem es sich befand, sollte an manchen stellen eine „knife-edge“ – also messerschneide sein, hatte luis mal gesagt... aber CI dann life zu erleben war schon ein erlebnis für sich...
einfach irre::: man kommt das ende der eisrinne hoch... also praktisch quer zum first des grats... erreicht dort einen kleinen standplatz von vielleicht einem halben quadratmeter ... und nix is mit grosser plattform eines hochlagers, wo man sich nun vielleicht mal frei bewegen könnte... man hat den first des grats vor sich und kann gleich über den grat hinweg auf der anderen seite wieder hinunterschauen, wo es genauso steil abwärts geht, wie auf unserer seite... mhmmm – also erstmal nix mit entspannung ... am grat entlang läuft ein fixseil... zu seiner linken seite gehts zum CI – nach rechts weiter über den grat in richtung weiteraufstieg zu CII hinauf... man muss im fixseil gesichert bleiben, solange man sich auf CI irgendwie ausserhalb der zelte oder schneehöhle sicher bewegen will...
CI erreicht man, indem man - nun parallel zum grat - über einen kleinen tritt im schnee, der einen fuss breit ist, zunächst in richtung auf unsere schneehöhle zugeht ... an der schneehöhle vorbei gehts auf diesem tritt weiter in richtung der zelte... der platz für die zelte ist derart klein... zunächst passte überhaupt nur ein ZweimannZelt hin...später haben wir dann 2 zelte hinbekommen, die aber eigentlich nur EinmannZelte waren – und deren apsiden aus gründen von platzmangel nicht aufgestellt werden konnten ...
eins der zelte war sogar mit einem seil mitten durch das zelt gesichert... und der standplatz der zelte war so klein, dass es zur einen seite nach ungefähr 10cm neben dem zelt senkrecht in die tiefe ging...und auf der anderen seite ... also der zugangsseite ... gab es ungefähr einen meter platz, bevor es genauso senkrecht runter ging... und den miniweg zur eishöhle oder zum zeltplatz zu begehen war zwar auch mit bergschuhen – also ohne steigeisen möglich, keinesfalls aber etwa nur mit innenschuhen – und immer im fixseil gesichert... das risiko, auf der nur leicht profilierten sohle wegzurutschen wäre zu gross gewesen... naja... einfach nicht zu beschreiben – DAS muss man erlebt haben ... und wenn man im zelt lag, knackte es schon mal unter einem...und der gedanke, dass das ganze mit einem in die tiefe rutschen konnte, war in meinem hirn durchaus vorhanden (und wie ich von anderen hörte, nicht nur in meinem) ...
ich schlief auf CI eine nacht in der eishöhle und - später beim gipfelaufstieg - eine nacht im zelt... beides erlebnisse für sich... und die nacht vor dem weiteraufstieg zu CII – und damit gipfelangriff – schlief ich bis mitternacht nicht sehr gut, weil ich zum einen an die sicherheit meines zeltes dachte... und zum anderen daran, dass ich morgens weiter über den grat aufsteigen musste... und grate sind nicht grad meine grosse liebe...
Aufstieg zu CII

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naja, abends vor dem gipfelaufstieg von CI zu CII kam per funk dann noch von luis die info, dass die tour zu CII – obwohl nur etwa 400 höhenmeter, eine sehr anstrengende 8,5 stunden-tour wäre... – wir hatten hauptsächlich aufgrund des platzmangels auf CI 2 aufstiegsgruppen gebildet, die um einen tag versetzt gingen ...und ich ging in gruppe 2. – unsere vorgänger waren am vortag wohl ins dunkle gekommen, weil die tour unerwartet lang gewesen war .... und wir sollten uns also zeitig auf den weg machen... alli und ich waren bereits um 8 uhr startklar, so wie es ausgemacht gewesen war... aber tobias war noch nicht fertig.... neben ihm ging noch eberhard in gruppe 2 ... in gruppe 1 gingen vorzugsweise die leute, die auch zu anfang schnelleren drang nach oben hatten und sich schneller akklimatisiert hatten...
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warum ausgerechnet tobias, der mann, der immer vorn mit dabei war und sich immer perfekt stark und gut gefühlt hatte, nicht in gruppe 1 ging, hat sich mir nicht ganz erschlossen. - er war mit ulrike auch der erste gewesen, der überhaupt auf CI gegangen war – und dann auch noch gleich 2 nächte dort übernachtet hatte... zu einem zeitpunkt, den ich für mich so früh nie gewählt hätte... dafür verbrachte er dann nach seiner rückkehr ins basecamp allerdings mehrere ruhetage dort, die ihn schon unruhig werden liessen.. warum er also nicht mit der ersten gruppe gleich gen gipfel zog, habe ich nicht verstanden... er war ausgeruht, fühlte sich die ganze zeit ohnehin immer sehr stark... vermittelte einen eindruck von grosser selbständigkeit und erfahrung, wäre also sicher auch nicht auf luis angewiesen gewesen... und hatte auf jeden fall auch einen grossen „zug“ in richtung gipfel... war zudem oft mit ulrike unterwegs gewesen – verstand sich auch gut mit ihr und liess sich nun ganz ans ende zurückfallen... das passte irgendwie nicht so richtig ins bild... und ich habs wie gesagt nicht verstanden... irgendwie passte es nicht so recht zu tobias, dass er in gruppe 2 ging...
GratPhobie (ich)
am morgen des aufstiegs zu CII war der grat dann kein so grosses problem, wie ich zunächst gedacht hatte.... eine passage war allerdings so ausgesetzt, dass man oben auf dem grat gehen musste. - zwei füsse hatten nebeneinander platz ... aber es ging zu beiden seiten senkrecht runter... und der schnee war lockerer, festgetretener pulverschnee... und damit hatte man keinen sicher halt... denn der tritt konnte seitlich nachgeben und wegbrechen... und man ins leere abrutschen... und wenn man dabei dann ins straucheln gerät...
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naja... auf m hinweg hab ich es sogar geschafft, aufrecht über diese passage zu gehen....auf dem rückweg – es ging dann auch noch leicht bergab auf diesem stück - bin ich rückwärts auf allen vieren gegegangen...wobei ich, wie ich im späteren austausch feststellte, nicht der einzige gewesen war, der diese wenig elegante technik eingesetzt hatte ...aber warum unnötig etwas riskieren....zumal man auf dem rückweg an diesem punkt schon ziemlich ausgepowert war ...und bekanntlich geschehen unfälle meist im abstieg, wenn man erschöpft ist und die konzentration nachlässt...
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nun, der weitere aufstieg war einfach „nur“ ununterbrochen anspruchsvoll und sehr anstrengend... man musste um 2 FelsGendarme rum... dann eine eisrinne hoch... und der rest ging dann über ausgesetzte grate weiter... das war zuweilen sehr spannend. wir hatten immer die vorgabe, besonders an diesen graten immer nur zu je einer person zwischen 2 fixpunkten im seil zu gehen... eben weil die sicherheit der fixpunkte in dem weichen lockeren schnee nicht gewährleistet war. - für den fall eines absturzes war davon auszugehen, dass möglicherweise der erste fixpunkt nicht halten würde – und erst der zweite halten würde... und so gabs für mich nur eins: volle konzentration, um möglichst erst gar nicht ins seil zu fallen... weniger problematisch war das im fels oder eis, weil dort die haltepunkte bombenfest waren...
zwischendurch gabs im aufstieg dann kleinere felsblöcke im lockeren schnee. - diese zu überwinden wäre bei festerem schnee leicht gewesen, aber so brachen immer wieder die tritte weg... und es war dann sehr anstrengend, immer wieder neu zu versuchen, eine solche stelle zu überwinden... da konnte der puls schon ziemlich hochschnellen... jürgen meinte später dazu::: er hätt heulen können, so sehr hätt ihn das genervt... und dann kam endlich CII in sicht... dachte ich... ich sah cheddar, einen unserer ClimbingSherpas oben am hang sitzen... und luis kam mir entgegen. - ich fragte ihn, ob das CII wäre...und er bejahte dies... ich fragte weiter, wo denn unsere zelte wären... man sah sie nicht – und ich dachte an eine mulde...aber luis meinte... lass dich überraschen...naja. – ein überraschung war CII dann wirklich::: die zelte standen in einer eishöhle geschützt...
wahnsinn...ne richtige kleine stadt im hang... platzmässig war es nun sehr eng, weil wir ja alle oben waren.... gruppe I hätte eigentlich schon heute zum gipfel gehen sollen... aber das war fehlgeschlagen, weil uns fixseil fehlte, was die sherpas wohl vergessen hatten mit hochzunehmen... und so musste gruppe 1 also auf die 2. gruppe warten, die ja das fixseil unterhalb von CII noch brauchte... um dann am nächsten tag für den gipfelangriff aus der passage unterhalb von CII fixseil rauszunehmen und oben weiter zu verwenden ... so der plan... aufstieg also am nächsten tag mit der ganzen gruppe...
CII – eine stadt im eis
in der eishöhle herrschte bei unserer ankunft zunächst buntes treiben... und es gab eine etwas unschöne diskussion, wer mit im SherpaZelt schlafen sollte... eberhard, der in das zelt einziehen sollte, wollte nicht dort schlafen... aber ich hatte n guten draht zu den jungs und hatte kazi bei meiner ankunft - sobald fest stand, dass jeweils drei personen in ein zelt mussten - und noch bevor eberhard überhaupt auf CII eingetroffen war - sofort schon gefragt, ob ich zu ihnen ins zelt kommen könnte – und er hatte sofort zugestimmt und sich schon drauf gefreut. - dann hatte ich mich aber doch noch richtung tobias und jürgen orientiert...
hatte sich so ergeben... nach dem motto: „... oder kann ich auch zu euch kommen???“ (was auch kein problem war) – aber eberhard wollte nicht ins SherpaZelt und auf die frage, warum nicht, antwortete er, dass wohl auf umfrage keiner in das zelt zu den sherpas wollen würde... verstehen konnte ich das nicht und es erinnerte mich sehr an das verhalten der „sahibs“, der britischen kolonialherren in den anfangszeiten der grossen expeditionen in der 30er jahren des letzten jahrhunderts... damals gab es eine strikte trennung zwischen sherpas und sahibs... und es konnte vorkommen, dass ein sahib allein auf einem hochlager im zelt lag, während ein träger-zelt überfüllt war – aber ehe ein sherpa mit in ein sahib-zelt gedurft hätte, musste er eher draussen im schnee schlafen... selbst auf das risiko hin, dass er erfroren wäre ...für mich war es keine frage, dass ich zu den jungs ging – einfach, weil ich spass dran hatte – und mich gut mit ihnen verstand... zu kazi hatte ich schon im bascamp kontakt gehabt und mal musik mit ihm getauscht... und ganz ehrlich gesagt liege ich lieber mit den sherpas im zelt als mit manchem teilnehmer aus ExpeditionsGruppen, mit denen ich bisher schon so unterwegs gewesen bin. – damit war dann also gleichzeitig auch DER punkt „vom tisch“, dass eberhard evt. zu luis und alli ins zelt gekommen wäre... wofür alli mir wiederum sehr dankbar war, weil es ihr gesundheitlich nicht gut ging - sie hatte durchfall - und auch luis seine ruhe brauchte, weil er am gipfeltag seine kraft noch sehr brauchen würde... damit war also allen geholfen ...
im SherpaZelt gings sehr lustig und angenehm zu... eben nun 3 leute mit ziemlicher CampingErfahrung - das merkte man gleich... und ohne gross was sagen oder absprechen zu müssen, tat jeder das richtige. - eben während des kochens die schlafsäcke nach hinten weg z. b. gemeinsam essen... und als es dann ans hinlegen ging, was ja wirklich verdammt eng war mit 3 personen, war es einfach auch da ne aatmosphäre der gegenseitigen rücksichtnahme... einfach kein problem mit den jungs... und da sie zudem relativ klein und zierlich sind - und ich auch nicht grad ein herkules bin, war das platzangebot sicher im vergleich zum zelt mit tobias, jürgen und eberhard dazu noch relativ gut... naja, aber eng wars sowieso... man hatte zwangsläufig körperkontakt und nach ein paar stunden legte ich mich mit dem kopf ans fussende, so dass wir etwas mehr platz bekamen...
GipfelAngriff
am nächsten tag – dem gipfeltag - gings früh los... für luis und die sherpas hiess das::: wecken um 5 uhr... es musste vor dem aufstieg der gruppe noch das fixseil oben verlegt werden... dazu ging luis mit den beiden sherpas 1,5 stunden vor uns los...wir kamen dann nach... der weg war gleich wieder steil - zum ausgang der eishöhle raus - und gleich wieder ins fixseil hängen. - es ging wieder schön ausgesetzt über grate... zunächst meist seitlich unterhalb ihres firsts her...dabei fast senkrecht an ihnen entlang...pickel immer schön in den first reinhauen... und später auch wieder oben drauf...
der exclusivste (fenster)platz meines lebens „in der ersten reihe“
und dann kam das ganze plötzlich zum stillstand – warum, konnte später keiner so richtig sagen... ich stand länger als eine stunde an einer solch „lustigen“ stelle an einem grat... hatte einen tollen ausblick rüber zum everest... und stand voll im stürmischen wind, ohne mich auch nur regen oder bewegen zu können...
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eberhard, der einen fixpunkt über mir auch stand, wurde es zuviel...er gab auf und stieg wieder ab... unsere wege kreuzten sich nun und es war ein abenteuer, wie ich ihn umkletterte, zumal ich ja die vorhandenen tritte verlassen musste und in die weiche gratwand neue treten musste... aber wie gut würden die mich halten??? – naja, sie hielten... und eberhard hängte meine sicherung im fixseil um... dabei hatten wir hauchdünne und leichte körperberührung... und ich sagte zu ihm::: „belaste mich nun bloss nicht im geringsten – stosse mich nicht an - dann fliege ich aus der wand!“ ....aber alles ging gut... durch die schwierige fixierung im lockeren schnee an den graten - oder auch dem risiko, von seinem vorgänger losgetretenes gestein auf die birne zu bekommen, musste man meist abstand halten - und so war man z. b. fast den ganzen aufstieg zum CII über, aber auch teilstücke der gipfeletappe für sich allein... und wäre was passiert, hätte es ganz sicher auch gedauert, bis hilfe gekommen wäre... aber es ging in diesem gelände nicht anders...und ist schon auch ein tolles gefühl - im vergleich zu bergen,wo bei schönem wetter dann gleich zahlreiiche expeditionen zum gipfel drängen...an den everest will ich hier mal gar nicht denken, wo im frühjahr hunderte von bergsteiger unterwegs sind...
umkehrpunkt auf knapp 6.800m
so ging ich weiter aufwärts und auf einmal gings auch weiter... es kam noch ne ziemlich gemeine passage wo man wieder über ein stück grat oben drauf drüber musste...der schnee locker natürlich - und dabei sehr windig...ich ging auf allen vieren... danach ein EisGendarm, der irgendwie umgangen werden musste...hier ging vor mir alli auf allen vieren und quetschte sich irgendwie drumrum... ne viel bessere figur gab ich da ganz sicher auch nicht ab...alli meinte später, diese stelle hätte sie sehr genervt –hihi... weiter oben konnte man schon unsere vorgänger an einem punkt versammelt stehen sehen...

bis zu ihnen gings noch über einen langezogenen grat. - und wo sie standen war unser umkehrpunkt, wie ich erfuhr, als ich zu ihnen stiess. - es gab an diesem punkt ziemlich heftige diskussionen, deren ende ich noch so eben mit bekam ... vor allem mit tobias gabs ziemlichen stress. - er konnte die umkehr nicht einsehen – und wäre bereit gewesen, ein höheres risiko einzugehen und auch ungesichert durch spaltengebiet zu gehen... das stiess bei anderen teilnehmern und auch bei luis logischerweise auf unverständnis ... ich bin mal im seil gehend auf ner AlpenHochtour mit einem bein in eine spalte eingebrochen - bis hin zum schritt... und es war nichts von ihr zu sehen gewesen... die kollegen habensehr gut reagiert und so bin ich nicht weiter eingebrochen... unser guide ist dann auf dem bauch liegend an das loch rangerobbt... unter dem loch tat sich eine Saalspalte auf...wär ich da allein und ungesichert gegangen, und in diese spalte gefallen - das wär wohl mein ende gewesen -für tobias' verhalten hatte ich kein verständnis - und er war in dieser situation ganz offensichtlich überfordert ... was sich auch nach seiner rückkehr ins CII weiter bestätigen sollte...
wir hatten bis zum umkehrpunkt alle technischen hürden gemeistert... der rest wäre nur noch leichte wanderei in der höhe gewesen... und alle, die nun noch im seil waren, hätten an diesem tage sicher den gipfel erreicht....aber wir hatten zuviel zeit verloren und wären beim abstieg ins dunkle gekommen, was bei der route viel zu gefährlich gewesen wäre... am ende bestand hierüber konsens in der gruppe, auch wenn tobias in der situation nur schlecht loslassen konnte ...
rückzug und abstieg zu CII
so zogen wir uns also zurück... der abstieg war nicht minder „lustig“ wie der aufstieg... und im CII angekommen herrschte erstmal ruhe und wortlosigkeit... bis dann tobias kam... er war stocksauer, warf seine sachen enttäuscht in die ecke und überlegte sogleich, wie er nun doch noch auf den gipfel kommen konnte... es dauerte eine weile, bis auch er die sinnlosigkeit eines solchen unterfangens einsah - vor allem, zumal er sich selbst - und auch die gruppe in gefahr gebracht hätte... ein hauptproblem dabei war, dass wir nur noch eine GasKartusche hatten - und luis verfügte sogleich, dass diese unbedingt für die versorgung ALLER mit wasser für den morgigen abstieg zu verwenden sei - und das war das einzig vernünftige in dieser situation. - tobias meinte zunächst, ihm würde am nächsten tag eine flasche wasser für den gipfel reichen... nur was er bis DAHIN - und DANACH hätte trinken wollen. - für mich war in dieser situation sehr klar::: wenn DER oben abkackt, möcht ich gern bereits unten sein... denn wie schnell das geht, hab ich mit cédric am cho oyu erlebt – und da gab es keinerlei vorwarnung - und bis zu seinem einbruch war er nicht minder stark als tobias, wie sich in dieser sitaution auch tobias zu fühlen schien... und jemanden DIESE route runterzubringen... oh-weh-oh-weh... ich hätts nicht erleben mögen... naja, aber tobias kam dann doch recht schnell wieder "auf den boden" zurück...
abstieg ins basecamp
am nächsten tag stiegen wir dann gemeinsam ab...auch an diesem tag kamen wir leider erst spät los, weil ja das fixseil für den abstieg erst wieder installiert werden musste... und wir konnten immer nur einer nach dem anderen losgehen... eben immer erst, wenn der vorgänger das oberste seil wieder frei gegeben hatte ... und da ich potentiell ein eher langsamer und vorsichtiger absteiger bin, ging ich ziemlich am ende der gruppe, um eben keinen schnelleren kollegen zu behindern ...
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aber ich habs dann abends kurz hinter den ersten doch noch bis ins basecamp geschafft, was mein erklärtes ziel für diesen tag gewesen war... der abstieg im oberen bereich unterhalb des ABC war im dunkeln auch noch mal ein erlebnis... ich fand eine querung in die HauptGeröllrinne nicht und verlief mich ...ich geriet in eine schmalere geröllrinne, weiter links... diese führte zwar auch in die richtige richtung abwärts...aber ich wusste nicht, wie sie unten aussah... ich wusste nur, dass sie eng zu lief...aber ich wusste nicht, ob dieses enge endstück auch wirklich passierbar war... oder ob es nicht am ende 10 m senkrecht in die tiefe ging. - als mir das zu bewusstsein kam, stieg ich diese rinne wieder empor - eine SchweineArbeit in der dunkelheit und mit dem schweren rucksack - und dann schon mit den beiden letzten tagen in den knochen - um dann schliesslich in die hauptrinne, etwas weiter rechts einzusteigen, die ich ja kannte. - naja... bliebe zu erwähnen, dass ich irgendwann auch unterwegs vom weg abkam und so einen etwas lästigen SeeSpaziergang machte... dauerte halt etwas länger und machte mich mit dem schweren rucksack mit zunehmender dauer schon etwas unlustig - so-to-say... aber um 19:30 uhr landete ich glücklich im ABC und in Prems und Allis armen...
verlassen des basecamps – rückkehr nach kathmandu
so, das wars also im groben... danach dann basecamp abbauen...vorher noch material aus m ABC bzw. vom depot abholen. – material aus dem depot holten jürgen und ich, weil wir als einzige noch schuhe und steigeisen im ABC hatten und somit weiter zum materialdepot aufsteigen konnten... das war ne sache, die andere gar nicht mehr gekonnt hätten... eben ne frage von kraft und ausdauer einerseits und von der motiviation andererseits... denn wenn man den gipfel einmal hinter sich hat, und dann noch mal aufsteigen soll, dann ist das nicht grad lustig, gleich am nächsten tag wieder hochzugehen ... naja, aber wir haben uns halt aufgerafft – musste ja sein...
aber wir staunten nicht schlecht, als cheddar uns am materialdepot zwei säcke mit hardware übergab, um dann selbst wieder zu CI aufzusteigen... es war ne schweinearbeit, die säcke zu CI zu bekommen... zunächst liessen wir sie am fixseil rutschen... soweit man das rutschen nennen konnte, weil sie sich ständig um die eigene achse drehten und somit im fixseil verknoteten und ausbremsten... das hiess, immer wieder zurückdrehen der schweren säcke... dann gings über die schwierige eispassage und am ende dann den hang zum ABC runter... eine sauarbeit...und einmal rutschte ich 30 m mit den säcken auf dem hintern runter...das war sogar ne gaudi...auch wenn ich mir dabei n ziemlichen nassen hintern holte... aber ansonsten rutschte da nicht wirklich viel...meist fielen die säcke nur ins nächste loch im schnee und warteten drauf, von uns gewuchtet zu werden... tja... und in diesem zusammenhang möchte ich noch erwähnen, dass meine beiden standard-sprüche auf dieser expedition waren: „ach, gehts uns gut!“ – und: „ich tu mir ja so leid!“ – die anderen haben oft schon drauf gewartet, dass einer dieser beiden sprüche kam...aber beim transport der säcke taten wir uns schon wirklich ziiieeemlich sehr leid...

nach verlassen des basecamps gings dann per trekking zurück nach lukla...dort verabschiedung unserer sherpas ...
flug nach kathmandu...noch n tag am ort mit besuch bei singi (((geht ihm schon wieder recht gut)))... pashupatinath, wo mich ein affe als sprungbrett benutzte ((( Haaab ich mich vielleicht erschrocken, meeensch... der war mindestens so gross wie ein gorilla und schwer wie ein elefant, jaaaahaah!!! - so ein saulump!!!)))...
ein anderer dreist meine trinkflasche aus m rucksack zu stehlen versuchte, als ich ihn (scheinbar) einen augenblick aus den augen liess ...besuch in patan mit kauf einer kitschig roten thermoskanne mit rosa rose (((alli und ich bekamen die beiden einzigen, die´s davon wahrscheinlich in ganz kathmandu nur gab, in einem kleinen laden - @alli::: LG hat übrigens sehr gelassen reagiert -hihi))) ...gunter als schlangenbeschwörer ...abschliessender einkauf in thamel und schliesslich abschiedsessen in einem netten restaurant...
und rückflug in die heimat... dort hab ich mir dann noch ne fette erkältung eingefangen, wie ich sie seit sicher 20 jahren nicht mehr hatte...naja... irgendeinen preis muss man wohl nach der rückkehr immer zahlen...
wie war eigentlich ...???
das wetter??? - wir hatten überwiegend sonnenschein am vormittag - meist bis zum frühen nachmittag... dabei bewegten sich die tagestemperaturen meist so um die ca. 12 grad im basecamp... je nach wind, der oft blies, fühlte sich das kälter an... in der sonne war es hingegen schön warm... nachmittags zogen dann meist wolken ein... es wurde dann sehr schnell kühl und ging auf temperaturen knapp über den gefrierpunkt... die tiefste temperatur, die ich im basecamp gemessen habe, lag bei -11 grad... es gab weitere nächte mit bis zu -8 grad, aber auch solche mit nur -3 grad... auf den hochlagern war es kälter... dirk teilte mit, dass es einen morgen in der eishöhle auf CII ebenfalls -11 grad hatte, und das morgens um 10 uhr... nachts dürftes es also draussen um einiges kälter gewesen sein...

niederschlag hatten wir im basecamp und am berg nur einmal nennenswerten. - an einem nachmittag und nachts ungefähr 8 cm schnee - das wars... auf dem trek fielen gelegentlich regentropfen - aber auch nur in deboche regnete es abends heftiger... in namche hatten wir einen abend nieselregen...
winds gab häufig im basecamp - und auch auf unserer gipeletappe und am tag danach blies auf dem berg ein sehr heftiger wind ... aus dem basecamp konnte man an vielen tagen sowohl am nuptse- als auch am everest-gipfel den jetstream blasen sehen... wenn vor allem der everest die für ihn so typische schneefahne zur schau trug...
zum zeitlichen ablauf der expedition ist zu bemerken, dass diese mit fünf wochen zunächst sehr grosszügig bemessen scheint... aber dem ist nicht so. - man benötigt die zeit für den weg ins basecamp ... und auch am berg selbst hat man keine zeit zu verschenken... wir haben durch die rettungsaktion zeit verloren, aber keinerlei zeit durch schlechtes wetter... wenn eine SchlechtwetterPeriode einzug hält, kann der gipfelerfolg sehr schnell gefährdet sein - erst recht wenn auch noch viel neuschnee auf die route fällt... die versicherung der route wird dann sehr viel aufwändiger und insgesamt unsicherer ... und von daher ist nur zu empfehlen, unabhängig von der gruppengrösse immer mit 3 climbing-sherpas zu arbeiten, weil die route einfach sehr aufwändig zu versichern ist - und dies ein faktor ist, der nichts damit zu tun hat, wieviele personen später die route begehen werden...
... und ein paar dinge habe ich üüüüüberhaupt nicht verstanden:::
bezogen auf die ausrüstung gab es in unserer gruppe diskussionen, die mir die fragezeichen in die augen treten liessen::: so fragte sich ein teilnehmer, ob er seine normalen plastikbergschuhe oder die thermo-bergschuhe für die gipfeltour anziehen sollte... zumal noch jemand, der schon SelbstErfahrung mit erfrierungen hatte... dabei lag schon die eisrinne zu CI sehr früh im schatten - und es war am berg insgesamt immer mit warte- und standzeiten zu rechnen, schon aufgrund der tatsache, dass an vielen stellen immer nur eine person zwischen den fixpunkten gehen durfte... so dass man also potentiell zumindest mit kalten füssen und fingern rechnen konnte. - hier ein risiko einzugehen konnte ich absolut nicht verstehen... ein anderer teilnehmer sagte mal zu mir::: "du, wir müssen den xyz unbedingt überreden, dass er seine thermoschuhe anzieht." - das sind dinge, über die ich normal nicht mehr diskutiere, weil sie einfach zu klar auf der hand liegen, wenn man nur ein wenig nachdenkt... und sich über solche dinge gar mit "erfahrenen" bergsteigern noch zu streiten ist müssig - klar, wenn durchweg die sonne geschienen hat, und es zufällig überdurchschnittlich warm war, hat derjenige im nachhinein recht gehabt... aber was er dabei übersieht ist, dass er dann glück hatte - in solchen höhen kann es auch anders zugehen... und dann verliert er u. u. zehen... aber wer meint, er wäre an den füssen nicht so empfindlich... bitte sehr... man hat ja zehn zehen, die man opfern kann ... - bleibt zu erwähnen, dass es in unserer gruppe am ende teilnehmer mit leichten erfrierungen gab, in form von taubheitsgefühl in fingern und / oder zehen ...
eine andere sache war die SchlafsackFrage::: "welchen nehm ich mit in die höhe?" - den ach so schweren warmen ...oder den schönen leichten - dafür nicht so warmen??? - natürlich den leichten - oder??? - man ist ja schliesslich nur eine nacht oben... und die übersteht man schon irgendwie... so das denken. - ich sehe das etwas anders::: der schlafsack ist im falle von krankheit, erschöpfung oder einem SchlechtwetterEinbruch mit sturm und schnee die einzige stelle, wo man zuflucht und vielleicht überhaupt noch etwas erholung findet. und dabei will ich gar nicht an den fall eines biwacks im freien denken, wenn evt.die zelte zerstört sind. - und wer sagt, dass es bei nur einer nacht bleibt??? was ist im falle eines "simplen" SchlechtwetterEinbruchs, der einen oben am berg festhält??? - der schlafsack ist ganz klar eine sehr wichtige SicherheitsReserve besonders auch für den fall eines unfalls... ich fand diese diskussionen schon sehr verwunderlich ... zumal für leute, die schon "erfahrung" mit grösseren höhen hatten (((vermutlich aber nur unter optimalen bedingungen, wie mir schien - oder sie waren wirklich aliens)))... dass jemand, schon rat brauchte, ob er seine gore-jacke für den aufstieg zum ABC anziehen sollte - oder besser nicht - fand ich schon etwas befremdlich... jemand anderen fragte er kurz drauf, ob er auch seine gore-hose anziehen sollte... sorry, aber das hatte schon was tragikomisches, zumal er diese hose sonst bei jedem wetter im basecamp spazieren trug - auch wenn die sonne noch so knallte ... however...
ebenso ist mir unverständlich, dass jemand kein sonnenschutzmittel nahm ... auf anfrage gab er zur antwort, dass er die sonne vertrüge und kein problem damit hätte... sein glühend rotes gesicht sprach eine völlig andere sprache... aber darüber diskutiern??? - okay, man soll die menschen lassen wie sie sein möchten... und solange es andere nicht mit in gefahr bringt, ist es sicher auch kein problem, wenn sich jeder so gut schädigt wie er eben kann und möchte (((hautkrebs ist mit die verbreitetste art von krebs) ... dass auf einer anderen expedition jemand zu eitel war, seine sonnenbrille bei diffusem sonnenlicht - durch eine dünne wolkendecke hindurch - aufzusetzen, weil er keine weissen ringe um die augen bekommen wollte, habe ich auch schon erlebt... er hat sich prompt die augen verblitzt und damit war die expedition für ihn vorüber...zu all dem kann ich nur sagen:::
naaaaaaaaaaaa-ja!!!!!!!!!!
fairerweise möchte ich ergänzen, dass diese punkte nur wenige personen betrafen - und dass wir einige absolut sehr gute und w i r k l i c h erfahrene bergsteiger/innen in unseren reihen hatten - mit einer absolut professionellen einstellung zu den anforderungen, die der pumori stellt (((und dazu gehört für mich vor allem auch das j e d e r z e i t i g e einschätzen und berücksichtigen möglicher gefahren - sind diese am ende nicht aufgetreten, kann man sich schön zurücklehnen und sagen::: glück gehabt!!! - andere excellente bergsteiger hatten weniger glück... scott fischer... rob hall...)))
pasang, unser sirdar, sagte letztes jahr so treffend am cho oyu::: ohne die richtige einstellung im kopf und im herzen lässt der berg keinen hoch... und kann überdies lebensgefährlich werden... und überheblichkeit gepaart mit unbedarftheit oder leichtsinn ist sicher ein tödlicher mix... nicht nur an einem 8.000er... mit singi haben wir beinahe einen menschen verloren... er hat sehr viel glück gehabt... und ihm hat es sicher nicht an einstellung oder können gemangelt... ein moment der unachtsamkeit und etwas pech haben gereicht... aber vielleicht war ihm das schicksal grad deshalb gnädig - weil er achtung und die richtige einstellung zum berg hatte...
fazit – und aus die maus
soooo, das wars erstmal ... klar, gibts da sehr viele feinheiten, die man noch erwähnen könnte...aber wer sollte - wollte - das alles lesen???
vielleicht konnte ich einen eindruck vermitteln, wie´s so war und was wir erlebt haben... als kleines fazit kann man noch festhalten, dass wir sehr viel spass auf der gesamten reise hatten – und uns sehr gut verstanden und harmoniert haben... dass wir den gipfel nicht erreicht haben ist schon schade, aber auch kein beinbruch... es kommt immer auf die umstände an...und für mich ist eine solche unternehmung mehr als nur die besteigung des gipfels... mag sein, dass das daran liegt, dass bergsteigen für mich nicht das einzig wichtige im leben ist, auch wenn manche leute das mittlerweile denken... es ist natürlich schon so, dass in der phase der vorbereitung und durchführung einer expedition das bergsteigen schon sehr wichtig für mich ist, aber wenn kein solches projekt ansteht, dann spielt bergsteigen in anderen phasen meines lebens gar keine rolle...IMMER wichtig hingegen sind mir menschen... und da kann man sehr schöne dinge erleben...

diese prägen nicht nur eine solche reise für mich, sondern mein ganzes leben ... kanns was schöneres geben als diese karte von alli??? - ich hatte sie eines abends zusammen mit ihrem biwacksack als geschenk in meinem zelt liegen... und auf dieser reise gabs gleich mehrere echte highlights... wie die geschichte mit den herzchen... oder dass ich auf dem rückweg nach lukla nawang getroffen habe, mit dem ich letztes jahr auf m CHO war... und hey, nawang hatte sogar "meinen" rucksack dabei... und letztes jahr hatte matthias, unser guide, mit einem augenzwinkern gesagt, wenn er DEN verkaufen würde, bekäm er keinen job mehr bei intrek für den summit-club...als ich auf den rucksack deutete ...mussten wir beide herzlich lachen... das ist unsere ganz persönliche geschichte, die sich knapp unterhalb des CHO-Gipfels zugetragen hat .. und wir haben beim verhandeln dort oben unseren spass gehabt - auch wenn die luft zum lachen auf über 8.000m reichlich dünn war ;-)))
und schliesslich::: was unterscheidet den pumori vom cho oyu???
eine frage, die man mit gleicher berechtigung stellen kann, wie es natürlich nicht so ist, dass für jemanden, der auf nem 8.000er war, die mt. blanc-überschreitung in den alpen ein spaziergang wäre...
der hauptunterschied zwischen pumori und cho oyu liegt ganz sicher darin, dass im falle des pumori zwar die höhe geringer ist als am cho oyu... dass aber dafür die route über den südgrat technisch viel anspruchsvoller ist als die technischen anforderungen auf der tichy-route am cho oyu... man könnte also sagen::: wer den pumori über den südgrat bestiegen hat, wird technisch am cho oyu kein problem haben... was allerdings einen 8.000er so besonders macht, ist - und bleibt - die exorbitante höhe... und die ist "tückischer" als eine technische schwierigkeit. - während man eine technische schwierigkeit sehen kann - und wenn sie einen überfordert, einfach umkehren kann... spürt man die gefahr der höhe evt. erst, wenn es zu spät ist...und dann bezahlt man dafür u. u. mit seinem leben...
insofern ist die besteigung eines 8.000ers immer noch etwas besonderes - einfach weil es nicht reicht, fit zu sein, sondern man muss topfit sein... und ob man das ist, zeigt sich vielleicht erst im abstieg... und man hat keinen grossen spielraum bzgl. der fitness... denn wo genau ist die grenze, dass die fitness vielleicht grad noch ausreichend ist - oder eben nicht mehr??? - da kann man kein risiko eingehen... sogesehen muss man sich bedingungslos und schonungslos vorbereiten... versäumnisse oder sich-selbst-was-durchgehen-lassen ... bequemlichkeit... können einen später am berg sonst leicht das leben kosten... - ... und dann nicht wie vielleicht bei einem spekatakulären absturz am pumori - nein, auf einem 8.000er bleibt man vielleicht einfach vor schwäche oder krankheit irgendwo sitzen oder liegen... und erfriert ganz unspektakulär...
DAS ist der unterschied...
womit nicht ausser acht gelassen... oder gar unterschätzt werden sollte, dass auch 7.145m eine sehr grosse höhe darstellen, in der man sehr schnell höhenkrank werden kann - und für die man eine sehr gute ausdauer und kondition benötigt...